HRweb | Die erfrischende Plattform für Human Resources

Jobbörsen | Das tat sich in den letzten 2 Jahren

Experten-Interview mit Jobbörse-Betreibern: was tat sich in den vergangenen 2 Jahren? Die Frage ist weit gesteckt und erlaubt den Blick auf ein breites Themenfeld: Bewerber, Bewerbungsprozess, Stellenausschreibung, Technologie, etc.

Nachdem wir HR-Software-Entwickler und Personalberater eine sehr ähnliche Frage stellten, wenden wir uns jetzt an die Jobbörsen. Mal sehen, wie diese den Markt erleben:

 



 

Welche Entwicklungen taten sich am Markt bzgl. Online-Jobbörsen in den vergangenen 2 Jahren?

Mag. Rudi Bauer (StepStone Österreich): Wir beobachten in letzter Zeit verstärkt, dass in einigen Branchen der Fachkräftemangel immer stärker ansteigt. Vor allem in der IT, aber auch im Vertrieb sowie bei Lehrlingen und Ingenieuren wird die Suche immer schwieriger. Der Arbeitsmarkt wandelt sich in diesen Bereichen immer stärker von einem Angebots- zu einem Nachfragemarkt. Das heißt, dass Kandidaten höhere Ansprüche stellen (können) – sowohl an ihre künftigen Arbeitgeber sowie an die Arbeitsuche selbst. Für uns bedeutet das, dass Jobsuche und Bewerbung vor allem mobil so einfach wie möglich sein müssen, da mittlerweile zwei Drittel aller Fachkräfte ihr Smartphone nutzen, um an einen neuen Job zu kommen – unabhängig von Zeit und Ort.
Mobil, smart und einfach wollen es auch die Arbeitgeber: Studienergebnisse von StepStone Deutschland zeigen, dass jeder zweite Arbeitgeber die Kurzbewerbung per Smartphone einer klassischen Bewerbung mit Anschreiben und Lebenslauf vorziehen würde – wenn er dadurch mehr Bewerbungen erhält.
Ein weiteres wichtiges Thema ist die zunehmende Transparenz im Internet, die auch Arbeitgeber spüren. Moderne Kandidaten lassen sich nicht mehr mit schönen Hochglanzbroschüren über das Unternehmen abspeisen, sie verlangen ehrliche, authentische Antworten auf die Frage, wie es in der Firma wirklich zugeht. Dazu kommt: Wer sich seinen Arbeitgeber aussuchen kann, wählt ganz gezielt denjenigen, bei dem der „cultural fit“ am höchsten ist – das sollten Unternehmen bedenken, wenn sie ihre Arbeitgebermarke präsentieren. Gut gemachtes Employer Branding ist daher momentan so wichtig wie noch nie, weil Talente transparente, nachvollziehbare Informationen verlangen – und sich geschönte Unternehmensauftritte mit nur wenigen Klicks im Netz leicht entlarven lassen.

Mag. Thomas Olbrich (karriere.at): Die verschiedenen Säulen der HR-Arbeit greifen heute viel stärker ineinander als noch vor wenigen Jahren. Dass etwa Employer Branding eine unverzichtbare Grundlage für erfolgreiches Recruiting ist, ist mittlerweile in Unternehmen aller Größenordnungen angekommen. Das bedeutet, dass Arbeitgeber heute einerseits versuchen, die eigene, positiv besetzte Arbeitgebermarke zu forcieren und adäquat zu kommunizieren. Auf der anderen Seite hilft das dabei, nicht nur möglichst viele, sondern vor allem die richtigen, fachlich wie persönlich passenden Kandidaten für sich zu gewinnen.

Annina Galipeau, MA (Medienjobs.at): Die Bedeutung von Online Jobbörsen nimmt schon seit einigen Jahren stark zu. Die großen Player, die eine hohe Zahl an Arbeitsfeldern abdecken, werden zunehmend um Nischen-Jobbörsen erweitert. Und das ist auch gut so, denn Nischen-Jobbörsen, die sich jeweils auf ein individuelles Gebiet spezialisieren, können Bewerbern das Suchen nach einem Job in ihrem Berufsfeld erleichtern, sowie Arbeitgebern versichern, dass vor allem fachlich geeignete Kandidaten mit einer Ausbildungen oder Berufserfahrung im gewünschten Tätigkeitsfeld angesprochen werden. Denn was nutzen hohe Klickzahlen, wenn die Zielgruppengenauigkeit nicht stimmt?

Jutta Perfahl-Strilka (XING E-Recruiting): Durch das Konzept „New Work“ sehen wir den größten Umbruch des Arbeitsmarkts seit der industriellen Revolution. Dazu kommen ein verstärkter Fachkräftemangel, die Digitalisierung und der demografische Wandel. Die Ansprüche der Bewerber an den Arbeitgeber verändern sich. In vielen Fällen ist der Bewerber sogar am Drücker, Recruiter nehmen immer öfter eine werbende Position ein. Deshalb müssen sich diese immer mehr anstrengen und auch latent Jobsuchende anzusprechen. Dadurch verändert sich der gesamte Recruiting-Prozess: Active Recruiting und der richtige Mix aus neuen Recruiting-Methoden werden immer wichtiger.

Daniel Laiminger, MSc (hokify): Der vermutlich größte Trend innerhalb der letzten beiden Jahre im Bereich Online-Jobbörsen war die Verlagerung von der Mehrheit der Nutzer von Desktop PCs auf mobile Endgeräte und die damit einhergehenden Veränderungen. Bei den Jobsuchenden beliebte Jobbörsen schaffen es die Experience von der Jobsuche über die Bewerbung bis hin zur Kommunikation für die mobilen Alleskönner von heute zu optimieren.

 



Die Gesprächspartner

 


Mag. Rudi Bauer
Geschäftsführer

StepStone Österreich GmbH

www.stepstone.at

Unternehmens-Profil


Mag. Thomas Olbrich
Chief Culture Officer (CCO)

karriere.at Informationsdienstleistungs GmbH

www.karriere.at

Unternehmens-Profil


Jutta Perfahl-Strilka
Director Sales New Business DACH, Prokuristin

XING E-Recruiting

Recruiting.xing.com

Unternehmens-Profil


Annina Galipeau, MA
Geschäftsführerin

Medienjobs.at

www.medienjobs.at


Daniel Laiminger MSc

hokify


Interview durchgeführt von

Mag. Eva Selan, MSc
Geschäftsführerin

HRweb
Eva.Selan@HRweb.at
www.HRweb.at

Autoren-Profil | Eva Selan


teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.