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Führungskräfte | Quo vadis in einer disruptiven Arbeitswelt?

Fragezeichen

„Wer andere führen will, muss zuerst lernen, sich selbst zu führen.“ Noch nie war dieses Zitat für Führungskräfte zutreffender als in der heutigen Zeit. Denn noch ist die eine krisenhafte Situation nicht vorbei, erleben wir schon die nächste.

INHALT

Die aktuelle politische Großwetterlage hat das Potential für große Wirtschaftseinbrüche. Solche Bedrohungsszenarien werden in vielen Unternehmen zu einem massiven Kostendruck und zu einer weiteren Beschleunigung von Digitalisierungsprozessen führen.

Bei dieser Entwicklung mittendrin statt nur dabei: Führungskräfte, die aus dem permanenten Krisenmodus kaum mehr rauskommen. Und dabei zunehmend an ihre mentalen Grenzen stoßen.

Führung anno dazumal und heute

Karriere machen – also im Rampenlicht stehen, erfolgreich sein und dabei auch noch viel Geld verdienen. Für viele waren das die Triebfedern auf dem Weg ins Management. Die Attraktivität der Position „Führungskraft“ war hoch. Viele strebten danach, weil damit auch sozialer Status in- und außerhalb des Unternehmens verbunden war. Und war man einmal im Führungs-Olymp angekommen, konnten Position und Status in einem meist stabilen Umfeld genossen werden.

Die Rahmenbedingungen und Herausforderungen für Führungskräfte haben sich allerdings in den letzten 20 Jahren dramatisch verändert. Schon lange vor COVID-19 und Ukraine-Krise. Spätestens seit Beginn der Digitalisierungswelle sind die Prozesse und Strukturen in den Unternehmen einem permanenten Wandel unterworfen. Agilität, Disruption und hybrides Arbeiten – das sind vielfach die neuen Zielbilder in den Unternehmen.

Die weltweite COVID-19-Krise war für diese Bestrebungen Fluch und Segen zugleich. Segen, weil die verordneten Einschränkungen und Lockdowns viele Organisationen in ein neues Digitalisierungszeitalter gepusht haben. War vor der Krise hybrides Arbeiten und Home-Office in vielen Organisationen noch die Ausnahme, ist es heute etabliert. Die Kehrseite der Medaille: Distance Work erfordert im Leadership aber auch ein komplettes Umdenken, um mit dem Team eng verbunden zu bleiben.

Wenig verwunderlich, dass sich immer mehr Führungskräfte die Frage stellen: „Wie soll ich das alles schaffen?“

Die Sorgen der Führungskräfte

Wie belastend dieser Dauerstress von vielen Führungskräften mittlerweile empfunden wird, lässt sich gut aus einer Studie des Beratungsunternehmens AlixPartners ablesen. In dieser wurden Ende 2021 weltweit mehr als 3.000 Führungskräfte aus unterschiedlichen Branchen zu ihrer Einschätzung betreffend akuter Handlungsnotwendigkeiten in ihren Unternehmen befragt.

96% (!) der deutschen Führungskräfte sehen die Umgestaltung der Geschäftsmodelle in ihrer Organisation als dringend erforderlich, gleichzeitig befürchten 71%, dass ihr Unternehmen diesen notwendigen Wandel nicht schnell genug durchführen kann. Und jede 2. Führungskraft ist davon überzeugt, dass die COVID-19 bedingte Unterbrechung der Lieferketten noch gravierende wirtschaftliche Folgen haben wird.

Wohlgemerkt – diese Studie wurde bereits vor der eskalierten Ukraine-Krise durchgeführt. Diese beschleunigt nun viele disruptive Entwicklungen und verschärft vor allem Themen wie Energieengpässe und -preise. Das Bild, welches die befragten Führungskräfte abgeben, ist kein hoffnungsvolles. Wenig verwunderlich, dass 3 von 4 Führungskräften in Deutschland (74%) sich große Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz machen. Alarmierend dabei: Dieser Wert ist im Vergleich zur Vorjahres-Studie um 22% gestiegen!

In den Unternehmen müssten daher schon längst alle Alarmglocken läuten. Nur: Wer soll darauf noch reagieren, wenn so viele Entscheidungsträger von Selbstzweifeln geplagt werden?

Führungskräfte müssen Unsicherheiten managen

Wir leben und arbeiten in volatilen Zeiten. Durch die Globalisierung sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so komplex geworden, dass quer über den Erdball nahezu alle Unternehmen zueinander in Abhängigkeit stehen. Viele Jahre haben wir davon profitiert. COVID 19 und die aktuelle Ukraine-Krise zeigen uns nun die Kehrseite der Medaille. Fällt in China der sprichwörtliche Sack mit Reis um, kann das binnen Stunden zu weltweiten Turbulenzen führen.

Führungskräfte sind also mehr als je zuvor gefordert, Unsicherheiten zu managen. Jene, die damit gut klarkommen, werden auch in disruptiven Zeiten in die Verantwortung gehen. Auch dann, wenn sie damit bisher wenig Erfahrung hatten. Sie werden diese Krisen nicht nur als Bedrohung, sondern auch als Herausforderung sehen. Mit der Chance, den eigenen Einflussbereich und Entscheidungsspielraum mitgestalten zu können.

Wie kann man als Führungskraft den Umgang mit Unsicherheit lernen? Es gibt nur einen Weg: Indem man sich zuallererst der eigenen Unsicherheit stellt. Wenn sich scheinbar alle bisherigen Gesetzmäßigkeiten auflösen und nichts mehr Orientierung gibt, dann bleibt nur mehr eines übrig, an dem man sich aufrichten kann: Die eigene Haltung als Führungskraft.

Nur wem es gelingt, die eigene Unsicherheit zu überwinden, dem wird es auch gelingen, andere durch unsichere Zeiten führen zu können.

„Es gibt zwei Möglichkeiten Karriere zu machen:
Entweder leistet man wirklich etwas, oder man behauptet, etwas zu leisten.
Ich rate zur ersten Methode, denn hier ist die Konkurrenz bei weitem nicht so groß.“
(Danny Kaye, Schauspieler)

Harald Schmid | Teil unseres fixen Autoren-Teams

Mag. Harald Schmid ist Berater und hat sich auf firmeninterne schwierige Situationen wie Konflikt- und Trennungsmanagement, Personalkostenoptimierung und Outplacement spezialisiert. Er kann dabei auf seine langjährige Erfahrung als Personalleiter in namhaften Unternehmen zurückgreifen. Seit 2012 agiert er mit seinem Unternehmen klaglos.at erfolgreich am Markt.

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