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Vergleich: junge Mitarbeiter und Lehrlinge von heute mit jenen von vor 10 Jahren

Personalentwicklung

Die Generation Z ist … Bleiben wir fern vom Schubladen-Denken und sehen wir uns an: wie geht es jenen, die gerade ins Berufsleben einstiegen – den ganz jungen? Jenen, die gerade eine Lehre absolvieren. Ich lade Experten und Expertinnen zum Interview, die tagtäglich mit Lehrlingen und deren Weiterbildung und Entwicklung zu tun haben.

INTERVIEW

Fachkräftemangel, Personalentwicklung

Links der HR-Branche Personal-Entwicklung | Lehrlinge & Lehrlingsausbilder

Was zeichnet Lehrlinge und junge Mitarbeiter (max 2 Jahre nach Schul-Abschluss) heute besonders aus?

Mag. Peter Wiltsche (il Aus- und Weiterbildung GmbH):

Wenn wir Lehrlinge und junge Mitarbeitende von heute mit jenen von vor 10 Jahren vergleichen, so wird deutlich, dass nicht mehr Prestige und Karriere im Vordergrund stehen, sondern Selbstverwirklichung, Entfaltung und Sinnfindung.

Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Generation weniger Wert auf Unabhängigkeit oder Sicherheit legt. Das mag widersprüchlich klingen, doch ist es nicht. Durch die Covid-Pandemie haben junge Menschen gelernt, einerseits maximale Flexibilität an den Tag zu legen und gleichzeitig Stabilität zu schätzen.

Für Lehrbetriebe heißt das also, dass junge Mitarbeitende sich aufgrund der volatilen Zustände im Job stabile Strukturen wünschen, in denen sie jedoch viel Freiraum für Eigenständigkeit und Verwirklichung haben. Das wird zum Beispiel möglich, indem Sie als Arbeitgeber bereits Ihren Nachwuchskräften viele Möglichkeiten zur Weiterbildung und persönlichen Entwicklung schaffen.

Wundern Sie sich außerdem nicht, wenn ihre Lehrlinge und Jobeinsteiger das „Wir sind hier eine Familie“-Mindset ihrer älteren Belegschaft nicht teilen. Was vor zehn Jahren noch die „Work-Life-Balance“ war, ist heute fast schon die „Work-Life-Trennung“. Die Generation Z ist ambitioniert und arbeitet smart, sowie wirtschaftlich – wer das anzweifelt, sollte sich ansehen, wie auf TikTok unter dem #richtok Teenager Erfahrungswerte zur Vermögensanlage austauschen. Doch dabei grenzen sie Arbeit von Privatleben sehr klar ab, nicht zuletzt aufgrund ihres höheren Bewusstseins für mentale Gesundheit und Burnout-Prävention.

Mag. (FH) Catrin Mayerhofer-Trajkovski, MA:

Es kommt ganz darauf an, wie man führt. Junge Leute allgemein und auch Lehrlinge wollen mittlerweile viel mehr Freizeit haben und die Arbeit ist bei weitem nicht alles in ihrem Leben. Ich sehe trotzdem viel Potential in der jungen Generation. Der Schlüssel ist, egal ob jung oder alt, die richtige Tätigkeit für die jeweilige Person zu finden, in der auch ihre Fähigkeiten liegen.

Mario Derntl, BA MBA (zukunft.lehre.österreich):

Sie sind als junge Menschen der Generation Z als erste Generation in einer Welt des Digitalen aufgewachsen. Ihre Stärken liegen daher ganz besonders im Umgang mit modernen Technologien sowie mit Social Media. Außerdem gelten schnelles Reaktionsvermögen, eine hohe Innovationsbereitschaft sowie die Fähigkeit, vernetzt zu denken, als besondere Merkmale dieser Generation. Karriere und ein hohes Gehalt sind den jungen Menschen heutzutage oftmals weniger wichtig, vielmehr wünschen sie sich Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung, Weiterentwicklung und einen Beruf mit „Sinn“; Nachhaltigkeit und soziales Engagement sind ihnen wichtig. Im Arbeitsalltag wünschen sie sich regelmäßiges Feedback, ein gutes Arbeitsklima und dass man sich Zeit für sie nimmt (Ausbildner werden vielmehr als „Coaches“ gesehen.) So brauchen die jungen Menschen heute vielleicht mehr Aufmerksamkeit, sie können jedoch auch viel zurückgeben.

Robert Frasch (Lehrlingspower.at):

Lehrlinge von heute verfügen über Netzwerke, die oft weit über das direkte Lebensumfeld hinausgehen.  Damit hat sich auch die Lösungskompetenz in vielen Fällen deutlich verbessert und jedenfalls verändert. Denn junge Mitarbeiterinnen können auf ihre – oft internationalen – Netzwerke zurückgreifen, wenn sie Antworten suchen.

Die so oft beschworene „Digitalaffinität“ ist allerdings sehr differenziert zu betrachten. Jugendliche wissen natürlich gut Bescheid über Social Media & Co. Allerdings besteht bei uns Erwachsenen oft das Missverständnis, das damit auch IT Skills einhergehen. Das ist aber bei den wenigsten so ausgeprägt, dass es für die Wirtschaft ausreicht. Selbsterklärende iPhones und Macs erfordern keine Programmierkenntnisse.

Fachkräftemangel, Personalentwicklung
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Die Interview-Partner

Mag. (FH) Catrin Mayerhofer-Trajkovski, MA

Catrin Mayerhofer-Trajkovski

Mag. Peter Wiltsche

  • Business Development, Training und Coaching 
  • il Aus- und Weiterbildung GmbH – lehrlingstraining.at
  • www.lehrlingstraining.at
Peter Wiltsche, il Lehrlingsausbildung

Robert Frasch

Robert Frasch, Lehrlingspower

Mario Derntl, BA MBA

Mario Derntl, Zukunft Lehre

Mag. Eva Selan, MSc | HR-Redakteurin aus Leidenschaft

Theoretischer Background: MSc in HRM & OE. Praktischer Background: HR in internationalen Konzernen und KMUs in Österreich und den USA.
Nach der Tätigkeit beim Print-Medium Magazin TRAiNiNG als Chefredakteurin, wechselte komplett in die Online-Welt und gründete Ende 2010 das HRweb.

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