Schnelle Tipps bzgl. Recruiting, Employer Branding, Outplacement und Benefits. Nicht haben nicht den Anspruch, dass alle für Ihre Situation passen, doch wenn Sie einzelne daraus umsetzen, haben sie schon etwas bewirkt.
Wie gelingt wirksames Employer Branding? Was verbessert die Candidate Experience? Und wie können Benefits oder Outplacement strategisch eingesetzt werden? HR- HR-Experten und -Expertinnen liefern kurze, pointierte Quick-Tipps für zentrale Herausforderungen moderner Personalarbeit.
Employer Branding
1. Blickwinkel: Zielgruppe
Denken Sie Employer Branding konsequent aus Sicht Ihrer Zielgruppen. Unterschiedliche Generationen haben unterschiedliche Erwartungen, von Stabilität bis Mitgestaltung. Nutzen Sie Daten und Dialog, um Bedürfnisse zu verstehen, und gestalten Sie segmentierte Employee Journeys statt Einheitsbotschaften. Digitale Tools und neue Lernformate ermöglichen personalisierte Entwicklung und Beteiligung. Wer Menschen einbindet, macht Kultur erlebbar. So entsteht eine dynamische Arbeitgebermarke, die Talente über Generationen hinweg verbindet und langfristig bindet. (Laura Brunbauer, &US)
2. Blickwinkel: Markenkern
Employer Branding sollte vom Markenkern aus gedacht, innen verankert und nach außen konsistent erzählt werden. Authentizität schlägt Hochglanz – klare Haltung und glaubwürdige Stories statt leerer Versprechen. Transparenz und Daten machen Wirkung messbar. Erlebnisse entlang der Candidate Journey schaffen eine menschlich nahbare, digital orchestrierte Markenwelt. So entsteht Employer Branding, das inspiriert und nachhaltig wirkt. (Mag. Cornelia Schwaminger, MA, Erste Group Bank)
Recruiting
3. Mehr Strategie, weniger Routine.
Automatisieren Sie mit KI, damit Routineaufgaben im Hintergrund erledigt werden, während wir uns persönlich auf die Talente konzentrieren können. Kurze, klare Kommunikation sorgt für Nähe und Vertrauen im Recruiting.
Fairness und Transparenz prägen die Candidate Experience: kurze Antwortzeiten und individuelle Kommunikation sind entscheidend. In der Kandidatenauswahl gilt „kills-first“. Kompetenzen zählen mehr als Titel und verkürzen die Time-to-Hire. (Mag. Cornelia Schwaminger, MA, Erste Group Bank)
4. Kompetenzen statt Stationen
Entscheiden Sie im Recruiting konsequent nach nachweisbarer Kompetenz, Lernfähigkeit, Entwicklungspotenzial und Persönlichkeit – nicht nach Stationen und Aufgaben. Berufliche Stationen beschreiben „nur“ die Vergangenheit! Kompetenzen, Lernfähigkeit und Entwicklungspotenzial entscheiden über Zukunftsfähigkeit ihres Unternehmens. (Oliver Heun-Lechner, Outplacement.house)
Outplacement
5. Führungskräfte vorbereiten (1)
Führungskräfte müssen auf Trennungs-Situationen richtig vorbereitet sein. Führungskräfte sind keine Maschinen: In Restrukturierungen durchlaufen auch sie die Change-Kurve – von Vorahnung über Widerstand bis zur Orientierungslosigkeit. Genau dann sollen sie Fels in der Brandung sein und harte Botschaften überbringen. Wer sie unvorbereitet in Trennungsgespräche schickt, riskiert Eskalation statt Empathie.
Mein Rat: Nutzen Sie die Change-Kurve als Navigationsinstrument, prüfen Sie den emotionalen Stand Ihrer Führungskräfte und investieren Sie gezielt in ihre Befähigung – bevor das erste Gespräch stattfindet. (Erich Nepita, LHH – OTM Karriereberatung)
6. Führungskräfte vorbereiten (2)
Kein Gespräch ohne Generalprobe: Ein Trennungsgespräch ist keine Bühne für Spontanität – wer unvorbereitet reingeht, riskiert Eskalation statt Empathie. Drei Punkte vorab prüfen:
(1) Sind alle Unterlagen griffbereit (Angebote, Fristen, nächste Schritte)?
