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Purpose und Sense | 4 Schritte zu einem erfüllten Leben – beruflich & privat

Schneller, schöner, besser! Die Instagram Welt als Maßstab für die reale Welt ist gefaked und unerreichbar. Wir laufen Traumbildern nach, die mit nur ein paar Mausklicks geschönt und idealisiert werden können. Diesen Bildern Glauben zu schenken und nachzueifern – im Job und im privaten Leben – erzeugt sehr schnell das Gefühl „ein Mängelexemplar zu sein“.

Die Teufelsspirale beginnt sich zu drehen. Wir versuchen es wiederholt besser zu machen und besser zu sein, um uns diesen Traumbildern anzunähern. Keine unsere Anstrengungen ist jedoch genug. Wir jagen Visionen und Phantomen hinterher. Der Preis dafür ist hoch: wir bezahlen mit unserer kostbaren Lebenszeit in der realen Welt und kassieren eine latente Unzufriedenheit mit sich selbst und dem eigenen Leben – sowohl im Job als auch im privaten Umfeld.

 

 

Worauf könnten wir uns stattdessen fokussieren?

Gut zu wissen ist, wo die Reise hingehen soll und welchen Zweck wir verfolgen sollen, weil er uns dienlich! Nicht verwunderlich, dass seit geraumer Zeit die Suche nach Purpose und Sense in Gange ist. Zu wissen, was man wirklich will, gibt Orientierung und verheißt ein erfülltes Leben. Die individuelle Suche gestaltet sich jedoch als arbeitsintensiv. Gerne hätten wir, dass andere – zBsp das Unternehmen, indem wir tätig sind – uns unseren Purpose nennen oder zeigen. Oder wir leihen uns den Purpose anderer – von Lebenspartnern, Freunden, Geschwistern – und eifern ihm nach im Glauben, dass das zunehmend auch der eigene werden wird. Beides hat das Potenzial, dass wir enttäuscht werden, im Selbstmitleid versinken und die Welt anklagen, dass sie uns vernachlässigt und benachteiligt, weil sich niemand um uns und unseren Purpose kümmert.

4 Möglichkeiten, um auf der Sinn- und Zwecksuche selbst fündig werden zu können:

Wie wollen wir leben? Was brauchen wir, um ein sinnerfülltes Leben zu haben? Unabhängig ob Arbeitswelt oder Freizeit – nachfolgende vier Kategorien spiegeln unsere persönlichen Bedürfnisse wieder. Je besser wir uns selbst kennen und umso mehr wir wissen, was wir brauchen und wollen, um so leichter ist es für uns, uns geeignete Lebensrahmenbedingungen zu gestalten. Egal, ob in der Arbeit oder im Privaten!

Struktur

Bevorzugen wir Struktur, die einen klaren Rahmen gibt, die eine Guideline darstellt, die uns schrittweise durch den Tag bringt? Wünschen wir uns eine Welt in der klare Regeln herrschen, die transparent sind und wo darauf Verlass ist, dass auf Einhalt dieser Regeln von jemand anderem geachtet wird? Struktur bedeutet ein Maximum an Vorhersagbarkeit und in Folge auch Kontrolle. In der Arbeit würde das bedeuten, das klare Rahmenbedingungen existieren, die die Arbeitszeit und den Arbeitseinsatz mit  gewünschten Arbeitsresultaten und Terminen regeln. Die Zuständigkeiten und Kompetenzen sind vorgegeben, die Prozesse und Schnittstellen definiert. Man ist in einem gut funktionierten Räderwerk eingebettet und weiß um seinen klar definierten Beitrag. Im Privaten würde dies einer Arbeit in stark strukturierten Vereinen wie bspw Feuerwehr und Rettungsdienste bedeuten oder in strukturerhaltenden Tätigkeiten von Sportvereinen.

Vorteile: Man braucht sich nicht täglich den Kopf darüber zerbrechen, wer, was, wann, wie zu machen hat/machen wird.

Nachteil: Gefühl von Routine und Langeweile nach dem Motto „und täglich grüßt das Murmeltier“

Sozialkontakte

Genießen wir soziale Kontakte zu Kollegen, Kunden, Lieferanten, Chefs, Mitarbeiter etc. so sehr, dass wir darauf gar nicht verzichten möchte? Gehen wir in die Arbeit, weil wir dort Arbeitskollegen haben, die uns wie Freunde erscheinen, Kunden betreuen, die uns persönlich wertschätzen, einen Chef haben, für den wir unverzichtbar sind und der wiederholt geäußert hat, dass wir idealerweise „bis zu seiner Pensionierung“ zur Verfügung stehen sollen?
Im privaten Umfeld würde diese Vorliebe nach Sozialkontakt am ehesten in Großfamilien oder Vereinen Nahrung finden. Dort wo Geselligkeit herrscht, Miteinander „Abenteuer“ bewältigt werden, gemeinsam musiziert wird oder gemeinsam sportliche oder helfende Erfolge erzielt und gefeiert werden.

Vorteil: Man findet seine Erfüllung im Austausch mit anderen

Nachteil: die engste Familie könnte zu kurz kommen. Sachziele, die zur Aufrechterhaltung des Lebensstandards notwendig sind, könnten vernachlässigt werden.

