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Die effektivsten Tools & Tipps für ein gesundes Home Office

11Apr2023
4 min
chronotypen

HR-Know-how aus der Praxis für die Praxis

Inhalt

Einfach einsetzbare Tools, die auf die Gesundheit (physisch oder mental) der Mitarbeitenden abzielen. Ich frage in meine Experten-Runde und gebe auch einen klitzekleinen Blick auf mein persönliches Home Office.

Experten-Interview

Corporate Health, Chronotypen

Links der HR-Branche Corporate Health

Tolle Gesundheits-Tools für den Einsatz im Office – im Unternehmen

Dr. Lisa Tomaschek-Habrina, MSc (E.S.B.A.):

  • Blinzeln: Bewusstes Achten auf regelmäßiges Blinzeln ist eine wichtige Maßnahmen gegen Office-Eye-Syndrom: Vor dem Computer erfolgt kein dynamisches Sehen mehr, natürliche Reflexe wie das Blinzeln, werden zusehends unterdrückt, der Tränenfilm auf dem Auge nicht mehr gut verteilt. Kommt dann noch trockene, warme Raumluft hinzu, macht das der Hornhaut des Auges zu schaffen.
  • Flüssigkeitszufuhr: kg x 3 : 100 = Liter/Tag die gesundheitsförderlich wären für Konzentration, allgemeine Verstoffwechselung und v.a. die Gehirn-Verstoffwechselung. Ungenügende Flüssigkeitszufuhr führt zu Dehydrationserscheinungen wie Konzentrationsschwächen und Vergesslichkeit.
  • Tiefenatmung um vegetatives Nervensystem zu calmieren, abzuschalten und zu fokussieren – das effektivste Selbstregulations-Tool

Mag. Dr. Birgitt Espernberger (ASZ): Diverse Apps (zB. Bewegungsapps, Pausenapps, Trinkapps etc.) als Erinnerung

Corinna Ladinig, MBA (CTC Academy):

  • Das einfachste und ständig negierte Tool sind Pausen – ein individuelles Pausenmanagement unterstützt beim physischen wie auch mentalen Energiehaushalt.
  • Aufstehen, dehnen, strecken, atmen, sich bewegen und das öfters am Tag.
  • Wichtig ist auch das Einhalten der Mittagspause – wieder bewegen und gesundes Essen in Ruhe eingenommen, ist ein wesentlicher Teil des eigenen Gesundheitsmanagements.
  • Täglich – ohne Ausnahme(n): Übungen für die Augen, weil wir so lange und ständig auf den Computer starren.

Matthias Welkens, MBA (IBG): Unsere digitale Welt ist voll mit Apps, Videos und Anleitungen – das ist gut so, aber sind diese oft an ein Handy, ein Notebook oder einen PC gebunden. So passiert es oft, dass wir aus unserem Rhythmus und unseren Gewohnheiten gar nicht herauskommen und wieder in einer ungünstigen Haltung ohne viel Bewegung vor unserem Hilfsmittel verharren und damit auch kaum etwas für unsere Gesundheit tun. Viel besser und effektiver sind hier ungebundene Tools.
In unseren Workshops / Webinaren bieten wir beispielswise gerne das Tool „3×5=15“ – dreimal am Tag fünf Minuten Bewegung sind 15 Minuten für unsere Gesundheit. Und so einfach die Rechnung ist, so einfach sollen auch die Übungen sein: in einem Kick-Off-Workshop einfach zu erlernen und anschließend selbst zusammenzustellen – je nach Bedürfnis sind die Übungen unterschiedlich: Dehnen, Bewegen und Kräftigen für Schulter, Nacken, Lendenwirbelsäule, Oberschenkel, Handgelenke, … Das Ziel soll nicht nur die gesundheitsfördernde Bewegung und die Haltungsänderung sein, sondern auch der Abstand zu Bildschirm und Handy. Denn auch die Erinnerung an die Übungen kann durch ein einfaches Post-It am Schreibtisch, der Pinwand oder an einem anderen markanten Punkt erfolgen.

