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Coaching-Ausbildung | So hätten es die Teilnehmer gern

Wenn Teilnehmer von Coaching-Ausbildungen die freie Wahl hätten: welche Ausbildungs-Formate hätten sie am liebsten? Was erachten sie als zielführend? Fragen an meine Experten-Runde, die ich nochmal zu einem schnellen Interview lade:

 

 

Welche Formate werden von Teilnehmern besonders geschätzt?

Mag. Michael Tomaschek, MSc (ESBA-European Systemic Business Academy): Video-Aufzeichnungen von Coaching Sitzungen, da sie einfach zu handhaben und im Nachhinein mehrfach auswertbar sind. Sowohl im Lehrgang oder in den Peergroups oder aber auch online hochgeladen werden können um dann einem ausführlichen Feedback vom Lehrstaff oder den Kolleginnen zugänglich zu sein.
Online Coaching per se gibt es mittlerweile auch mit Software-Unterstützung die sich auch zu Übungs- und Lernzwecken hervorragend eignet. Z.B. das CAI-Tool (www.cai-world.com/coaching-tools) bietet ein Cockpit für den Coaching-Prozess mit unterschiedlichen Tools und Interventionsmöglichkeiten, die während des Coachings als Hilfestellung für den Coach sichtbar sind.

Miglena Doneva (ITO Individuum Team Organisation): Wir führen sowohl Online- wie auch Face-to-Face-Formate durch, da jedes Format seine Vorteile hat. Uns ist es ist wichtig, dass jeder Teilnehmer das passende Format wählen kann, das den Erwartungen und Bedürfnissen entspricht.

Mag. Renate Strommer (ASO & Wilak): Teillnehmer erkennen den Zusammenhang zwischen Wahrnehmung, Prozessführung und dem, was dem Kunden möglich wird. Kompetenzaufbau als Coach erfolgt durch Wahrnehmungsschärfung. D.h. ein Coach darf lernen, seine persönliche Wahrnehmung zu schärfen. Das klingt banal, ist jedoch die größte Herausforderung und der wesentliche qualitative Unterschied in der Arbeit auf der Oberfläche oder mit Tiefenstruktur. Hier geht es um zuhören zu lernen, den Mensch in seiner nonverbalen Kommunikation wahrzunehmen,  Unterschiede zu erkennen und ansprechen zu lernen, Denk- und Verhaltensebenen zu erkennen und vieles mehr. Teilnehmer schätzen es, in diese fachliche und persönliche Auseinandersetzung in einem geschützten Rahmen zu gehen und die Begleitung der persönlichen Auseinandersetzung zu spüren:

  • Lernen durch Beobachtung und Reflexion, durch Live-Präsentationen und Live-Coachings mit anschließender Reflexion der Prozessführung
  • Lernen durch Rollenwechsel
  • Lernen durch Fallbeispiele und Erarbeitung von Vorgehensmöglichkeiten
  • Lernen über Fallbeispiele mit Visualiserung und Step-by-Step Präsentation methodischer Umsetzung
  • Lernen durch aktives Üben mit qualifiziertes Feed Back oder in einem Time-Out Reflexion analog zu Reflecting Team-Arbeit
  • Lernen durch Reflexionsprozesse mit Fokussierung auf Ebenen, Rollen, …..,

Corinna Ladinig, MBA (CTC Academy): Das ist sehr unterschiedlich und kommt auf den Lerntypus an – was nicht geschätzt wird sind langweilige und unübersichtliche Lernplattformen.

Cornelia Scala-Hausmann (Institut für Zukunftskompetenzen): Durch immer flexiblere Arbeitsanforderungen und Lebensgestaltungen ist die Fernlehre auf dem Vormarsch. Seit 7 Jahren bieten wir unseren Coaching-Lehrgang auch in Fernlehre an. Möglichst einfach im Selbststudium mit Supervision. Das ist es, was immer mehr Menschen suchen, die einen aus Kosten- die anderen aus Zeitgründen. Wir im Institut passen den Lehrgang an die Bedürfnisse unserer Teilnehmer an. Tempo, Art der Supervision, Lehrcoaching etc. wird abgesprochen und kann auch während des Lehrgangs verändert werden. So konnten wir bisher viele Coaches trotz großer Entfernungen ausbilden.

DI Elisabeth Alder-Würrer (Alder Consulting): Soweit ich das beobachten kann, schätzen die Teilnehmer besonders die relativ unstrukturierten Gruppenräume (z.B Facebook Gruppen), die es ermöglichen unterschiedlichste für die Gruppe relevante Themen anzusprechen und zu diskutieren.

Luzia Fuchs-Jorg (KICK OFF Management Consulting): Unsere Erfahrung zeigt, dass die Teilnehmer am Anfang einer Coaching-Ausbildung besonders die Face-to-Face-Arbeit in den Modulen und in den begleiteten Technikgruppen bevorzugen. Erst wenn die Sicherheit stabiler wird, ändert sich das – und ab dem zweiten Drittel der Ausbildung schätzen die Teilnehmer immer stärker ihre eigene – bereits entwickelte – Coaching-Kompetenz alleine oder in der Peergruppenarbeit zu erproben. Gegen Ende der Ausbildung sind die meisten Jung-Coaches begeistert, wenn sie schon ein eigenes Projekt durchführen können, um anschließend die Ergebnisse stolz mit den Peers zu teilen.
Bisher hat sich gezeigt, dass die – eher einsame – webbasierte Arbeit ein stiefmütterliches Dasein fristet und nur zögerlich angenommen wird.



Die Gesprächspartner

 


Corinna Ladinig, MBA
Geschäftsführerin

CTC Academy OG

www.ctc-academy.at

Unternehmens-Profil


Miglena Doneva
Coach, Programmleiterin Coaching

ITO Individuum Team Organisation GmbH

www.ito.co.at

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DI Elisabeth Alder
Eigentümerin

Alder Consulting

www.alder.at

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Mag. Michael Tomaschek, MSc
Leitung

E.S.B.A- European Systemic Business Academy

www.esba.eu

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Mag. Sabine Prohaska
Eigentümerin

seminar consult prohaska

www.seminarconsult.at

Unternehmens-Profil


Luzia Fuchs-Jorg
Geschäftsführerin

Kick Off Management Consulting GmbH

www.kick-off.at

Unternehmens-Profil


Cornelia Scala-Hausmann
Gesellschafterin, Gründerin

Institut für Zukunftskompetenzen

www.zukunftskompetenzen.at


Mag. Renate Strommer
Geschäftsführerin

ASO & WiLAk GmbH

www.aso.at


selan_eva_150Interview durchgeführt von

Mag. Eva Selan, MSc
Geschäftsführerin

HRweb
Eva.Selan@HRweb.at
www.HRweb.at

Autoren-Profil | Eva Selan


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