Werte

Suchen wir im Job persönliche Erfüllung durch die Wertschätzung unserer Kompetenzen und Fähigkeiten? Sind wir erfolgreich, weil wir mit Ehrgeiz gewünschte Resultate freudig und ambitioniert anvisieren und erreichen? Sind wir stolz auf Ergebnisse? Stehen wir zum Purpose der Institution, der wir unseren Einsatz widmen? Gibt er uns Lebenssinn und Erfüllung? Wenn diese Gegebenheiten im Feld „Arbeit“ angesiedelt werden, dann liegt die Herausforderung darin, dass das familiäre Umfeld diesen Lebensentwurf unterstützt und mitträgt! Wenn nein, dann sollten wir im privaten Bereich statt dessen sportliche Einzelaktivitäten oder tragende, wichtige Rollen in Vereinen und Hilfsdiensten anstreben. Oder private Studien, künstlerische Tätigkeiten uäm verfolgen.

Vorteil: ein starker Hang zur persönlichen Sinnfindung lässt sehr früh und sehr klar erkennen, was dafür die geeigneten Aktivitäten sind.

Nachteil: Gemeinschaftssinn könnte zu wenig gelebt werden und sich dadurch zu wenig ausprägen. Engste Freunde und Familienmitglieder könnten sich vernachlässigt fühlen.

Gesundheit

Wissen wir um unsere Energiequellen und Energiefresser? Wissen wir, wo und wie wir die Quellen  finden und die Räuber vermeiden können? Ausgleich ist das Schlüsselwort! Nicht nach einem arbeitsintensiven Tag noch Höchstleistungen im Sport erzielen wollen – das wäre mehr vom selben. Ausgleich meint, das Gegenteil zu tun – bspw nach einem arbeitsintensiven Tage Ruhe, Entschleunigung, Entspannung durch langsames Laufen suchen oder Wandern, Schwimmen, meditieren, Musik hören, Ruhen, die Seele baumeln lassen. Ausgleich steht für Auftanken. Die persönlichen Energiereservoirs füllen sich auf und stehen für einen neuerlichen, arbeitsreichen Tag wieder bereit.

Energiefresser können Tätigkeiten, Situationen und Personen sein. Alles, was uns Energie in einem Ausmaß zieht, dass wir mit einem Energiedefizit zurückbleiben. Wir setzen Energie ein und bekommen keine oder zu wenig zurück. Sie sind oftmals von negativen Emotionen wie – Neid, Zorn, Eifersucht begleitet, die unsere Kontrahenten zu unlauteren Mitteln oder abwertenden Äußerungen veranlassen. Aber nicht jede herausfordernde Situation, in der wir uns eingesetzt aber verloren haben, steht für Energiefresser. Spannende Diskussionen oder ein herausfordernder Gedankenabtausch mit einem ebenbürtigen Gegner, ein Nein zu einer intensiv betriebenen Entscheidung, wo wir ein Ja erwartet haben Wir können Verlierer sein, ohne dass wir einen Energieabfall zu verzeichnen haben. Im Gegenteil, das sind die Hochs und Tiefs im Leben, an denen wir wachsen können, unsere Fähigkeiten erproben und lernen können, Niederlagen wegzustecken und einen nächsten, neuen Versuch zu wagen, in dem wir das Gelernte einsetzen können. Wir selbst entscheiden oftmals, ob wir als Verlierer angespornt werden, es neuerlich zu versuchen mit dem Wunsch zu gewinnen – so wie es Spitzensportler nach jedem Rennen zu gestalten haben. Oder ob wir uns vom Verlieren entmutigen und abwerten lassen. Ersteres stärkt unsere Resilienz, Zweiteres raubt uns Energie.

Nun ist es möglich, eine persönliche Standortbestimmung zu machen:  wozu tendiert man, bezogen auf die vier Kategorien? Was ist für einem selbst besonders wichtig und in welcher Form ist diese Wichtigkeit in der Arbeit oder in der Freizeit bereits durch entsprechende Tätigkeiten berücksichtigt? Arbeit und Freizeit können sich dabei wunderbar ergänzen. Nicht jede dieser Lebenswelten muß allen persönlichen Erwartungen und Wünschen in jeder dieser Kategorien entsprechen. Es genügt, wenn sich ein sinnvolles Ganzes ergibt, weil sich Arbeitswelt und Freizeit gut ergänzen. Beispielsweise kann ein reiner Broterwerb den finanziellen Budgetbedarf des privaten Lebens so gut abdecken, dass man privaten Hobbies, sportlichen Aktivitäten und Ambitionen, Arbeit in Vereinen oder in psycho- sozialen Einrichtungen nach Lust und Laune nachgehen kann.  Oder umgekehrt, die Arbeitswelt bietet durch Kollegen als Freunde, interessante Inhalte und gemeinsame sportliche Aktivitäten viele Aspekte, sodass auch private Interessen mit abgedeckt sind. Die Grenzen zwischen Work und Live verflüssigen sich – es gilt nur darauf zu achten, dass der engste Familienkreis mitpartizipieren wird.

Schlussworte

Human Resources kann mit firmeninternen Benefits und zeitgemäßen Arbeitsrahmenbedingungen obgenannte vier Kategorien berücksichtigen. Abgerundet und verstärkt wird das das Angebot durch kompetente Führungskräfte, die das Leben innerhalb dieser Rahmenbedingungen individuell und sozial verträglich steuern und mit passenden Arbeitsinhalten versehen. Beide gestalten moderne New Work Bedingungen, die den Unternehmenserfolg unterstützen, für den Einzelnen attraktiv sind und das familiäre Umfeld nicht zu kurz kommen lassen.

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