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Design Thinking Workshop in Wien | Reise in die Feedback-Zukunft

Reisen in die Zukunft sind nicht möglich? Naja … gedankliche Reisen in die Zukunft sehr wohl und sie helfen Unternehmen, sich auf verändernde Rahmenbedingungen einzustellen und die Gegenwart zukunftsweisend zu gestalten. So passiert in einem Design Thinking Workshop für Personalisten in Wien mit Fokus auf Mitarbeiterbefragungen und Führungsfeedback. Hier haben wir für Sie die Ergebnisse und ein wenig Hingergründe über den Design Thinking Process:

Befragungen sind in vielen Unternehmen bekannte und gelebte Praxis. Sei es klassische Mitarbeiterbefragungen, gesetzlich vorgeschriebene Evaluierungen nach dem ASchG oder 360° Führungsfeedbacks für Führungskräfte zur Stärkung deren Führungskompetenz. Aber wie zeitgemäß sind diese Befragungen noch? Und wie wird die Befragung der Zukunft aussehen?

Design Thinking Workshop

Diesen und weiteren Fragen gingen Personalisten in einem Workshop-Format entlang der Design Thinking Methodologie nach. Als Gastgeber hatte Gerd Beidernikl (Geschäftsführer der vieconsult GmbH) geladen. Seiner Einladung gefolgt sind Personalisten österreichischer Großunternehmen von der Österreichischen Post über dm Drogeriemarkt bis hin zu Magna Powertrain oder der Österreichischen Kontrollbank.

Design Thinking als Methode

Design Thinking ist ganz allgemein ein Denkansatz, der neue Lösungsideen mit hohem Nutzen aus Anwendersicht produzieren soll. Unter Design Thinking versteht man nicht eine immer gleich angewendete Kreativitätsmethode, sondern einen Prozess der gewissen Grundprinzipien von Verstehen, Beobachtung, Ideenfindung, Verfeinerung, Ausführung und Prototyping beinhaltet. Im gegenständlichen Design Thinking Prozess ging es darum, aktuelle Problempunkte in Feedbackbefragungen zu definieren und dafür in mehreren Schritten neue Lösungsansätze zu entwickeln.

Ergebnisse des Design Thinking Prozesses

Was die Teilnehmer in diesem Design Thinking Workshop vereinte, war das große Interesse, den „Daten“ einer internen Befragung auch wirklich „Taten“ folgen zu lassen. Zusammengefasst sehen die Teilnehmer vier große Herausforderungen bzw. Veränderungen in der Zukunft der Befragungen auf ihre Unternehmen zukommen:

4 Outcomes am Ende des Design Thinking Process

  1. Die Flexibilitäts-Herausforderung
    Feedback ist wichtig und wird immer wichtig bleiben. Die Art und Weise wie Feedback eingeholt werden wird, in welcher Frequenz und mit welchem Charakter, wird sich in der Zukunft aber stark verändern. Alle teilen die Ansicht, dass Feedbackinstrumente flexibler, verschränkter und stärker „on demand“ werden müssen. Gleichzeitig wird die Zukunft nicht nur in „technischen Lösungen“ gesehen, sondern auch in der Forcierung analogen Feedbacks, sprich den Dialog zu forcieren und nicht nur auf Feedback-Applikationen zu vertrauen. Der Mix wird es ausmachen.
  2. Die Inhalts-Herausforderung
    Die Inhalte von Befragungen werden sich so verändern müssen, wie sich auch die Anforderung der Arbeitswelt verändern werden. Auch wenn es nicht alle Branchen oder Arbeitssituationen in gleicher Art und Weise betrifft – die Inhalte werden modularer werden, angepasster auf die jeweilige Befragungssituation. Führungshierarchien werden vielerorts flacher, die Selbstverantwortung der Belegschaft wird (muss) steigen. An die Stelle von 10-Jahresstrategien treten agile Konzepte der laufenden Anpassung.
  3. Die Automatisierungs-Herausforderung
    Die Technisierung der Befragungen wird weiter zunehmen. Online-Befragungen, automatisierte Auswertungen, „smarte“ Algorithmik – sie werden die Zukunft von Befragungen in irgendeiner Art und Weise bei allen Unternehmen betreffen. Gleichzeitig lösen sie nicht das Kernproblem, nämlich dass sich Menschen mit den Ergebnissen interessiert und sinnverstehend beschäftigen müssen. Aber es verkürzt die Durchlaufzeiten und schafft vereinfachten Zugang zu oft großen Datenmengen.
  4. Die Umsetzungs-Herausforderung
    Die wirkliche Kern-Herausforderung wird auch in der Zukunft dieselbe bleiben. Nämlich aus den Ergebnissen jeglicher Feedbackbefragung sinnvolle Folgeschritte abzuleiten und diese konsequent umzusetzen. Mehr Feedback einzuholen oder einfacher Feedback erfragen zu können, löst nicht das Grundproblem der aufmerksamen Befassung mit den Ergebnissen. Es braucht neue Wege, sich mit den Ergebnissen zu befassen und diese aktiv zu nutzen.

