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Leadership auf allen Ebenen | Emotionalität

Grundsatzfragen zum Thema Führung, denen sich Human Ressource Experten stellen sollten
Teil 2

 

Führung braucht Menschen, die (nach)folgen! Dies gelingt über emotionale Führung. Menschen folgen, wenn man  sie in Angst und Schrecken versetzt oder Vertrauen und Loyalität aufbaut. Im Businessumfeld hat sich allgemein durchgesetzt, dass zeitgemäße Führung über Vertrauen und Loyalität anzustreben ist. Aber wie ist das zu bewerkstelligen? Und Ist emotionale Führung erlernbar oder naturgegeben? Und was kann Human Ressources dazu beitragen?

Mitarbeiter wünschen sich Wertschätzung

Wenn eine Führungskraft das Vertrauen der Mitarbeiter gewinnen möchte, dann gilt es dieses Vertrauen zu entwickeln. Es kann nicht angeordnet werden und es braucht Zeit, um sich stabil und dauerhaft einzustellen. Wertschätzung bietet dafür die nachhaltige Grundlage. Sie drückt sich im grundsätzlichen, gegenseitigen Respekt aus und zeigt sich in den kleinen verbalen und non verbalen Gesten des Alltags: Ein Lächeln am Morgen, Grußworte, Bitte und Danke, Blickkontakt, Hände schütteln, Aufmerksamkeit, Zuhören, taktvoller Umgang, Freundlichkeit, Fröhlichkeit etc. die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Keine außergewöhnlichen Verhaltensnormen, keine neuen Erkenntnisse. Und doch mangelt es im Alltag genau an diesen kleinen wohlwollenden Gesten und Signalen. Aus Nachlässigkeit, Unachtsamkeit, Mangel an Empathie, Inhaltlicher Überlastung, Dauerstress uvm. Zum einen Tatsachen – zum anderen faule Ausreden. Denn Wertschätzung in der beschriebenen Dosierung ist kein zeitaufwendiges Ritual – im Gegenteil es braucht lediglich höfliche und zivilisierte Umgangsformen.

Ist Leaderswhip erlernbar?

Ja, lautet die eindeutige Antwort – wenn man es Lernen möchte! Denn emotionale Führung im beschriebenen Wertschätzungsstil ist eine Haltungsfrage. Menschenfreundlichkeit  ist die Grundhaltung, die es braucht, um jemanden einen aufmerksamen Blick zu schenken, um Erwartungen ernst zu nehmen, um echtes Interesse für den Mitarbeiter und seine Bedürfnisse aufbringen zu können. Wertschätzung als Grundhaltung ist nur möglich, wenn man mit sich und der Welt grundsätzlich im Reinen ist.

Mängelblick, Opferhaltung, Neid und Egozentrik sind Haltungen, die wertschätzendes Verhalten erfolgreich verhindern.“ Aber Menschen sind nun mal fehleranfällig, reizbar und manchmal unrund, wenn sie mit dem linken Fuß aufgestanden sind. Das macht sich erst menschlich und unterscheidet sie wohltuend von Maschinen…“ lautet vielfach der Einwand all jener, die ihre Komfortzonen nicht verlassen möchten. Gegenwärtig hat der Mensch der Maschine noch voraus, dass er Emotionen fühlt, erzeugen und regulieren kann. Das setzt die Menschheit zum Wohle und zum Verderben der Mitmenschen ein.

Emotionale Stabilität ist gefragt

Das größte Augenmerk bei der Auswahl von Führungskräften sollte daher auf emotionale Stabilität gelegt werden. Das bedeutet, Ausgeglichenheit, Toleranz und rollenadäquates Verhalten. Reife ist dafür der übliche Termini. Sie entsteht durch Seniorität – wenn Erfahrungen kontinuierlich reflektiert werden und zur zielgerichteten Entfaltung der angelegten, persönlichen Potenziale genutzt werden. Jähe Gefühlsausbrüche, Stimmungsschwankungen, negatives Welt—und Menschenbild und Zweckpessimismus sind der Ausdruck von Unreife. Sie ist Gift für ein produktives Teamklima und erzeugt im Regelfall Frust und Resignation bei den Teammitgliedern. Es ist gruppendynamisch erwiesen, dass die Führungskraft den größten Einfluß auf das Teamklima hat. Sie wird vom Team gespiegelt, da die hierarchisch höhere Funktion maßgeblich darauf einwirkt, wie sich für die Teammitglieder die Teamrealität darstellt: entweder zuversichtlich und optimistisch oder frustriert und pessimistisch.

Führungskräfteentwicklung im Fokus

Human Ressources hat eine Vielzahl an Möglichkeiten, um die Persönlichkeit der Führungskraft  in den zentralen Fokus zu nehmen. Sowohl beim Hiring Prozess als auch bei Fördermaßnahmen liegt es an Human Ressources, die emotionalen Fähigkeiten in der Beurteilung zentral und vorrangig zu bewerten . Da Reife und Menschenfreundlichkeit aufwendiger und teurer zu entwickeln sind als fachliche Fähigkeiten,  sollte bei Führungskräftebestellungen – egal ob interne oder externe Kandidaten – überwiegend darauf die Beurteilung abgestellt werden. Potenzialanalysen, Assessmentübungen und tiefenpsychologische Interviews helfen persönliche Einschätzung der Entscheider zu relativieren und Ergebnisse zu objektivieren. Die Mitarbeiter danken es mit hoher Produktivität und andauernder Dienstzugehörigkeit, denn

… man kommt wegen der Aufgabe, bleibt wegen der Kollegen und geht wegen dem Chef….

 

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