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Wenn Bewerbungen unbeantwortet verpuffen

F_40579692schmalBewerber sind frustriert wenn sie keinerlei Reaktion vom Unternehmen bekommen. Das ist wenig verwunderlich. Dennoch – und das ist verwunderlich – kommt es erstaunlich oft vor, dass es Unternehmen nicht der Mühe wert finden, auf Bewerbungen zu antworten.

Monster.at nahm sich dieses Themas an und kann einerseits mit klaren Zahlen aufwarten und andererseits mit Tipps & Gedanken. Das Besondere hier für HRweb: der Blinkwinkel ist die Bewerber-Sicht, nicht die Personalisten-Sicht! Gerade deshalb ist es wieder mal interessant, sich dieses Thema anzusehen.

Üblicher Weise übernehmen wir hier auf HRweb keine reinen Pressemeldungen, doch hier stehe ich vor der Wahl: Pressemeldung online stellen (mit dem klaren Hinweis, dass es sich um eine Massen-Presse-Meldung handelt) oder den HRweb-Lesern den Inhalt vorenthalten. Ich entscheide mich für ersteres, denn zweiteres können Sie im Zweifelsfall ohnehin selbst umsetzen:


Monster.at Umfrage: Mehrheit ist frustriert, wenn Bewerbung ins Leere läuft

Unternehmen sollten Bewerbungsschreiben beantworten, denn sonst  frustrieren sie viele Bewerber. In Zahlen: Nur 5 % der befragten Österreicher lässt es kalt, wenn sie keine Antwort auf eine Bewerbung erhalten, „ein wenig frustriert“ sind 15 %, „mäßig frustriert“ sind 21 %, „sehr frustriert“ sind 43 % und „völlig frustriert“ sind 16 %. Interessant ist, dass die Bürger im DACH-Raum sehr ähnlich fühlen. Wie das Ergebnis einer von Monster.at präsentierten Umfrage zeigt.

Frustrationslevel: Wie fühlen Sie sich, wenn ein Arbeitgeber auf Ihre Bewerbung nicht antwortet?

DE

AT

CH

Überhaupt nicht frustriert

7 %

5 %

6 %

Ein wenig frustriert

15 %

15 %

13 %

Mäßig frustriert

16 %

21 %

22 %

Sehr frustriert

41 %

43 %

36 %

Völlig frustriert

21 %

16 %

23 %

 

Seriöse Unternehmen geben Feedback

„Es wird aber immer Unternehmen geben, die Bewerber in ihren Auswahlverfahren im Regen stehen lassen. Besser ist es für Firmen, ihre Bewerber mittels Zwischeninformationen oder bei einer Ablehnung zeitnah auf dem Laufenden zu halten, denn jeder Bewerber könnte auch irgendwann einmal Kunde werden“, erläutert Mag. (FH) Barbara Riedl-Wiesinger, Country Manager und Sales Director Monster Worldwide Austria. „Aber Achtung: Grund für eine fehlende Rückmeldung können auch unvollständige Bewerbungsunterlagen sein. Deshalb empfehlen wir, besonders auf nachfolgende Punkte zu achten: Qualifikation für die ausgeschriebene Stelle überprüfen, vollständigen Lebenslauf und Zeugnisse anfügen, Bewerbungsfrist unbedingt einhalten, Rechtschreibung prüfen, realistisches Foto beifügen, aussagekräftigen Betreff formulieren.“

Tipps, damit die Bewerbung nicht ins Leere läuft

Die Vorgehensweise bei der Bewerbung für einen neuen Job erinnert nicht selten an die „ungeschriebenen Gesetze“ des 1. Dates: Der 1. Eindruck ist entscheidend und der Grad zwischen angemessenem Interesse und Aufdringlichkeit schmal. Zu wissen, wie und wann man richtig kommuniziert, verlangt viel Fingerspitzengefühl. Im besten Fall demonstrieren Bewerber dem künftigen Arbeitgeber ihr Engagement und ihre Ausdauer, ohne dabei aufdringlich oder gar verzweifelt zu wirken. Wie also sich verhalten, nachdem die Bewerbungsunterlagen verschickt sind, und wie lange warten, bevor man noch einmal nachfragt?

