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Studie belegt: Höhere Wertschöpfung durch Diversity-Inklusion in Unternehmen

Studie: Diversity & Inklusion

Eine Forschungs-Studie zeigt eine deutlich höhere Wertschöpfung durch nachhaltige Diversity-Inklusion in Unternehmen, wobei klare Verbesserungs-Möglichkeiten herausstechen.

Gast-Autorin: Jennifer Gerstl (GoodHabitz)

INHALT

Mal ganz abgesehen von den dauernd wechselnden Krisen, in denen wir heute leben, die wir irgendwie mit bewältigen müssen und die die Welt stark unterteilen, hat sich in der Wahrnehmung von bestimmten sozialen Aspekten und im Zusammenhalt im vergangenen Jahrzehnt viel getan. Eines der Zeichen, die dafür sprechen, ist der weit offenere Umgang mit Menschen jeglichen sozialen Milieus, mit Menschen jeglicher Herkunft und mit Menschen mit körperlichen Besonderheiten oder Einschränkungen.

Und doch: Zuweilen kommt das Gefühl auf, dass es sich bei Inklusion – sei es in der Wirtschaft, bei Organisationen oder in der Verwaltung – doch nur um Lippenbekenntnisse handelt – ähnlich wie bei der vielzitierten Gleichheit: der gleichen Bezahlung aller Geschlechter oder ihrer gleichen Wahrnehmung.

Doch genau Unternehmen und Organisationen haben die Kraft, gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen und so zu einer offenen, vielfältigen und integrativen Gesellschaft beizutragen. Mehr denn je sind Flexibilität und Vielseitigkeit der Schlüssel zum Erfolg für Unternehmen und deren Mitarbeitende. Ein kulturell vielfältiges Umfeld ist die beste Lösung, um diese Qualitäten zu erwerben. Noch bestehende traditionelle Annahmen müssen immer wieder aufs Neue in Frage gestellt, offene Gespräche geführt und die Unternehmens- und Organisationskultur aktualisiert werden, damit moderne Arbeitsplätze die Gesellschaft in Gänze widerspiegeln und die Mitarbeitenden wertschöpfende Innovationen und Verbesserungen entwickeln können. Denn eine ausgewogene Besetzung in Führungspositionen erzeugt eine höhere Profitabilität.

Das heißt nicht, dass Minderheiten anders denken, sondern ihre Anwesenheit zu einer verbesserten Entscheidung führt: denn Informationen werden in einem größeren Rahmen aus mehreren Perspektiven betrachtet.

Diversity-Inklusions-Studie

GoodHabitz hat kürzlich aktuelle Zahlen und Erhebungen in der eigenen, repräsentativen „Diversity-Inklusions-Studie” zusammen mit dem Forschungsinstitut Markteffect vorgestellt. Die international angelegte Studie beleuchtete die grundsätzlichen Fragestellungen, wie Mitarbeitende derzeit selbst an Inklusion und Vielfalt herangehen und welchen Stellenwert, welche Verantwortung und welche Maßnahmen bezüglich der Diversität und Inklusion in ihren Unternehmen ergriffen werden. Die Ergebnisse fielen auch für uns, als einer der großen Player in der digitalen Weiterbildungsbranche, überraschend ernüchternd aus.

Gleich ist nicht gleich gleich

Fangen wir beim Individuum an: Für Österreich weisen die Zahlen der „Diversity-Inklusions-Studie” 57 Prozent der Beschäftigten aus, die glauben, dass die Menschen in ihrem Unternehmen gleich behandelt werden. Gleichheit schließt jedoch auch die gleiche Bezahlung mit ein. Doch unsere Studie zeigt, dass 12 Prozent der Beschäftigten noch immer das Gefühl haben, dass sich das Geschlecht auf ihr Gehalt auswirkt. Der europäische Durchschnitt liegt hier bei 11 Prozent. In diesem Punkt liegt Österreich zurück, wenn auch nur knapp.