(2) Ist die Rollenverteilung klar – wer führt, wer unterstützt?
(3) Liegt der Termin nicht kurz vor dem Wochenende? Spielen Sie das Gespräch einmal trocken durch: Erst beim Durchspielen werden die echten Risiken sichtbar, und es gibt Sicherheit, auch bei emotionalen Reaktionen souverän zu bleiben. (Erich Nepita, LHH – OTM Karriereberatung)
7. Strategische Positionierung
Versuchen Sie, Outplacement als strategische Repositionierung zu sehen, nicht als reine Trennungsdienstleistung. Im Fokus stehen Identität, Wirksamkeit und Marktfähigkeit.
Wer ehrliche Neuorientierung anbietet, schafft nachhaltige Übergänge für beide Seiten. (Oliver Heun-Lechner, Outplacement.house)
Benefits, BGF
8. Bewegung strukturell ermöglichen
… nicht nur empfehlen
Kurze, regelmäßige Bewegungspausen im Arbeitsalltag reduzieren nachweislich muskuläre Beschwerden und können Konzentration sowie Leistungsfähigkeit verbessern. Unternehmen können hier wirksam ansetzen und Rahmenbedingungen schaffen, die Bewegungsroutinen im Arbeitsalltag ermöglichen und fördern z.B. indem fixe Bewegungsimpulse, Micro-Breaks oder kurze Aktivformate in den Arbeitsalltag integriert werden. (Sebastian Pfeffer, Motra Mobiles Training)
9. Gehaltstransparenz, die alles ändern
Die Richtlinie zur Gehaltstransparenz ist nicht nur gesetzliche Anforderung, sondern für Unternehmen eine echte Chance auf Kulturwandel. Unternehmen, die Fairness und Transparenz in ihrer Unternehmenskultur ernst nehmen, sind wirtschaftlich stabiler. Das unterstreichen unsere Studienergebnisse: 89 % der Mitarbeitenden in den Best Workplaces™ for Social Sustainability empfinden ihr Gehalt als angemessen (österreichischer Durchschnitt: 51 %). (Dipl.-Geogr. Christian Trübenbach, Great Place To Work)
10. Kommunikation entscheidet über den Erfolg
Selbst die besten Gesundheitsangebote bleiben wirkungslos, wenn sie im Arbeitsalltag untergehen. Klare, regelmäßige Kommunikation, einfache Zugänge und konkrete Aufhänger erhöhen die Teilnahme spürbar. Besonders wirksam sind regelmäßige kurze, praxisnahe Impulse statt langer Ankündigungen. Führungskräfte und interne Multiplikatoren spielen dabei eine zentrale Rolle, um Maßnahmen sichtbar und relevant zu machen. (Sebastian Pfeffer, Motra Mobiles Training)
Fazit
Die Quick-Tipps zeigen: Erfolgreiche Personalarbeit entsteht dort, wo Organisationen konsequent vom Menschen her denken. In der Arbeitgebermarke, im Recruiting, in der Trennungskultur und in der Gestaltung gesunder Arbeitsbedingungen. Hinter allen Quick-Tipps steht eine gemeinsame Botschaft: HR gestaltet nicht nur Prozesse, sondern Kultur – und damit die Zukunftsfähigkeit von Organisationen.
Interviewte Personen
10 Quick-Tipps für HR: Employer Branding, Recruiting, Outplacement und Benefits neu gedacht
Erich Nepita
- Geschäftsführer
- LHH – OTM Karriereberatung
- Unternehmens-Profil
- www.lhhaustria.at
Laura Brunbauer
- Director Growth Consulting
- &US
- Unternehmens-Profil
- www.and-us.com
Oliver Heun-Lechner
- Inhaber
- Outplacement.house
- www.outplacement.house
Mag. Cornelia Schwaminger, MA
- Group Head of Talent Acquisition & Employer Branding
- Erste Group Bank AG
Dipl.-Geogr. Christian Trübenbach
- Senior Manager & Senior Culture Coach
- Great Place To Work
Sebastian Pfeffer
- CEO
- MOTRA Mobiles Training GmbH