Achten Sie auf Details

Vor dem ersten Date wird alles geprüft: Frisur, Outfit, mögliche Gesprächsthemen. Diese Gründlichkeit ist auch bei der Bewerbung ein Muss. Bitten Sie jemanden aus Ihrem Umfeld, Ihre Unterlagen auf Fehler zu untersuchen. Denn mehr als ein Rechtschreibfehler im Bewerbungsschreiben bedeutet meistens schon das Ende für einen Kandidaten.

Nicht mit der Tür ins Haus fallen

So wie das potenzielle Date perplex reagiert, wenn Sie plötzlich vor der Haustür stehen und nach einer Verabredung fragen, so ablehnend reagieren auch Personalchefs auf diese sehr direkte Methode. Die einzigen Jobs, auf die Sie sich noch am ehesten persönlich bewerben können, liegen im Einzelhandel und in der Gastronomie. In allen anderen Bereichen ist es angebracht, auf eine Einladung zum Gespräch zu warten.

Kein Grund zur Panik

Schon lange auf der Suche? Für Ihr Date und für Ihren möglichen neuen Arbeitgeber wirkt es eher abschreckend als anziehend, wenn Ihnen die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben steht. Bewerben Sie sich also nicht aus lauter Not auf jede Stelle, die Sie finden können, sondern wirklich nur bei Firmen, die Stellen haben, die zu Ihnen passen. Sonst geht die Beziehung in die Brüche, noch bevor sie richtig begonnen hat.

Den nächsten Schritt machen

„Wie sieht es mit einem Treffen aus?“ Lassen Sie sich nach dem Absenden der Bewerbung für eine Nachfrage mindestens drei bis fünf Werktage Zeit und nennen Sie dann im Gespräch klar Ihren Namen sowie die Stelle, auf die Sie sich beworben haben. Vermutlich wird der Ansprechpartner Ihre Unterlagen noch nicht studiert haben, aber wenn er es tut, wird er sie besonders sorgfältig lesen, nachdem er von Ihnen gehört hat.

Halten Sie es förmlich

Die SMS ist ein großartiger Kommunikationsweg in der frühen Phase einer Beziehung, auf professioneller Ebene sollten Sie aber den traditionellen Weg wählen. Schicken Sie nach einem Bewerbungsgespräch eine höfliche, gut formulierte E-Mail; Kurznachrichten oder Anfragen auf den gängigen Social-Media-Kanälen sind ein No-Go.

Nur Geduld

Platzieren Sie Ihre Kontaktaufnahmen strategisch geschickt. Firmen geben normalerweise einen Zeithorizont an, innerhalb dessen sie sich melden. Lassen Sie diesen in jedem Fall verstreichen und melden Sie sich einfach einige Tage später, jedoch gegen Ende der Woche bei Ihrer Ansprechperson. Selbstverständlich empfiehlt es sich, auch dem Unternehmen bekannt zu geben, wenn Sie auf Reisen gehen oder sich Ihre Kontaktkoordinaten geändert haben.


Danke @monster.at für den Blinkwinkel der Bewerber!

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2 Kommentrare

  1. Ulrich Wanderer am

    Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass eine höfliche Reaktion, sei es auch eine Absage schlicht eine gute Visitkarte des Unternehmens ist. Man verbindet fortan positives mit dem Firmenlogo. Werbung könnte so einfach sein 😉
    Eigentlich wäre es doch eine Idee, den einen oder anderen abgewiesenen Bewerber im Nachhinein in die HR zu holen, um sich Feedback geben zu lassen 😉

    Danke für den interessanten Artikel
    MfG
    Ulrich Wanderer

  2. Harald Schmid am

    Hallo Eva,

    offensichtlich liegt es weniger am richtigen Fingerspitzengefühl der Bewerber, sondern vielmehr mangelt es nach wie vor in manchen HR-Abteilungen an der notwendigen Kundenorientierung. Als „ehemaliger HR’ler“ fehlt mir dafür das Verständnis – das habe ich vor einem knappen Jahr hier schon deponiert: http://www.hrweb.at/2013/06/bewerber-an-human-ressource-ist-da-jemand/.

    Ich habe aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass ein professionelles Bewerbermanagement als wichtiger Bestandteil des Empolyer Brandings in allen Unternehmen wieder Einzug hält 😉

    LG
    Harald

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