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Expatriate Management | Der Nutzen von entsendeten Mitarbeitenden

international onboarding

Seit einigen Monaten ist wieder reger Betrieb bei Auslands-Entsendungen. Es herrscht Nachholbedarf, dementsprechend auch bei Vorbereitungstrainings für den Auslandseinsatz. Weshalb es nicht ohne Entsendungen geht und wie eine optimale Vorbereitung für eine Auslandsentsendung gestaltet sein soll, hängt von mehreren Faktoren ab: Berufsumfeld, Destination, Länge der Entsendung.

INHALT

Expatriate Management

Expatriation in den letzten Monaten (Jahren)

Durch die Pandemie wurden berufliche Auslandsentsendungen sehr eingeschränkt bis gestoppt. Wo es möglich war, wurde aus der Entfernung gearbeitet – im Rahmen einer sogenannten virtuellen Entsendung. Bei Produktionsstätten ging das natürlich nicht und dies wirkte sich häufig negativ auf Produktion und Effektivität am Standort aus. Seit einiger Zeit ist zu bemerken, dass es wieder häufiger zu Auslandsentsendungen kommt.

Eine kürzlich gemachte Erfahrung bei einem großen österreichischen Industriebetrieb zeigte, dass ein reges Interesse an Auslandserfahrungen bei der Belegschaft besteht. Bei diesem Betrieb sind in der Produktion auch kürzere Einsätze von einigen Wochen geplant. Langfristige Entsendungen wurden schon vor einigen Jahren eingestellt.

Worin liegt der Nutzen?

Welche Funktion haben so genannte Expatriates? Ist ihre Präsenz tatsächlich nötig? Wodurch haben Unternehmen einen Mehrwert, wenn sie Personal entsenden?

Allen voran geht es um Vermittlung von Know How auf mehreren Ebenen: Managementaufgaben, Qualitätssicherung in der Produktion, Wissenstransfer, Schulung lokaler Mitarbeitender, Erschließung neuer Märkte.

Eine Person, die vor Ort eingesetzt wird, kann die Unternehmensziele angesichts der Kenntnis örtlicher Gegebenheiten und das Einschätzen der lokalen Belegschaft entsprechend kultursensibel vermitteln und umsetzen. Kultursensible Vermittlung bedeutet zu lernen, wie mit den lokalen Mitarbeitenden kommuniziert werden muss und wie sie eingeschult werden soll, damit der Wissenstransfer erfolgen kann. Kulturell unterschiedliche Auffassungen von Hierarchie, Kommunikation und Interaktionsweisen, aber vor allem bezüglich der Erwartungen an die Führungskraft müssen berücksichtig werden. Das heißt interkulturelle Kompetenz ist nötig, um als Expatriate die vorgegebenen Ziele zu erreichen.

Expat-Alltag

Ein Auslandseinsatz erfordert sehr hohes Engagement der Betroffenen. Denn bei einer Auslandsentsendung lassen sich Privat- und Berufsleben nicht klar voneinander trennen. Häufig sind die Arbeitszeiten wesentlich länger als im Inland. Arbeitseinsätze am Wochenende keine Seltenheit. Der Verantwortungsbereich ist häufig größer und zusätzlich sind die Gegebenheiten vor Ort ganz anders als man sich das vorgestellt hat.

Tipps: vor der Entsendung denken an …

Folgende Punkte sind für Expatriates vor Entsendungen überlegenswert:

  • Formulierung klarer und realistischer Ziele
  • Was kann in einem bestimmten Zeitraum erreicht werden?
  • Was ist in diesem konkreten Umfeld mit dieser Belegschaft umsetzbar?
  • Wie muss ich meine Belegschaft einschulen, damit Wissenstransfer erfolgen kann?
  • Wie muss ich kommunizieren und interagieren, damit ich mit meinem Team vor Ort meine Ziele erreichen kann?
  • Welche Mitarbeitenden haben das Potenzial, besonders gefördert zu werden, um später Führungsaufgaben zu übernehmen?

Um diese Fragen beantworten zu können, ist ein Austausch unter den Expatriates besonders wichtig. Leider findet der Wissenstransfer unter den Expatriates häufig kaum statt.

Immer noch wird die Bedeutung von guter Vorbereitung für eine Auslandsentsendung unterschätzt. Auch kurze Entsendungen, vor allem in Gebiete mit großer Kulturdistanz, sollten gut vorbereitet werden: Aufbau von Kultur- und Länderwissen, Kenntnisse über den Umgang mit Kollegen vor Ort, Kenntnis über Kulturschock und Rückkehr-Schock.

Folgende Aspekte sind für Unternehmen bei einer Auslandsentsendung zu beachten:

  • Planung der Entsendung: auch kürzere Entsendungen sollten geplant und Teil eines umfassenden Expatriate-Managements sein: eine bestehende Struktur erleichtert die Abläufe und gibt den künftigen Expatriates die Sicherheit zu wissen, an wen sie sich im Unternehmen wenden können, wenn sie im Ausland sind
  • Mögliche Karriereschritte durch den Auslandseinsatz transparent machen: intrinsische durch extrinsische Motivationen ergänzen
  • Vorbereitungsmaßnahmen: interkulturelle Trainings, Kenntnisse über den kulturellen Anpassungsprozess (ans Zielland und danach ans Heimatland), Diversity Trainings
  • Mentoren- oder Buddy-System im Unternehmen: erfahrene Expatriates geben informell wichtige Tipps weiter und sind Ansprechpersonen für praktische und organisatorische Fragen
  • Einrichtung einer Plattform für den Austausch von Entsendeten: Checklisten, Foren, Blogs, um Tipps und Erfahrungen zu teilen und um den Wissenstranfer zu ermöglichen und sicherzustellen
  • Sprachtrainings: Englisch und, falls erwünscht, auch für die Lokalsprache

Dr. Karin Schreiner, MA

Dr. Karin Schreiner ist interkulturelle Trainerin und Coach für interkulturelles Management. Sie ist Ihre Ansprechpartnerin für kulturspezifische Trainings zu Indien, China, Japan, Süd-Korea.

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