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Emotionen als Treibstoff für Mitarbeitermotivation

Auch wenn wir glauben, Entscheidungen auf rationaler Basis zu treffen – oft sind es unsere Emotionen, die uns letztendlich entscheiden lassen. In ähnlicher Art und Weise macht das Management von Organisationen oft funktionelle Faktoren dafür verantwortlich, dass nur etwa ein Drittel der Mitarbeiter voll motiviert sind und dass andere ihre Motivation verloren und bereits innerlich gekündigt haben.

Strategien rund um Recruiting und Erhöhung der Mitarbeitermotivation konzentrierten sich auf Belohnungen, Prämien, Lohnerhöhungen oder flexible Arbeitszeiten – obwohl emotionale persönliche Beziehungen den größten Einfluss haben, dass sich Mitarbeiter engagieren, effektiv arbeiten, in der Organisation verbleiben und Fürsprecher ihrer Organisation sind.
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Dale Carnegie Training beauftragte MSW Research, die Bedeutung der Emotionen am Arbeitsplatz zu untersuchen. MSW testete 28 positive und negative Emotionen, die im Zusammenhang mit Kaufverhalten von Kunden in etlichen Segmenten bereits als relevant bekannt waren. In dieser grundlegenden Studie anhand von 1.500 Mitarbeitern erwiesen sich fünf dieser 28 Emotionen als Engagementtreiber und 12 als Engagementkiller.

Je mehr positive Emotionen, umso höher die Motivation

mitarbeitermotivation2Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen andere eher unterstützen, wenn sie ihnen gegenüber positive Gefühle empfinden. Ein Lächeln empfinden wir nicht nur als angenehm, sondern es ist auch ansteckend. Positive Gefühle können wir quasi speichern, die uns dann vor Negativität schützen und uns leichter durch schwierige Zeiten kommen lassen. Das gilt sowohl im beruflichen, als auch im persönlichen Umfeld.

Untersuchungen zeigen, dass Wertschätzung, Zuversicht, Inspiration, Begeisterung und Ermächtigung die Schlüsselemotionen für Mitarbeitermotivation sind. Wertschätzung erweist sich als Eintrittsschwelle für Engagement. 46% der Mitarbeiter geben an, sich wertgeschätzt zu fühlen. Wertschätzung alleine erzeugt allerdings noch kein Engagement, vielmehr erweist es sich als notwendige Voraussetzung für andere, noch stärkere positive Emotionen. Wertschätzung und Zuversicht gemeinsam ermächtigen Menschen, Entscheidungen am Arbeitsplatz zu treffen und Begeisterung zu erzeugen, was Menschen dazu inspiriert, noch mehr persönliche Ressourcen einzubringen. Mitarbeiter, die mit Begeisterung bei der Sache sind, tun das nicht wegen des Gehalts oder der Beförderung – sie engagieren sich für ihre Organisationen und wollen an der Zielerreichung mitwirken.

Was Mitarbeiter an ihren Unternehmen wirklich interessiert, sind die Antworten auf folgende Fragen:

  • Fühle ich mich wertgeschätzt?
  • Schätze ich die Organisation, für die ich arbeite?
  • Fühle ich mich zugehörig?

Diese Fragestellungen sind Voraussetzung für die Steigerung der Mitarbeitermotivation, der Performance, und der Bereitschaft, innerhalb der Organisation dazuzulernen. Mitarbeiter wollen Teil eines größeren Ganzen sein, um darauf stolz sein zu können. Diese positive Identifikation mit dem Job gibt Mitarbeitern zusätzliche Energien. Sie freuen sich auf ihre Arbeit und sind eher bereit, die Extrameile für den Organisationserfolg zu gehen. Sie sind einfach engagiert.

Die Höhe der Motivation nimmt mit der Anzahl empfundener positiver Schlüsselemotionen (Wertschätzung, Zuversicht, Inspiration, Begeisterung und Ermächtigung) dramatisch zu. 70% aller Befragten empfanden wenigstens eine dieser fünf positiven Schlüsselemotionen, aber nur 12% empfanden wenigstens drei davon. In letzterer Gruppe waren nur 5% nicht engagiert und über die Hälfte für ihr Unternehmen engagiert.

Engagement bedeutet mehr, als in der Arbeit zufrieden zu sein. Tatsächlich hat Zufriedenheit nur einen geringen Einfluss auf Engagement. Engagement zeigt sich eher dadurch, wie sehr Mitarbeiter sich mit ihrer Organisation persönlich verbunden und committed fühlen. Gemessen werden kann das durch die Bereitschaft der Mitarbeitern, ihre Organisation als Arbeitgeber oder Geschäftspartner zu empfehlen.

