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Schnittstelle Personalberater & Unternehmen: friktions-freie oder friktions-intensive Zusammenarbeit

Personalberater erleichtern dem firmeninternen Recruiter das Leben, schonen Ressourcen, zapfen Quellen an, zu denen Unternehmen tw keinen Zugang haben. Und was wenn nicht? Was wenn … und die Zusammenarbeit zwischen Personalberatern & Unternehmen scheitert? Ich interviewte Personalberater und fragte: Worin liegen die größten Stolpersteine?

Kommende Woche folgt das konstruktivere Interview mit dem Thema „SO sieht die ideale Kommunikation zwischen Personalberatern & Unternehmen aus“. Heute sind wir noch bei der spannenderen & voyeuristischstischeren Fragestellung:

 

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Woran scheitert die Zusammenarbeit zwischen Personalberater und Unternehmen am ehesten?

Melissa Wurzer (Trenkwalder Personaldienste): Oftmals wird ein Personalbedarf situativ entschieden z.B.: aufgrund Kündigung eines Dienstnehmers, erhöhtes Arbeitsausmaß, Karenzierung etc. und Unternehmen nehmen sich wenig Zeit, qualifizierte Stellenprofile zu erstellen. Während des Recruitingprozesses oder im Rahmen der Zweitrundengespräche mit den Kandidaten kann es dann passieren, dass sich mehrmals das Anforderungsprofil ändert und schlussendlich die Kandidatensuche sich zeitintensiv bis unmöglich gestaltet. Ein Scheitern kann auch zufolge einer nicht authentischen Unternehmensdarstellung (hohe Fluktuation, schlechtes Betriebsklima, cholerische Kollegen, etc.) passieren und deshalb ist das Gespräch auf einer persönlich wertschätzenden Basis mit den Entscheidungsträgern für uns von enormer Wichtigkeit, um den Aspiranten ein transparentes Arbeitsbild zu vermitteln. Teilweise ist die preisliche Gestaltung ebenfalls Thema, jedoch bei professioneller Abwicklung des Suchprozesses und tollen Bewerberprofilen, findet sich hierzu meist eine tragbare Lösung für beide Seiten.

Mag. Barbara Schopper (Schulmeister Management Consulting): Wenn man von den vielen möglichen äußeren Umständen (wie z.B. Unternehmen findet selbst einen Bewerber, Position wird doch nicht besetzt, etc.) absieht, dann ist es meistens eine Sache des mangelnden Vertrauens in die Qualität der Zusammenarbeit zwischen Berater und Unternehmen, woran manche Projekte scheitern.

Mag. Verena Irrschik (Karrieremanufaktur): An unrealistischen Vorstellungen von Unternehmen und falschen Versprechungen von Personalberatern.

Victoria Petsch (Markus Baldauf Management Consulting): Wir lassen eine Zusammenarbeit mit unserem Kunden erst gar nicht zum Scheitern kommen. Selbstverständlich können Probleme, Schwierigkeiten und Hürden entstehen, jedoch betrachten wir diese als Herausforderungen und lösen sie mit unserer kommunikativen und offenen Art. Eine Hürde, die im Bewerbungsprozess entstehen kann sind terminliche Differenzen. Wir möchten sowohl unseren Kunden, als auch den Kandidaten einen respektvollen Umgang entgegenbringen. Manchmal sind Verzögerungen und Überlastungen in der HR-Abteilung eines Unternehmens eine Schwierigkeit, die sich auch negativ auf Bewerber auswirken kann. Oft werden Bewerber in einem Unternehmen von vielen Verantwortlichen betrachtet, auf unterschiedlichen Ebenen bewertet und mit Abteilungen abgestimmt. Das kann Zeit in Anspruch nehmen und zur Unstimmigkeit werden, weil wir bei MBMC einen effektiven Bewerbungsprozess pflegen.

Mag. Birgit Witzelsberger (Deloitte): Es kommt zwar in der Regel selten vor, aber es gibt Gründe, warum die Zusammenarbeit zwischen Personalberater und Kunde scheitern kann: mangelnde Kommunikation, wenn Erwartungen nicht klar kommuniziert werden, Feedback vom Kunden nicht an den Berater und vice versa weitergegeben wird, die Position betreffende Veränderungen nicht zeitnah und von Kundenseite proaktiv an den Berater weitergeleitet werden oder Kunde und Berater „nicht dieselbe Sprache sprechen“. Weitere Gründe können zu spezifische Vorstellungen des Kunden zum Idealprofil eines Kandidaten sein oder ein Gehaltsrahmen, der den Marktgegebenheiten nicht entspricht.


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Fazit

Die Antwort auf die Fragestellung „Woran scheitert die Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Dienstleister?“ ist denkbar einfach: Kommunikationsdefizite. Unterschiedliche Erwartungen. Sich ändernde Anforderungen während des Auftrags. Zu lange Zeitspannen ohne Fortschritt. Zu wenig Zeit für den Prozess. Kommunikationsdefizite.

Wie es besser funktionierten kann, lesen Sie kommende Woche hier auf HRweb.

 


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Die Gesprächspartner

 


wurzer_melissa_trenkwalderMelissa Wurzer
Recruiting-Spezialistin

Trenkwalder Personaldienste GmbH

https://at.trenkwalder.com

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irrschik_verena_karrieremanufakturMag. Verena Irrschik
Geschäftsführerin

Karrieremanufaktur

www.karrieremanufaktur.at

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witzelsberger_birgit_deloitteMag. Birgit Witzelsberger
Senior Consultant

Deloitte

www.deloitte.at/hr

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petsch_victoria_baldaufVictoria Petsch
Research Consultant

Markus Baldauf Management Consulting

www.mbmc.at

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schopper_barbara_schulmeisterMag. Barbara Schopper
Geschäftsführende Gesellschafterin

Schulmeister Management Consulting GmbH & Co KG

www.schulmeister-consulting.com


Interview durchgeführt von

Autor Selan Eva

Mag. Eva Selan, MSc
Geschäftsführerin

HRweb
Eva.Selan@HRweb.at
www.HRweb.at

Autoren-Profil | Eva Selan


 

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