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Absage Bewerbung | FAQs und Tipps zum Umgang mit Absagen | Bewerbungs-Check

Viele Menschen sind aufgrund der Corona Krise derzeit mehr oder weniger freiwillig auf Jobsuche. Personalentscheider in den Unternehmen und Personalberater erhalten in einzelnen Berufsfeldern aktuell besonders viele Bewerbungen. Und haben damit die Qual der Wahl. Was folgt, sind eine strenge Vorselektion und viele Absagen, die dieser Tage und Wochen an Bewerber versendet werden. Daher unser heutiges Thema: Absage Bewerbung.

„Wie soll ich mit einer Absage meiner Bewerbung umgehen, was bedeutet das für mich?“ – fragen sich viele  Jobsuchende. FAQs und Tipps aus der Karriere-Coaching Praxis zum Umgang mit Bewerbungsabsagen finden Sie hier:

 

Themen: Sie erhalten keine Antwort auf die Bewerbung, bedeutet das eine Absage?

Gründe für die Absage

Wie reagiere ich am besten auf eine Absage?

Antworten, telefonieren oder nachfragen?

Bewerbungsunterlagen in Evidenz?

 

Absage Bewerbung | Sie erhalten keine Antwort auf die Bewerbung, bedeutet das eine Absage?

Gar keine Antwort und Rückmeldung auf die Bewerbung zu erhalten, empfinden viele Bewerber als frustrierend. Viele Bewerbungen bleiben leider unbeantwortet, Unternehmen reagieren nicht auf die Bewerbung. Das kann, muss aber nicht automatisch eine Absage bedeuten! Nach rund 10 bis 14 Werktagen sollten Sie im Idealfall eine Antwort auf Ihre Bewerbung erhalten. Passiert das nicht, fragen Sie nach!

Tipp: Fragen Sie nach dem Status Ihrer Bewerbung und nützen Sie die Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen/Personalberater vor allem für Werbung in eigener Sache. Stellen Sie sich, Ihre Qualifikation und Ihre Bewerbung in den Vordergrund. Geben Sie nicht dem Unternehmen die „Schuld“, schon solange auf eine Antwort zu warten.

Tipp: Es kann sein, dass Ihre Bewerbung nicht „angekommen“ ist, im Spamfilter „hängengeblieben“ ist oder aus technischen oder organisatorischen Gründen nicht als Bewerbung registriert wurde. Das passiert besonders häufig bei Initiativbewerbungen, die nicht eindeutig zuordenbar sind. Oft werden Sie dann auf Ihre Nachfrage hin gebeten, nochmals die Bewerbung zu senden.

Tipp: Manche Unternehmen sind schlicht überfordert mit der Anzahl der eingegangenen Bewerbungen und reagieren deswegen spät oder gar nicht. Rufen Sie sich dennoch als Bewerber höflich in Erinnerung und bitten Sie um eine Antwort.

Bewerbung Absage | Gründe für die Absage

Viele Absage-Mails sind standardisiert und werden automatisch versendet. Meist ohne Angabe von genauen Gründen. Die wahren Gründe für eine Absage der Bewerbung sind jene, die Ihnen selten jemand offen und ehrlich nennen wird:

  • Mann/Frau oder zu jung/zu alt
  • Zu unerfahren (=nicht sofort/voll einsetzbar, Schulungsbedarf, Ausbildungskosten)
  • Zu erfahren (=zu teuer)
  • „Gefahr“, bald Wohnort zu wechseln, Familie zu gründen, schwanger zu werden
  • Karenz/Wiedereinstieg/kleine Kinder
  • Teilzeitwunsch/eingeschränkte zeitliche Verfügbarkeit
  • In Ausbildung/Studium
  • Foto im Lebenslauf wirkt nicht sympathisch oder es fehlt
  • Lebenslauf ist schlecht strukturiert/fehlende, unklare Informationen

Tipp: Erwarten Sie keine ehrliche Information zu den Gründen für die Absage! Die oben genannten Gründe wird Ihnen niemand gerne offen nennen. Viele dieser Gründe sind zudem diskriminierend – jedoch leider auch gelebte Praxis.