Tools, die auch in Home Office perfekt funktionieren

Mag. Dr. Birgitt Espernberger (ASZ): Kommunikationstools, um den Austausch von Teams zu gewährleisten und zu ermöglichen wären hier hilfreich, um der sozialen Vereinsamung entgegenzuwirken. So könnte zB. eine gemeinsame Online-Kaffeepause einen Rahmen schaffen, in dem sich Mitarbeitende über berufliche und private Themen austauschen können. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Teilnehmenden variieren, um die Vernetzung im gesamten Team zu stärken.

Matthias Welkens, MBA (IBG): Das Tool „3×5=15“ lässt sich auch wunderbar im Homeoffice umsetzen, denn es ist unabhängig vom Arbeitsumfeld oder auch anderen Personen. Bei den meisten Übungen ist nur wenig Platz notwendig: ein Sessel, vielleicht einmal auch ein Theraband und eine Faszienrolle reichen vollkommen aus. Bewegung ist speziell im Homeoffice wichtig. Hier sind die ergonomischen Möglichkeiten oftmals eingeschränkter als im Büro und auch die Bewegung ist zumeist eingeschränkter – selbstverständliche Wege wie der Weg zum Drucker, in die Kantine oder auch der Arbeitsweg entfallen. Daher sind ein Haltungswechsel, die Änderung der Tätigkeit sowie zusätzliche Bewegung unerlässlich.  Das Tool „3×5=15“ kann zum selbstverständlichen Ausgleich und regelmäßigen Bewegungseinheiten beitragen – einfach in der Erinnerung und der Durchführung, erfolgreich im Ergebnis.

Corinna Ladinig, MBA (CTC Academy): Pausenmanagement (wie oben erwähnt) ist besonders wichtig. Kurze Bewegungseinheiten mit z.B. Yoga-Übungen, Pilates aber auch Entspannungsübungen und Powernaping helfen den Arbeitstag gut und gesund zu bewältigen. Meine Lieblingsübung: hinstellen und so tun, als ob man Äpfel pflückt – so bewegt man den ganzen Körper – 3-5 Min. 3x am Tag. Für die Augen: Palmieren – Handflächen aneinander reiben und dann die Hände auf die Augen legen, Augen dabei schließen, tief ein- und ausatmen – 2-3 Min. – mehrmals täglich.

Home Office bei HRweb

Einen kurzen Einblick noch in meinen ganz persönlichen Home-Office-Alltag: da ich ja mein eigener Boss bin und meinen Arbeitstag gänzlich individuell einteilen kann, hab ich mir folgende Routine zurecht gelegt:

Alle 50 min läutet mein Handy, dann kann ich noch schnell etwas fertigmachen und lege eine 5minütige Pause ein. Jede Stunde. Und irgendwann im Laufe des Tages dreh ich mir ein Workout auf YouTube auf – Cardio, Rücken, Bauch, etc. Je nachdem, worauf ich Lust habe … und wofür meine Motivation ausreicht 😉 Diese Workouts dauern meist 15-45 min, schnell unter die Dusche und ich sitz schon wieder vor dem Bildschirm.

So weit die Theorie. Und diese Theorie wird auch tatsächlich oft in die Praxis umgesetzt. Nur wenn’s eine wirklich intensive Arbeitsphase ist, dann passiert das alles nicht. Schade eigentlich, denn gerade mit diesen Pausen würde die Arbeits-Phase viel effektiver und effizienter ablaufen. Das weiß ich wohl, doch die Umsetzung … hat zumal auch Verbesserungs-Potenzial.

Die effektivsten Tools & Tipps für ein gesundes Home Office

Die Interview-Partner

Mag. Dr. Birgitt Espernberger

Brigitt-Espernberger, ASZ, Artificial Intelligence

Dr. Lisa Tomaschek-Habrina, MSc

Tomaschek-Lipiarski

Matthias Welkens, MBA

Matthias Welkens

Corinna Ladinig, MBA

Corinna Ladinig, CTC