HRweb | Die erfrischende Plattform für Human Resources

Neue Umfrage zeigt: Familienfreundlichkeit ist in!

Es wird viel über Arbeitgeberattraktivität in Österreichs Unternehmen gesprochen. Dabei ist ein Faktor besonders wichtig, nämlich ein Arbeitsumfeld, das eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglicht. Das zeigt auch eine neue Befragung unter 1.000 Arbeitnehmern deutlich. Für Unternehmen ist sie ein klarer Auftrag, in Familienfreundlichkeit zu investieren.

F_50850942_breit

Beruf und Familie wesentlich bei der Jobauswahl

1.000 unselbständig Erwerbstätige aller Branchen wurden im Auftrag der Familie&Beruf Management GmbH von Hajek Public Opinion Solutions im März/April 2014 darüber befragt, welche Faktoren ihnen im Job und bei der Jobauswahl wichtig sind.

In Summe nannten fast 9 von 10 Arbeitnehmern eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie als sehr wichtigen oder wichtigen Faktor. Vor allem die Gruppe der 30-40 jährigen als auch Frauen mit Kindern unter 10 Jahren maßen der Vereinbarkeit besondere Bedeutung zu.

alle Grafiken vergrößern durch anklicken!

jobauswahl_vereinbarkeitGefragt nach einer Reihung jener Faktoren, die bei der Jobauswahl besonders wichtig sind, landete die Vereinbarkeit auf Platz 2. Hinter einer guten Bezahlung und dicht vor einem respektvollen Umgang. Diese Reihung zeigt, dass Unternehmen sowohl gefordert sind, die finanziellen Rahmenbedingungen adäquat zu schaffen als auch kulturelle Aspekte und einen guten Dialog zwischen Mitarbeitern und Führungskräften beachten müssen. Keines der Dinge alleine scheint ausreichend.

faktoren_vereinbarkeitUmfangreiche Maßnahmen und Möglichkeiten

Unternehmen, die auf Familienfreundlichkeit setzen, haben eine Vielzahl an möglichen Ansatzpunkten. Vielfach steht dabei etwa die Kinderbetreuung im Vordergrund. Spannend ist jenes Ergebnis der Befragung, das zeigt, dass vor allem eine punktuelle Kinderbetreuung als wesentlich erachtet wird, nicht jedoch eine Regelbetreuung. Außerdem ist auch hier sichtbar, dass es vor allem um ein Verständnis des Arbeitgebers geht, sowie um die Möglichkeit der flexiblen Arbeitszeitgestaltung. Auch die Möglichkeit eines Wechsels von Voll- auf Teilzeit und umgekehrt (Stichwort: lebensphasenorientierte Arbeitszeit) wird als wichtig angesehen.

massnahmen_vereinbarkeit

Mehr als die Hälfte der Befragten gab zudem an, dass sie jedenfalls oder möglicherweise bereit wären, Geldbestandteile gegen mehr Freizeit zu tauschen. Lediglich 10 % schlossen dies ganz aus.

Es geht um das Verständnis der Führungskräfte

Die Wichtigkeit des Verständnisses der Führungskräfte für Bedürfnisse einer guten Vereinbarkeit von Beruf und Familie wurde bereits erwähnt. Gefragt danach, wie sehr die Vorgesetzten Verständnis dafür hätten, anworteten immerhin mehr als zwei Drittel, dass ihre Vorgesetzten viel oder gutes Verständnis hätten. Auffallend war allerdings, dass besonders Führungskräfte selbst, sowie Beschäftige im Handel und der Industrie sowie Frauen mit Kindern unter 10 Jahren merklich unzufriedener mit dem Verständnis ihrer Führungskräfte waren.

Gesamt gesehen gibt fast die Hälfte der Befragten den Rahmenbedingungen für Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Österreich die Note „Befriedigend“. Vor allem Teilzeitkräfte sehen diese negativ, wenngleich diese mit ihren eigenen Teilzeit-Rahmenbedingungen mehrheitlich zufrieden sind.

Für Unternehmen kann das Ergebnis verstanden werden als Auftrag, gezielt flexible Arbeitsbedingungen und Rahmenbedingungen für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie bereit zustellen. Vor allem die begehrte Gruppe der 30-40 Jährigen und damit schon erfahrenen Arbeitskräfte schätzt diese Möglichkeiten sehr und entscheidet sich ganz bewusst für familienfreundiche Arbeitgeber.

Wege dahin gibt es zahlreiche. Das Audit berufundfamilie beispielsweise unterstützt Unternehmen gezielt dabei, passende Maßnahmen für mehr Familienfreundlichkeit im Unternehmen zu definieren.

Weiterführende Infomationen

Link zur Studie

teilen

Ein Kommentar

  1. Ulrich Wanderer am

    Danke für diesen Artikel! Auffallend ist ja auch, dass sich die Unternehmen in der jüngeren Vergangenheit auch immer öfter der Angebote der Mediatoren bedienen, um einerseits unternehmensinterne Probleme in Win-Win zu wandeln, aber auch um den Mitarbeitern in persönlichen Problemen zu helfen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Spielregeln