Eigener Einsatz noch ausbaufähig

Die Ergebnisse insgesamt zeigen, dass in puncto Diversität und Inklusion noch Potenzial nach oben ist, denn nicht weniger als 59 Prozent der österreichischen Mitarbeitenden sind der Meinung, dass ihr Unternehmen diesen Themen in Zukunft mehr Aufmerksamkeit schenken sollte. Auf die Frage nach ihrem eigenen Beitrag zur Förderung dessen innerhalb ihres Unternehmens gaben die Mitarbeitenden zu, dass sie sich nicht voll einsetzen. Die Mehrheit der Beschäftigten trägt nur in sehr geringem Maße (24 %) oder in geringem Maße (51 %) dazu bei, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich alle willkommen und wertgeschätzt fühlen.

Licht und Schatten

Die heutige Belegschaft ist trotzdem eine der vielfältigsten in der Geschichte. Und Unternehmen entdecken verstärkt, dass sie durch die Unterstützung und Förderung einer heterogenen und integrativen Arbeitswelt wertschöpfende Vorteile gewinnen, die über ein reines Image-Polishing in Zeiten der Woke-Culture hinausgehen. Laut der Studie finden es 57 Prozent der Österreicher und Österreicherinnen wichtig, in einem Unternehmen zu arbeiten, das hohen Wert auf Diversität und Inklusion legt. Mit dieser Einschätzung nimmt Österreich im Vergleich zu den anderen Ländern allerdings eine der hinteren Positionen ein. Das zeigt, dass hier der Wert von einem vielfältigen und integrativen Arbeitsumfeld noch nicht flächendeckend geschätzt wird.

54 Prozent der österreichischen Mitarbeitenden vertreten die Ansicht, dass ihr derzeitiges Unternehmen sich um mehr Diversität und Inklusion am Arbeitsplatz bemüht. Die meisten Mitarbeitenden in Österreich (61 %) sind der Meinung, dass kulturelle Unterschiede zwischen einzelnen Personen innerhalb ihres Unternehmens besprochen werden können. Dennoch fühlt sich jeder Zehnte nicht wohl, wenn er oder sie diese Unterschiede mit den Kolleginnen bespricht.

bemühen

Neben den kulturellen Unterschieden wurde auch auf den Umgang in Unternehmen bezüglich der sexuellen Orientierung und der Zugehörigkeit zur LGBTQIA+-Community (Lesbian, Gay, Bisexual, Transsexual/Transgender, Queer, Intersexual, Asexual und weitere) untersucht: 54 Prozent der Mitarbeitenden in Österreich haben das Gefühl, dass sie oder ihr Team in ihrem Arbeitsumfeld offen über ihre sexuelle Orientierung sprechen können. Dies bedeutet allerdings auch, dass über ein Drittel dieses Thema für sich noch immer lieber zurückhält. Eine Sensibilität der Thematik zeichnet sich dennoch ab, das zeigt die Entwicklung der „Charta der Vielfalt”, eine Initiative, die sich seit 2010 mit Vielfalt am Arbeitsplatz in Österreich beschäftigt. Mittlerweile haben 248 Unternehmer die Charta unterzeichnet.

Die richtigen Fähigkeiten zusammen sind der Schlüssel

Das Zusammenbringen von Menschen aus allen Lebensbereichen mit unterschiedlichen demografischen Merkmalen wie Kultur, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung und sozioökonomischem Hintergrund führt nachweislich nicht nur zu mehr Einfühlungsvermögen und Kreativität, sondern auch zu mehr Innovationen.

Es bedarf jedoch eines sorgfältigen und bewussten Ansatzes, um das Potenzial dieser unschätzbaren Ressource freizusetzen. Die Schaffung eines aufgeschlossenen, integrativen und vielfältigen Arbeitsumfelds beginnt für Unternehmen und Organisationen damit, dass Mitarbeitende in Soft Skills geschult werden. Die Untersuchung zeigt, dass eine effiziente Möglichkeit darin besteht, den Mitarbeitenden Zugang zu Online-Kursen zu bieten. In Österreich stimmen 45 Prozent der Beschäftigten der Aussage zu, dass Online-Kurse ihnen helfen, ihre Soft-Skills zu entwickeln. Diese Akzeptanz hat nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie noch einmal stark zugelegt.

