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Global Mobility Trends 2022 | Digital Nomads & Entsende-Praktiken

Digital Nomads

Welche Global Mobility Trends lassen sich nach der Pandemie für die Entsendung von Mitarbeitenden und deren Angehörige erkennen und wie gehen Unternehmen mit den Digital Nomads um? Es zeichnen sich zentrale Themen ab und Unternehmen tun gut daran, diese in ihre Planung miteinzubeziehen.

INHALT

Die Pandemie brachte viel Unruhe und Instabilität in die Landschaft der Global Mobility. Zahlreiche Auslandsaufenthalte wurden unterbrochen und verschoben. Häufig wurde im Rahmen einer digitalen Entsendung als digital Nomad begonnen zu arbeiten, bis eine tatsächliche Entsendung möglich war, wobei dann vielfach im Homeoffice vor Ort gearbeitet werden musste.

Neue Global Mobility Trends

Für Unternehmen kamen einige Themen dazu, die die Pandemie mit sich brachte:

  • Covid Impf-Vorschreibungen: Familien hatten Anspruch auf einen Aufenthalt in der Heimat, um sich impfen zu lassen – sofern der erwünschte Impfstoff im Zielland nicht zur Verfügung stand
  • Verstärkte Angebote für Entsandte und deren Angehörige in Bezug auf psychische Unterstützung angesichts der belastenden Situation durch Covid und alle Begleiterscheinungen
  • Vermehrte Angebote für interkulturelle Trainings und Sprachkurse als Unterstützung
  • Neuorientierung bei der Wohnungs- und Haussuche, da vielfach durch die Notwendigkeit von Homeoffice mehr Platz benötigt wurde
  • Vermehrte Unterstützung bei Visa und Aufenthaltsstatus

Achtung: „andere Länder, andere Sitten“ birgt seine Tücken

Ein weiteres Thema, das in der Studie Global Mobility Trends and Innovations 2022 von Crown Worldwide hervorgehoben wird, ist Global Diversity, Equity and Inclusion. Mehr und mehr sind Unternehmen heute aufgefordert, Maßnahmen anzubieten, damit Diversität und Inklusion sowie Gleichbehandlung aller Mitarbeitenden möglich sind. Immerhin ist in 69 Ländern Homosexualität immer noch bei Strafe verboten. Das bedeutet, dass

  • Inklusion im Unternehmen verstärkt angestrebt werden soll
  • Es für die Mitarbeitenden flexible Möglichkeiten geben sollte, damit deren unterschiedliche Lebensstile berücksichtigt werden können
  • Manager in die Pflicht genommen werden sollten, für die Diversifizierung von Global Mobility zu sorgen – was natürlich verstärkte Weiterbildung im Bereich Diversity Management für Manager und Führungskräfte erfordert
  • Dual Career Couples bei den aktuellen Global Mobility Trends die Gewinnerinnen sind, denn für mitausreisenden Partner ist es heute leichter, auf remote Basis die eigene Karriere fortzuführen

Nachhaltigkeit als wichtiges Element

Vor allem für die Generation Y und Z ist Nachhaltigkeit ein zentrales und wichtiges Thema. In Zusammenhang mit Global Mobility bedeutet es, bestimmte Themen miteinzubeziehen:

  • Nachhaltige und umweltfreundliche Maßnahmen bei Transport, Reisemöglichkeiten, Fortbewegung im Zielland
  • Recyclebares Material bei Verpackungen beim Umzug
  • Hohe Diversität beim Essens-, Kaffee- und Teeangebot in der Kantine oder Kaffeeküche
  • Verstärktes Angebot von virtuellen Trainings oder Meetings, um Reisen zu reduzieren und damit die CO2 Belastung zu verringern.
  • Sichtbare Nachhaltigkeit im Unternehmen erhöht das Gefühl der Sinnhaftigkeit, dort zu arbeiten – ein Thema, das dieser Generation besonders am Herzen liegt

Digital Nomads als Boom

Ein weiteres Phänomen, das heute im Zuge der Global Mobility verstärkt auftritt, sind die so genannten Digital Nomads – meistens jüngere Menschen, die in einem selbst gewählten Zielland leben und remote arbeiten. Der Wunsch, nach eigenen Vorstellungen zu leben – und dazu gehört auch die Wahl des Ortes – , ist bei zahlreichen jungen Menschen mit guter oder sehr gefragter Ausbildung groß. Die heute verstärkte Suche von Unternehmen nach Experten und Fachkräften kommt diesem Trend entgegen.

Digital Nomads sind eine Art selbst initiierte virtuelle Expatriates im Rahmen von Global Mobility. Sie nutzen die neuesten technologischen Kommunikationsmöglichkeiten optimal aus und benötigen für Ihren Job nur ein stabiles Wifi und einen Laptop, um von einem beliebigen Ort der Welt aus zu arbeiten. Nach einer Umfrage der statista.com vom März 2022 beträgt das Jahreseinkommen von Digital Nomads zwischen 50.000 und 250.000 $. Weltweit steigt die Zahl dieser Gruppe, sicher geschuldet der digitalen und kommunikationstechnologischen Möglichkeiten, die heute vorhanden sind.

Länder, die sich konkret auf Digital Nomads vorbereiten

Einige Länder haben bereits auf diesen Trend reagiert und bieten gute Konditionen für Digital Nomads an. Mexiko zum Beispiel bietet eine Aufenthaltsgenehmigung für vier Jahre für Menschen, die dort leben und arbeiten möchten. Eine Reihe anderer Länder wie Estland, Dubai oder Barbados bieten für remote Arbeitende ein Jahr Aufenthaltsgenehmigung. Es existieren auch Rankings für die geeignetsten Orte für Digital Nomads. Chiang Mai in Thailand z.B. rangiert in einem Ranking an erster Stelle.

Ein Weg aus dem Fachkräfte-Mangel

Es ergeben sich im Zuge der Digitalisierung und Kommunikationstechnologien immer mehr Möglichkeiten, im Rahmen von Global Mobility so zu leben und zu arbeiten, wie man möchte. Der Wunsch nach maßgeschneiderten Packages, um die angestrebte Work-Life-Balance zu ermöglichen, ist demnach groß. Unternehmen, die für Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit, aber auch für Flexibilität und Bedürfnis-Orientierung der Mitarbeitenden stehen, sind mehr und mehr für jüngere Arbeitnehmer attraktiv. Unternehmen tun gut daran, sich an diesen Bedürfnissen von jungen Arbeitskräften zu orientieren. Dieses Entgegenkommen im Bereich Global Mobility ist eine gute Möglichkeit, dem häufigen Fachkräftemangel entgegenzutreten und als Unternehmen für gesuchte Talente attraktiv zu sein, vor allem in spezifischen Bereichen, die schwer zu besetzen sind.

Dr. Karin Schreiner, MA | Teil unseres fixen Autoren-Teams

Dr. Karin Schreiner ist interkulturelle Trainerin und Coach für interkulturelles Management. Sie ist Ihre Ansprechpartnerin für kulturspezifische Trainings zu Indien, China, Japan, Süd-Korea.

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