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HRweb vor Ort | Corporate Culture Jam 2021: Österreicher sind keine Wikinger in Strapsen.

“People will forget what you said, people will forget what you did, but they will never forget how you made them feel…” Mit diesem Zitat von Maya Angelou startet der Corporate Culture Jam 2021 im Gabrium und schafft Landeplätze für Glücksmomente:  gleich hier vor Ort für die Jam-Community und zum Mitnehmen für die Kulturentwicklung in der eigenen Organisation.

Zwei Tage per Du, mit leichter Hand, Fröhlichkeit und Tiefe schaffen für die Teilnehmenden WOW-Momente der Verbindung und Inspiration.

 

Event-Eckdaten:

 

 

Das Glück spricht schwedisch

Maike van den Boom (Foto rechts: Karin Krobath und Maike van den Boom) im roten Kleid mit rosa Turnschuhen erzählt uns von der Kraft der skandinavischen High-Trust-Länder und Wikingern in Strapsen. Wie die jungen Menschen ohne Zeugnisdruck dazu motiviert werden, einzigartig zu sein, kritisch zu hinterfragen und den anderen glänzen zu lassen damit alle gemeinsam stark und erfolgreich sein können. Jeder trägt etwas Wichtiges bei, Ideen kommen überall her –  und deshalb wird auch jeder gehört.

Vertrauen zueinander ist das nordische Gold, erzählt die Glücksforscherin, die in Deutschland aufgewachsen ist und jetzt tatsächlich die Deutschen glücklicher machen will. Die skandinavischen Unternehmen funktionieren ähnlich wie die Schulen: voller „Warums“, Mut (erst machen, dann entschuldigen), hohe Kooperationsbereitschaft, große persönliche Offenheit (sich verletzlich zeigen, erzählen, was man nicht kann). Gleichzeitig zeichnet die skandinavischen Länder eine hohe Femininität als Kulturdimension (nach Hofstede) aus – die rosa Strapse für den Wikinger – während Österreich, Deutschland neben USA, Japan und Italien sich durch den Gegenpol Maskulinität charakterisieren. „Weichspülersprache“ nennt das Maike van den Boom: Mitgefühl, Toleranz und soziale Ausrichtung stehen ganz vorne bei den Werten. Maskuline Kulturen hingegen sind durch hohe Wettbewerbsorientierung gekennzeichnet: nur der Beste zählt – und Status ist wichtig.

Keine Bullshit-Bingo Liste

Klartext und persönliche Learnings – und bitte kein Phrasendreschen! In den Jam Sessions, wo wir in unseren „Nestern“ zu acht reflektieren, gelangen wir fließend zum weiteren Schwerpunkt dieses Kongresses: New Work – die Schaffung von neuen Arbeitsräumen und neuer Zusammenarbeit.

Gefühlt jedes zweite Unternehmen hier baut gerade an neuen Büros und viele stolpern über Status- und Kooperationsthemen beim Open Space: Führungskräfte, die trotzdem ein eigenes Büro wollen. Diskussionen über die richtige Etage für den Vorstand etc. Da wir Österreicher eine ganz andere Sozialisierung haben und uns das Wir nicht so sehr in die Wiege gelegt ist, wundert uns das nach Maikes Keynote jetzt schon weniger. Und: schafft mehr Verständnis und Geduld für den Weg in agile und kooperative Arbeitsformen.

M.O.O.CON stellt dazu aktuelle Kundenprojekte mit AT&S und Egger vor und zeigt warum es Lagerfeuer, Höhlen und Wasserlöcher braucht.

Wow-Momente schaffen – geplant und ungeplant

Praxisbeispiele für Wow-Momente in der Employee Experience teilen mit uns Christian Moser (Niceshops), Sabrina Dick (SAP) und Lilian Teuffenbach (Magenta). Einige emotionale Highlights von Magenta während der Corona-Krise sind Goodie Bags, die während des Lockdowns als Dankeschön nach Hause geliefert werden, virtuelle Weihnachtsfeier mit Lebkuchenchallenge, online Family Day mit individuell entwickeltem Kasperltheater (gehostet vom CEO als „Schuldirektor“ und dem „CFO“ als Mathelehrer), Führungskräfte-Austauschrunden und verstärkte Ferienbetreuung für Kinder.

Dass dabei die im Employer Branding Prozess definierten Werte für jeden Kontaktpunkt und jede Maßnahme als Ausgangspunkt sein dürfen und sollen zeigen Karin Krobath und Kolleginnen von Identifire. Mit unserer inneren Haltung und Entspanntheit schaffen HR und Führungskräfte zusätzlich ungeplante Landeplätze für Wow-Momente in der Organisation. Denn ganz persönliche Wows sind oft Momente, wo jemand zuhört, wertschätzt und für jemanden da ist – da braucht es keine große Inszenierung, aber eine innere Bereitschaft für echte Begegnung.

Glaub an dich! Wir tun es auch.

Und am Ende landen wir beim Sinn, dem Purpose, der uns damit zum Anfang führt. Nämlich zum Anfang des Unternehmens – der Gründung. Warum gibt es uns? Was treibt uns an? Barbara Blaha (Leiterin des Momentum Instituts) zeigt in ihrer Keynote, dass das Warum immer vor dem Was kommt. Und dass es am Ende aber auch auf Disziplin und Durchhaltevermögen hinausläuft. In ihrem spendenbasierten Verein, der eine kritischere Berichterstattung zur Wirtschaftspolitik sicherstellt, sind die Mitarbeitenden gleichzeitig auch (in kleinem Rahmen) Spendengeber: Sie zahlen in ihre gemeinsame Vision ein.

Mario Stadler (ERSTE Bank), teilt die #glaubandich-Kampagne mit uns, die – aufwändig gemacht – an die Wurzeln der Gründung vor 200 Jahren zurückreist, die allen Menschen Zugang zu einer besseren Zukunft geben wollte. Bewegende TV-Spots und Videos für und mit den Mitarbeitenden berühren emotional und machen einen relevanten Unterschied in einem Markt, wo das Produkt selbst nicht mehr differenziert. Die Wachstumsraten geben der ERSTE Bank recht. Und auch Ronald Fink (Gründer von Niceshops, die ein fulminantes Wachstum hinlegen) sagt über seine Initiativen für mehr Vertrauen und Freude im Unternehmen: „Das macht ja auch Sinn. Jeder Cent, den wir investieren kommt mehrfach zurück! Mehrfach!“ (z.B. Null Fluktuation und Wartelisten für neue Jobs in der Logistik).

Mein Fazit zum Corporate Culture Jam 2021

Ganz viele Inspirationen nehme ich mit vom Corporate Culture Jam 2021 und ganz viel berührende und fröhliche Momente! Im Gabrium genieße ich das sehr gute vegetarische Essen, den alten Klostergarten, die Architektur voller Freiräume und Überraschungen aus aller Welt. Meine stärksten „moments that matter“ sind die persönlichen Begegnungen, das aufeinander neugierig sein, sich austauschen zum Jam und zum Leben, das gemeinsame Bewältigen der Jam-Challenges – und damit viel lachen! So wunderbare Resonanzerfahrungen – auch im sehr spannenden thematischen Workshop von der Beratergruppe Neuwaldegg – lassen uns wieder lebendig sein und aufgetankt eine Arschbombe ins Eiswasser machen, wie die Schweden. Heureka!

Danke an das Team von Succus! Wir sehen uns 2022 bei nächsten Corporate Culture Jam!

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