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Innovationsprozess | Führungskräfte gestalten aktiv Corporate Innovation

Experten-Interview: Innovationsprozess & Corporate Innovation. Wie muss die Corporate Innovation Strategy aussehen, um Führungskräften die Möglichkeit zu geben, den Innovationspozess aktiv mitzugestalten?



Wie muss die Corporate Innovation Strategy aussehen, um Führungskräften die Möglichkeit zu geben, den Innovationspozess aktiv mitzugestalten?

Veronika Aumaier, MAS, MSc (AUMAIER CONSULTING/TRAINING): Am Anfang eines erfolgreichen Innovationsprozesses steht die Visionsidee des Topmanagements. Eine gedachte, überzeugende neue Ausrichtung für das Unternehmen, die in eine kraftvolle Story mündet. Diese wiederum bringt eine Strategie hervor (eine Corporate Innovation Strategy), die imstande ist, das Mittelmanagement mit der Entwicklung von Organisationsstrukturen und Technologien herauszufordern und anzutreiben. Nicht umgekehrt. Denn die Gedanken sind grenzenlos und können daher echte Innovationen hervorbringen, die in Folge die Umsetzung passend herausfordern. Die Zeiträume sind weit genug vorauszudenken, sodass die Umsetzung sukzessive im operativen Alltag bewerkstelligt werden kann. Die großen Gedanken können vorauseilen, die konkreten Umsetzungsschritte haben sich als Optimierung und Weiterentwicklung zu tarnen, sodass sie zusätzlich und neben der bestehenden Alltagsarbeit für die Gesamtorganisation verkraftbar sind und für die Technologieentwicklung möglich ist.

Die große neue Herausforderung liegt dafür im Topmanagement. Es hat sich in den letzten Jahren intensiv mit Prozessen und Schnittstellen und deren Optimierung auseinandergesetzt. Jetzt sind Visionen und Strategien gefragt, eine stark mentale Arbeit, die Zeit und Aufmerksamkeit benötigt.

Dkfm. Heinz Pechek (BMÖ): Sie müssen die Strategie entwickeln und (mit-)gestalten können, eingebunden und gefordert werden – was macht unser Unternehmen in Zukunft erfolgreich, was erwarten unsere Kunden von uns, wie und womit kann ich Mitarbeiter begeistern und diese in den Innovationsprozess integrieren, etc.

Dipl.-Kfm. Siegfried Lettmann (SLIM Management): Viele wichtige Faktoren sind nötig für einen Corporate Innovation Strategy, wie die Ermöglichung der nötigen Freiräume und Ressourcen, sind eher eine Organisationsfrage. Was den Innovationsprozess selbst betrifft, so ist es vor allem nötig, dass die Führungskräfte einerseits im Detail wissen, wie das Wertversprechen sich ändern muss, um zugkräftig zu bleiben, und andererseits, mit welchen Methoden diese Entwicklung angetrieben werden kann. Die Strategie muss vorsehen, wie Führungskräfte diese Kenntnisse entwickeln können, und zeigen, wie sie diese Kenntnisse aktiv weitergeben können. Dafür muss die Strategie die Führungskräfte explizit zu Unterstützern machen und die Frage beantworten, wie eine stetige Kommunikation zustande kommen kann. Dafür sieht man bestenfalls zweckgewidmete und regelmäßige Zusammentreffen mit dem Team oder anderen Führungspersonen vor.

Sind alle Führungskräfte geeignet einen Innovationsprozess aktiv mitzugestalten?

Ina Biechl (institut ina biechl): Wenn eine Führungsperson ihre Aufgabe darin sieht, Anweisungen zu geben, die so und nicht anders durchgeführt werden sollen, ist es meiner Meinung nach schwierig, einen kreativen Innovations-Prozess anzuregen. Die eigenen Vorstellungen sind dann hemmend für das Team. Üblicherweise sollten Führungskräfte flexibel genug sein, um viele Möglichkeiten zu Veränderungen in Betracht ziehen zu können.

Welche Kreativitäts- und Innovationtools empfinden Sie persönlich als wertvoll und warum?

Insa Meier, MA, MPC (MDI): Ich mag vieles, was aus der Richtung Serious Games bzw. Gamification kommt. Spielen ist etwas Natürliches für uns und kann auch bei Erwachsenen richtige Begeisterung wecken. Da gibt es ein breites Spektrum: ähnlich zu Roulette auf die beste Idee wetten zum Beispiel oder Methoden aus dem Improvisationstheater, wo man sich in eine ungewohnte Situation begibt und diese als Team gemeinsam durchspielt. Diese Methoden können sehr helfen das volle kreative Potential zielgerichtet auszuschöpfen.

Was ist der größte Megatrend, der sich auf das Management auswirken wird?

Mag. Manfred Rühl (ITO): Wir stehen an der Schwelle der Revolution durch künstliche Intelligenz. Die Beschäftigung mit dem eigentlich Menschlichen, mit dem nicht durch intelligente Prozesse Abbildbaren, wird die größte Herausforderung werden. Wenn die Technik beginnt, sich selbständig selbst zu reproduzieren, wird es Ideen und Lösungen brauchen, die aufzeigen, wofür es sich zu arbeiten lohnt.

 



Die Gesprächspartner

Innovationsprozess & Corporate Innovation


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Veronika Aumaier, MAS, MSc
Geschäftsführerin

AUMAIER CONSULTING/TRAINING GmbH

www.aumaier-academy.com

Unternehmens-Profil


Insa Meier, MA, MPC
Senior Training & Development Consultant, Trainer & Coach

MDI Management Development International

www.mdi-training.com

Unternehmens-Profil


Mag. Manfred Rühl
Trainer, Coach, Consultant

ITO Individuum Team Organisation GmbH

www.ito.co.at

Unternehmens-Profil


Dkfm. Heinz Pechek
Geschäftsführender Vorstand

BMÖ – Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik in Österreich

www.bmoe.at

Unternehmens-Profil


Ina Biechl
Leitung

institut ina biechl

www.ina-biechl.at

Unternehmens-Profil


Dipl.-Kfm. Siegfried Lettmann

SLIM Management GmbH


selan_eva_150Interview durchgeführt von

Mag. Eva Selan, MSc
Geschäftsführerin

HRweb
Eva.Selan@HRweb.at
www.HRweb.at

Autoren-Profil | Eva Selan


Ich danke sowohl für Ihre Expertise als auch für Ihre Geduld!
Mein persönlicher Luxus ist es, mitunter auch kontroverse Aussagen im Interview präsentieren zu können. Über den Tellerrand sehen und letztendlich dadurch den Mehrwert generieren. Besonderen Spaß macht es mir, darüber hinaus freche, unerwartete, provokante Blickwinkel dabei zu haben.
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