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He/him, she/her, they/them, xier – was es mit den Gender-Pronomen auf sich hat

xier, Gender Pronomen

Immer öfters sind sie zu finden. In Social Media Profilen oder in E-Mail-Signaturen. Die Pronomen. Und zwar jene, mit denen die Person angesprochen werden will. Was manchen Menschen seltsam anmutet, ist bei jungen Leuten durchaus bereits üblich. Und es zieht nun auch im Business, allen voran in Diversity-affinen Unternehmen ein. Was es mit den Pronomen (geläufige bis hin zu xier) auf sich hat, erklären wir in diesem kurzen Artikel.

Gender-Pronomen. Es gibt einfach mehr als Frau und Mann

Ihren Ursprung haben die Pronomen in einer zeitgemäßen Auffassung von Geschlechtsidentität. Während „Geschlecht“ vielfach noch als „Frau und Mann“ gesehen wird – wir nennen dies binäre Geschlechterordnung – gibt es bedeutend mehr Geschlechtsidentitäten, aber auch körperliche Ausprägungen. Neben Menschen, die sich selbst nicht dem Geschlecht zugehörig fühlen, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde (hier geht es um die Geschlechtsidentität), weisen Menschen, die intersexuell sind, körperliche (das können innenliegende oder von außen sichtbare) Merkmale beider Geschlechter auf. Die Pronomen machen sichtbar, wie eine Person angesprochen werden will.

He/him, she/her, they/them, xier und Co.

Neben den männlichen Pronomen „he/him“ (er/ihm) und den weiblichen „she/her“ (sie, ihr) wählen vor allem Menschen, die sich nicht von einer dieser Formen angesprochen fühlen, beispielsweise die Mehrzahl, also „they/them“ (die) oder auch „x“. Aber auch sogenannte „Neopronomen“ wie im Englischen „ze“ oder „ey“. Oder im Deutschen „xier“ oder „sier“ finden Anwendung. Angezeigt wird das präferierte Pronomen etwa in Mailsignaturen in Klammern neben dem Namen.

xier und Gender Pronomen in Praxis
Beispiel der Pronomen in einer Mailsignatur

Wer hat die Macht über die Geschlechtszuschreibung?

Wenn Sie sich noch nie mit diesem Thema befasst haben, dann kann es gut sein, dass sich nun Widerstand in Ihnen regt. Wir sind es einfach gewohnt, dass die Zuschreibung über das Geschlecht von außen erfolgt bzw. nehmen für uns in Anspruch, dies tun zu dürfen.

Besonders für nicht-binäre Menschen und Trans*personen kann aber die Ansprache mit einem falschen Pronomen verletzend sein. Zudem sind diese Personengruppen ohnedies vielfachen Diskriminierungen im Alltag ausgesetzt. Die Logik der Pronomen macht klar, dass die Hoheit über die Geschlechtszuschreibung und die Art, wie jemand angesprochen werden will, jeder einzelnen Person selbst obliegt. Wenn wir uns von der Vorstellung lösen, dass wir die Deutungshoheit über das Geschlecht anderer Personen haben, so macht die Nennung von Pronomen viel Sinn.

Mag. (FH) Peter Rieder | Teil unseres fixen Autoren-Teams

Mag. (FH) Peter Rieder ist Gründer der Arbeitswelten Consulting sowie geschäftsführender Gesellschafter des Diversity Think Tank Austria und begleitet Unternehmen in den Themen Vereinbarkeit von Beruf und Familie (Audit berufundfamilie), Diversity Management und nachhaltiges Personalmanagement.

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