Lösungen am Markt vorhanden

Die Investition in eine Online-Lernplattform mit einem Schulungs- und Kursangebot, das diese Themen-„Vielfalt“ passgenau abdeckt, kann somit ein entscheidender Vorteil sein. Es ist also keine Frage, ob Vielfalt in Unternehmen ein entscheidender Faktor ist, sondern wie dieser erfolgreich umgesetzt werden kann. Eingliederung und Vielfalt sind dabei keine einfachen Themen. Unternehmen können sich dem nicht mit einer geschlossenen Programmatik oder einer betriebswirtschaftlichen Zielvorgabe annehmen. Auch hier ist Flexibilität gefragt: einer nach innen gerichteten, um Support anzunehmen und eine nach außen, die in der Lage ist, maßgeschneiderte Lösungen zu implementieren.

Folge: Die Arbeitszufriedenheit steigt

Der Studie zufolge geben 53 Prozent der Mitarbeitenden in Österreich an, dass persönliche Entwicklungsmöglichkeiten für sie sehr wichtig sind, um eine angemessene Arbeitszufriedenheit zu erhalten. Diese Zufriedenheit ist gegeben, wenn in diversen Teams neue Lösungen gefunden werden und die Art der Kollaboration spürbar an Wert für den und die Einzelne gewinnt. Frei nach dem Motto „Gib einem Team aus sieben Top-BWLern eine Aufgabe und du erhältst eine Lösung wie aus dem Lehrbuch – gib einem diversen Siebener-Team aus gemischten Geschlechtern, unterschiedlichem Alter und diversen Backgrounds und Orientierungen eine Aufgabe und du erhältst eine nachhaltige, kundenorientierte und marktfähige Lösung.“

Neben diesen nachhaltigen und marktfähigen Lösungen steht nicht zuletzt auch die Frage „Und was bringt uns das alles noch?“ im Raum. Auch für die Zahlengetriebenen, die hinter all den Soft-Themen wieder den Effekt eindeutig ablesen wollen, ist gesorgt. Der ROI – Return on Investment – einer Online-Plattform fürs E-Learning ist neben der Akzeptanz bei den Mitarbeitenden längst mess- und damit erwiesenermaßen kostengünstiger als die klassischen Inhouse-Workshops oder der offene Seminarbereich.

Lernen 4.0

Je diverser die Teams und die Mitarbeitenden werden, desto vielfältiger werden auch die Lerntypen. Um alle Mitarbeitenden gleichermaßen abzuholen, empfiehlt es sich daher, Inhalte auf verschiedene Art und Weise aufzubereiten. Denn die reine Wissensaneignung und der Erwerb neuer Kompetenzen über klassische Lernangebote sind heutzutage nicht länger ausreichend. Sich als lernende Organisation zu verstehen, die ihrer vielfältigen Belegschaft Strukturen im Arbeitsalltag schafft, um kontinuierliches Lernen zu ermöglichen, bedeutet, sich auch selbst zu verändern.

Online-Kurse

Gast-Autorin

Jennifer Gerstl: als Coach bei GoodHabitz unterstützt sie ihre Kund:innen vor allem in Österreich dabei, die Mitarbeitenden zu motivieren, mit Online-Trainings dauerhaft und nachhaltig zu lernen. Sie bringt dafür langjährige Erfahrung in der internen und externen Unternehmenskommunikation aus unterschiedlichen Branchen mit.

Tipp: Webinar „Lernen 4.0“

Wie Lernen 4.0 für und in Unternehmen und Organisationen funktionieren kann, erklärt und zeigt GoodHabitz im Online Event:

  • Webinar: „Lernen 4.0: Wie sieht die Zukunft des Lernens aus?”
  • Datum: 6okt2022 um 14.30 Uhr
  • Vortragende & Inhalt: Oliver Hahn (Country Manager von GoodHabitz Deutschland), Verena Pausder (deutsche Unternehmerin, Autorin und Expertin für digitale Bildung), Jan Foelsing (L&D Experte) sowie weitere HR-Spezialisten von der HDI Group und Leapsome. Sie geben interessante Einblicke aus ihrer digitalen Arbeitswelt und beantworten live individuelle Fragen.
  • Infos & kostenfreie Anmeldung: www.goodhabitz.com/…/online-event-lernen-4-0…
Jennifer Gerstl, GoodHabitz

Gastautor | Beiträge von Personen außerhalb des fixen Autoren-Teams

Alle Schreiberlinge, die nicht zur Stamm-Autoren-Runde zählen, subsumieren wir unter "Gastautorin". Sie treten manchmal einmalig auf, häufig auch wiederholt.

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