Bewerbung Absage | Wie reagiere ich am besten auf eine Absage?

Viele Bewerber fassen eine Absage als persönliche Kränkung und Enttäuschung auf und reagieren sehr negativ darauf. Bleiben Sie besser positiv und nehmen Sie es nicht zu persönlich! Wenn Sie eine Absage für eine Bewerbung erhalten, betrifft es in erster Linie die Sache, um die es geht. Also die Position, das Anforderungsprofil sowie die gesuchte Qualifikation. Es geht also nicht um Sie als Person.

Tipp: Wenn Sie eine Absage erhalten, fragen Sie sich, ob Sie daraus für die nächsten Bewerbungen etwas lernen und verbessern können.

Tipp: Passen Sie den Lebenslauf, den Lebenslauf Inhalt und das Bewerbungsschreiben an die jeweilige Bewerbung gezielt an. Nehmen Sie sich (mehr) Zeit für das Bewerben, überlegen Sie genau, was man über Sie erfahren soll und welche Erfahrungen und Qualifikationen Sie für die nächste Bewerbung besonders betonen wollen.

Tipp: Lassen Sie sich von einem Karriere Coach, Personalberater oder von Freunden/Kollegen unterstützen und beraten, wie Sie Ihre Bewerbung künftig optimal gestalten.

Tipp: Bewerben Sie sich in Zukunft nur um Positionen, in denen Sie sich und Ihre Qualifikationen weitgehend wiedererkennen! Gestehen Sie sich ein, dass nicht jede Position zu Ihnen passt, die vielleicht interessant klingt.

Tipp: Bewerben Sie sich am besten sofort nach Veröffentlichung einer neuen Position, warten Sie nicht zu lange mit Ihrer Bewerbung.

Bewerbungsabsage | Antworten, telefonieren oder nachfragen?

Die meisten Absagen aufgrund einer Bewerbung sind standardisierte Antwortmails, die automatisch von Datenbanken oder allgemein von office/karriere Mail-Adressen versendet werden.

Tipp: Antworten oder telefonieren Sie nach einer schriftlichen Bewerbungsabsage nur dann mit dem Unternehmen oder dem Personalberater, wenn vorab bereits ein persönlicher Kontakt stattgefunden hat. Andernfalls können Sie – leider – meist kein hilfreiches Feedback erwarten.

Tipp: Nachfragen, warum Sie eine Absage erhalten haben, bleiben leider oft unbeantwortet. Daher richten Sie Ihre Energie lieber gleich auf neue, künftige Bewerbungen!

Absage Bewerbung | Bewerbungsunterlagen in Evidenz?

Unternehmen und Personalberater bieten nach einer Absage oft an, Ihre Bewerbungsunterlagen für künftige Positionen in Evidenz zu nehmen.

Tipp: Stimmen Sie einer Evidenzhaltung der Bewerbungsunterlagen zu. Erwarten Sie sich aber nicht zu viel davon. Bewerben Sie sich bei neuen Jobangeboten trotzdem aktiv und erneut. Jede neue Position ist ein neues Recruiting Projekt und wird auch von unterschiedlichen Personen/Bereichen betreut. Viele Unternehmen greifen zudem bei neuen Jobangeboten nicht auf die Bewerberevidenz zurück sondern schalten neue Job-Inserate.

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Ein Kommentar

  1. Norbert Fasolt am

    Sehr interessant, vielen Dank! Ein Karrierecoaching für Akademiker/innen gibt es übrigens auch beim AMS Wien (für vorgemerkte Personen) – man muss jedoch anscheinend danach fragen. Ich war dort sehr zufrieden (hatte aber nur zwei Termine, weil ich anscheinend eh alles ziemlich richtig mache).

    MfG Norbert Fasolt

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