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Mensch & Organisation | Postpandemische Probleme und Lösungen

Der HR Inside Summit hat wieder ein spannedes Proramm aufgestellt. Bspw. Barida Monshi (Insititut für Vitalpsychologie) titelt seine Keynote „Back to the future! Postpandemische Probleme und Lösungen für Mensch und Organisation“.

Seien Sie gemeinsam mit mir ein wenig neugierig und lesen wir bereits jetzt was er dann – ausführlicher und mitreißender – auf der Bühne erzählen wird:

 

Interview-Partner: Barida Monshi, Instituts für Vitalpsychologie
Worin liegen die größten postpandemischen Probleme?

3 Ebenen sind zu beachten:

  1. Organisationale Ebene: Die Pandemie erforderte, dass der Fokus auf Wertschöpfung“ und Eigenverantwortung der Mitarbeitenden gelegt werden musste. Für organisationale „Beschäftigungsschauspiele“ war keine Zeit mehr. Diese erfrischende Klarheit fortzusetzen ist die zentrale Herausforderung. Dementsprechend wollen sehr viele Mitarbeitende weder zurück an den „alt-normalen“ Arbeitsplatz noch in den „alt-normalen“ Arbeitsmodus.
  2. Soziale Ebene: Hier liegt das größte Problem in der digital ent-bundenen Teamkultur. Teams werden nicht durch moralische Appelle nach dem Motto „Teamarbeit ist doch so wichtig!“ geformt. Führungskräfte sind gefordert besser darin zu werden, zu erkennen, wann echte Teamzusammenarbeit an einem Ort gefordert ist. Dazu kommt, dass die Spaltung der Gesellschaft Einfluss auf die Sozialbeziehungen in allen Kontexten hat.
  3. Persönliche Ebene: Jede Krise konfrontiert Menschen mit Sinnfragen. Unternehmen begannen im Sog des „Purpose-Trends“ zu erkennen, dass Sinnerleben eine der zentralen Motivationsquellen der Menschen ist. Aber die persönlichen Sinnfragen können nicht von einem Unternehmen beantwortet werden. So stehen die persönlichen Sinnquellen mehr denn je in einem Spannungsfeld zum unternehmerischen Zweck.
Wo & wie finden wir die Lösungen?

Für jede Ebene können Lösungen auf der jeweiligen Ebene gefunden werden.

  1. Organisationale Ebene: Für die Lösung braucht es Fokus auf die Erhöhung der Wirksamkeit der Mitarbeitenden und damit Fokus auf die tiefere Bedeutung von Organisation und Organisationsentwicklung. Das Wort Organisation leitet sich aus dem griechischen Wort „organon“ ab, das so viel wie „Werkzeug“ bedeutet. Die Organisation als Werkzeug muss die Wertschöpfung der Mitarbeitenden erleichtern. In Realität „verhindert“ die Organisation an manchen Stellen eher die Wertschöpfung und Wirksamkeit. Zum Beispiel, wenn intern aufgestellte Regeln eingehalten werden müssen, damit Systeme oder Stakeholder befriedet werden. Der daraus entstehende Verlust von Wirksamkeit der arbeitenden Menschen führt zu Frustration, erlebter Geringschätzung und Sinnverlust. Die Motivation zur Wirksamkeit ist postpandemisch erhöht, weil sie verstärkte Wirksamkeitsfokussierung erlebt haben. Die Mitarbeitenden wollen weniger als je zuvor beschäftigt werden, sie wollen Wert schöpfen, ob zu Hause, im Office oder beim Kunden. Wie kann die Organisation das ideale Werkzeug für die Mitarbeitenden sein? In der Antwort auf diese Frage finden Sie postpandemische Lösungen.
  2. Auf sozialer Ebene: Teamzusammenhalt entsteht nicht durch moralische Appelle. Teamzusammenhalt entsteht durch gemeinsam zu lösende Probleme. Um es in einem Bild zu beschreiben: Die Seilschaft wird durch einen zu bewältigenden Berg zusammengeführt und zusammengehalten. Ist der Berg alleine lösbar, braucht es keinen Zusammenhalt mit anderen. Erst wenn die Aufgabenstellung Teamarbeit erfordert, steigt die erlebte Teamwirksamkeit in der Problemlösung. Die Wichtigkeit von Team-Zusammenarbeit, ob diese online oder face-to-face stattfinden soll wird von der zu lösenden Aufgabe bestimmt. Zur Unterscheidung, ob live oder online besser ist, ist folgende Unterscheidung empfehlenswert: Probleme die mit Wissen und daher arbeitsteilig gelöst werden können, sind online eher bewältigbar. Sobald aber Wissen nicht ausreicht, sondern Ideenreichtum gefordert ist, desto wichtiger ist die soziale Zusammenkunft in einem Raum. Weil Kreativität oftmals gerade in nicht vordergründig produktiven Zwischenräumen entsteht und durch positiv emotionalisierte Zusammenkünfte gefördert wird.
  3. Auf individueller Ebene sind die Menschen gefordert, auf die Fragen, die das postpandemische Leben aufgeworfen hat, Antworten zu finden und diese selbst zu verantworten. Für die Unternehmensführung ist es ratsam sich für die persönlichen Sinnkrisen und Sinnerfüllungen von Mitarbeitenden zu interessieren. Abzuraten ist die weit verbreitete Idee den Mitarbeitenden einen Purpose geben zu wollen.
Wer ist dafür zuständig, in den Unternehmen Lösungen zu initiieren & umzusetzen?

Organisationsentwicklung: Geschäftsführung, HR/OE gemeinsam mit Führungskräften und Mitarbeitenden.

Team: Führungskräfte und Teams.

Individuell: jeder selbst

Was erwartet uns bei Ihrem Auftritt beim HR Inside Summit?

Denkwerkzeuge für mehr Tiefenverständnis und Weitblick für die Organisations-, Führungs-, Team-, Personal und Selbstentwicklung. Uiui – da bin ich jetzt selbst neugierig, ob ich dieses Versprechen einhalten werde können.


Interview-Partner

Dr. Bardia Monshi, Co-CEO des Instituts für Vitalpsychologie, Gründer von eleMental-app.com, Arbeits- und Organisationspsychologe, Autor, Speaker, Berater und Coach von internationalen SpitzenkönnerInnen aus Wirtschaft, Sport und Kunst. www.ivip.at


HR Inside Summit

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