Fazit zum Design Thinking Process

Es war eine spannende Reise für alle Teilnehmer die – entlang der Design Thinking Methode – Herausforderungen definiert haben, um dann für diese wiederum kreative Lösungsansätze zu entwickeln. Und auch gleich live auszuprobieren. Denn „Rapid Prototyping“ zählt zu den Kernbestandteilen derartiger Workshops. Und so wurden „Ergebnis Tablets“ entwickelt, Transfergespräche mit zukünftigen Führungskräften geführt, Feedback-Awards verliehen und Ergebnisse von Mitarbeiterbefragungen entlang von haptischen Erfahrungen nähergebracht. Wohin die Zukunft uns wirklich führen wird? Wir werden es hoffentlich alle bald sehen.

Teilnehmerstimmen zum Design Thinking Workshop in Wien

  • Birgit Höttl, Mondi AG: „Die Zeit scheint reif für einen Umbruch im Thema „Feedback Surveys“ zu sein. Es war interessant zu sehen, dass sich viele Unternehmen mit dem Thema Optimierung und Agilisierung der Befragung beschäftigen – der Workshop hat mir viele spannende Impulse und „food for thought“ mitgegeben, um das Thema neu aufzugleisen.“
  • Michael Häuslschmid, Österr. Post AG: „Die wichtigste Erkenntnis für mich beim Workshop war, dass unterschiedliche Unternehmen sich mit genau denselben Pain-Points und Problemen im Zusammenhang mit Feedback-Instrumenten auseinandersetzen. Aus diesem Grund ist es offensichtlich, dass Befragungen – so wie wir sie kennen und aktuell einsetzen – in Zukunft radikal neu gedacht werden müssen, um einen Nutzen und Mehrwert für die Organisation zu generieren. Sie müssen flexibler, anpassungsfähiger und näher an den aktuellen Bedürfnissen der Organisation angesiedelt sein. Nur so wird das WHY einer Befragung wieder für alle nachvollziehbar und die Messung bekommt die notwendige Relevanz zurück.“
  • Sabine Pum, Wiener Stadtwerke GmbH: „Meine wichtigsten Take Aways vom Workshop sind viele neue Kontakte und ein tolles, neues Tool als Erweiterung meines Methodenkoffers zum Gestalten von Design Thinking Workshops.“
  • Lydia Stock, ÖBB-Business Competence Center GmbH: „Surveys werden in Zukunft anders ausschauen und durchgeführt werden müssen, um der heutigen Zeit, Vielfalt und Komplexität gerecht zu werden. Es hat gut getan sich innerhalb der HR Community zu diesem Thema intensiv auszutauschen. Ich bin noch immer begeistert, wie mutig, ‚wild‘ und anders gedacht wurde. Danke!“
  • Beate Biebl, Gebauer & Griller Kabelwerke: „Mein wichtigstes Take-Away war, dass man auch noch so klar beschriebene Prozesse zuerst einmal erleben muss um sie wirklich zu verstehen. Deswegen finde ich es wichtig Konzepte/Strategien/Ideen live auszuprobieren bzw. durchzuspielen, um dadurch direkte Verbesserungsmöglichkeiten spürbar zu machen.
    Im Unternehmen beschäftigt uns derzeit: Wie schaffe ich den Spagat zwischen standardisierten Jahresbefragungen und agilen ad-hoc Befragungen und wie können diese Ergebnisse gut zusammengeführt werden. Ein weiterer Punkt ist welche Hilfestellungen brauchen Führungskräfte um mit Befragungsergebnissen jeglicher Art weiterarbeiten zu können. Sei es beim Erstellen eines persönlichen Entwicklungsplans nach einer 360-Befragung,oder beim Erarbeiten eines Maßnahmenplans bei einer Mitarbeiterumfrage.

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