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Praxis-Interview | Studiengangsleiterin und nebenbei noch Unternehmerin. How does it work?

Und es gibt sie immer wieder. Frauen als Role Models. Frau Dr.Mag.Mag. Sarah Meisenberger ist Studiengangleiterin des größten Fachhochschulstudiengangs in Wr. Neustadt. Nebenbei hat sie noch einen Studiengang für Klein- und Mittelbetriebe aus dem Boden gestampft und führt erfolgreich ihre eigene Unternehmensberatung. Wie das geht? Durch viel Vorstellungskraft und dem Willen, es umzusetzen.

 


Interview-Partner:



Mag. Mag. Dr. Sarah Meisenberger



Position
Mittleres Management / Unternehmerin
Email sarah.meisenberger@fhwn.ac.at || office@bknowing.com
 Hintergrund In einer Unternehmerfamilie aufgewachsen gilt sie als Expertin für Klein- und Mittelbetriebe in den Bereichen Change, Strategie, Organisation und Leadership

Unternehmen:


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Fachhochschule Wiener Neustadt || Firma bknowing

Branche Hochschul-Bildung + Studiengangsleitung || Unternehmensberatung + Unternehmerin
Mitarbeiterzahl Fachhochschule WN mehr als 300 || Einzelunternehmerin
URL www.fhwn.ac.at || www.bknowing.com

Wie haben Sie ihre derzeitige Position erreicht?

Meiner derzeitigen Position als Führungskraft an der Fachhochschule Wiener Neustadt ging eine bewusste Entscheidung voraus. Es war weniger ein bewusster Karrierewunsch, als ein aktiver Drang, mehr Verantwortung für die Fachhochschule Wiener Neustadt übernehmen zu wollen und meine Qualifikationen auf höherer Ebene einzubringen. Die Übernahme der Leitung des größten Wirtschafts-Masterstudiengangs an der FH WN „Wirtschaftsberatung und Unternehmensführung“ ermöglichte mir, für mehr als 350 Studierende pro Jahr verantwortlich zu sein und daran teilzuhaben, sie durch eine stetige Qualitätssicherung des Programms bestmöglich für den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Dieser Drang, etwas bewirken und selbst unternehmen zu wollen und andere dabei zu unterstützen, einen erfolgreicheren Pfad in ihrem Beruf / mit ihrem Unternehmen einzuschlagen, gibt mir in meiner Leitungsposition an der FH WN alle positive Energie und führte auch zu meiner nebenberuflichen Selbständigkeit als Unternehmensberaterin. Es ist der Idealismus und der Austausch mit den Menschen, die mich antreiben und das hat wohl auch damals die Hearing-Kommission überzeugt.

Welche Stärken sehen Sie bei sich als Frau, die sie in ihre jetzige Position gut oder besser einbringen können als wenn ein Mann ihre Position innehätte?

Ohne allgemein über Männer in Leitungspositionen urteilen zu wollen, wird mir nachgesagt, dass ich mich durch meine Kommunikationsfertigkeiten auszeichne. Empathie und Interesse an meinem Gegenüber sind Stärken, die ich als Frau zeige, wobei ich denke, dass diese Qualitäten oftmals auch bei Männern zu finden sind. In Leitungspositionen bzw. als Unternehmerin geht es oftmals nicht mehr darum, ob man Mann oder Frau ist, sondern mehr, ob man über Communication Skills und Vorstellungskraft verfügt und Anderen Wege aufzeigt, die sie sonst nicht gefunden hätten und inspiriert, gemeinsam hohe und oftmals unmöglich anmutende Ziele zu erreichen. Als Vorbild zu wirken, seine Arbeit gerne zu tun und das zu investieren, was es braucht, um Dinge erledigt zu bekommen, sind Stärken, die ich einbringe und andere motivieren, dasselbe zu tun.

Man sagt, dass Frauen ihr Licht oft „unter den Scheffel“ stellen. Sehen Sie das auch so? Warum? Wie können Frauen daran arbeiten?

Diese Aussage trifft teilweise auf meine Beobachtung. Natürlich kann und will ich auch nicht für andere Frauen beurteilen, warum sie ihr Potential nicht gänzlich ausschöpfen. Doch kann ich sehen, dass vor allem in männer-dominierten Betrieben Frauen herausgefordert sind, Wege zu finden einerseits ihr Selbstvertrauen viel stärker zu entwickeln und andererseits trotz schwierigen Rahmenbedingungen Wege zu finden, ihre Qualifikationen und Kompetenzen voll einzubringen. An dieser Stelle ist wohl Beharrlichkeit die größte Tugend für Frauen, in jeder erdenklichen Situation gute Arbeit zu leisten und durch Kompetenz zu punkten. Denn Fakten wie bspw. „gute Arbeit geleistet zu haben“ oder „ein vorbildhaftes Team-Mitglied zu sein“, werden in jedem gut geführten Unternehmen geschätzt. Sollte es in einem Unternehmen nicht möglich sein, seine volle Leistung zu erbringen bzw. sein Potential auszuschöpfen, dann wünsche ich es niemanden, dass er nicht die Entscheidungsfreiheit besitzt, sich etwas anderes zu suchen. Meiner Erfahrung nach sind Frauen gefordert, nach ihrer Integrität zu handeln und zu wissen, wann ein Unternehmen gut genug für sie ist oder wann sie sich andere Wege überlegen sollten. Ausbildungs-Programme wie an Fachhochschulen angeboten oder aber Weiterbildungs-Programme von der Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer oder Unternehmensberatern und Coaches können hier helfen.

Haben Sie spezielle Tipps für Frauen, die sich im Beruf besser verwirklichen möchten und ebenso die Karriereleiter aufsteigen möchten?

Ich lebe nach dem Motto „You can only achieve what you can imagine“ und in diesem Sinne wünsche ich jeder Frau die Vorstellungskraft, sich ihren Beruf und ihre persönliche Karriereleiter so zu planen, wie es für sie am Optimalsten ist. Es ist der erste und wichtigste Schritt, um dann den Weg der Umsetzung tatsächlich und mit viel Beharrlichkeit zu beschreiten. Allen Herausforderungen und Niederlagen zum Trotz bleibt man sich selbst treu und lebt seinen Traum. Klingt vielleicht unrealistisch, aber ich bin ein lebender Beweis hierfür und gebe meine Erfahrung weiter mit der Hoffnung, Andere zu inspirieren.

 

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