Negative Emotionen und Motivationsverlust

Es gibt einen direkten Zusammenhang von negativen Emotionen und der Ausprägung von Engagement. Mitarbeiter, die negative Emotionen empfinden, sind nahezu zehnmal mehr unmotiviert als solche, die positive Gefühle hegen. Fast drei von zehn Mitarbeitern empfinden wenigstens eine von zwölf signifikanten negativen Emotionen als Resultat ihrer Interaktion mit dem unmittelbar Vorgesetzten.

Nahezu die Hälfte dieser Mitarbeiter sind nicht engagiert und lediglich 10% engagiert, im Gegensatz zu gemessenen 52% Engagierten bei jenen, die hauptsächlich emotional positive Erfahrungen mit dem unmittelbar Vorgesetzten machen.

Drei negative Emotionen führen zu Motivationsverlust: Irritation, Desinteresse und Verunsicherung (irritation, disinterest, and discomfort). Wir können von Mitarbeitern nicht bessere Leistungen erwarten, wenn sie von ihren unmittelbar Vorgesetzten verletzt werden, was ja zu emotionaler Distanz und Engagement-Verlust führen muss. Einfach gesagt: Ein guter Vorgesetzter lässt Mitarbeiter sich wertvoll und zuversichtlich fühlen, während ein schlechter Chef Mitarbeiter irritiert und verunsichert.

Das ist wichtig, denn negative Emotionen verbreiten sich noch rascher als positive. Weil sie leichter erkennbar sind, können sie von einzelnen Mitarbeitern zu Kollegen bis hin zur ganzen Organisation und darüber hinaus übertragen werden, und schließlich können sie sogar bestehende und potenzielle Kunden oder mögliche zukünftige Mitarbeiter am Arbeitsmarkt „infizieren“.

Woher kommen diese Emotionen?

Mitarbeiter identifizieren sich mit ihrem Job über die Emotionen, die sie aufgrund der Handlungen der Organisation insgesamt und ihrer Vorgesetzten im Besonderen empfunden haben. Die Analysen haben gezeigt, dass die von der Organisation und dem Vorgesetzen ausgelösten Gefühle stark miteinander zusammenhängen. Allerdings spielt der unmittelbare Vorgesetzte die weitaus bedeutendere Rolle, denn er bzw. sie ist zu 84% dafür verantwortlich, wie Mitarbeiter über ihre Organisation empfinden. Zufriedenheit ist die einzige Emotion, die stärker von der Organisation als vom unmittelbar Vorgesetzten hervorgerufen wird.

employee-champion3Weiters wurde der Zusammenhang zwischen wahrgenommenem Gefühl des Mitarbeiters und dem Grad der Zufriedenheit mit dem unmittelbar Vorgesetzten untersucht. Der unmittelbar Vorgesetzte erzeugt polarisierende emotionale Reaktionen. Führungskräfte, die positive Emotionen erzeugen, erzielen höhere Zufriedenheit. Sie erzielen die höchsten Zustimmungsraten, wenn sich Mitarbeiter inspiriert, begeistert, zufrieden und angeregt fühlen. Wenn Führungskräfte andererseits negative Gefühle erzeugen, sind Zufriedenheitsraten unterdurchschnittlich. Vor allem wenn Mitarbeiter sich verletzt, verärgert oder irritiert fühlen, sind die Zustimmungsraten am niedrigsten. Zufriedenheit mit den Vorgesetzten bestimmt also die Zufriedenheit mit der Organisation insgesamt und damit auch das Engagement.

Wie können Führungskräfte positive Emotionen am Arbeitsplatz erzeugen?

Mitarbeiter identifizieren sich mit ihrer Arbeit über ihre Gefühle aus den Erfahrungen mit ihrer Organisation insgesamt und insbesondere mit ihrem unmittelbar Vorgesetzten. Jene, die sich positiv mit ihrer Organisation verbunden fühlen, empfinden Ownership und werden eher an Bord bleiben, und in kürzerer Zeit überdurchschnittliche Ergebnisse bringen. Dale Carnegie Training ist Spezialist im Aufbau jener Sozialkompetenzen, die positive Emotionen vermehren, die für ein produktives Arbeitsklima wesentlich sind und zu höherer Mitarbeitermotivation führen.


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