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Microtraining | Kurz und oho – Lösung im Tagesgeschäft-Dilemma

Microtrainings statt „Wäre super, geht aber nicht.“

 

„Sehr spannendes Konzept, aber die Führungskräfte zwei Tage zu einem Training schicken, das ist derzeit sehr schwierig.“ Könnte diese Aussage auch von Ihnen stammen? In Gesprächen hört man solche Sätze immer häufiger.  Lernen ist essentiell für die Weiterentwicklung  des Unternehmens und doch zieht das Lernen im Alltagsdruck sehr oft den Kürzeren. Wichtig, aber nicht sehr dringend? Das gilt für strategische Planung auch. Lassen wir sie deswegen weg?

 

Antwortmöglichkeiten auf das Lern-Tagesgeschäft-Zeit-Dilemma sind z.B.

  1. die Zeit genauso selbstverständlich fix einbuchen, wie Budgetmeetings (oder den Reifenwechsel)
  2. Ds Lrnn nfch sflln lssn – „Das (organisierte) Lernen einfach (wie die Selbstlaute hier) ausfallen lassen
  3. Oder Kombinieren und das Lernen in ganz kurze Einheiten mitten ins Geschehen holen: Microtrainings
  4. all das nicht und selbst das nicht (für Kenner 😉 die fünfte, paradoxe Position im Tetralemma, aber das ist eine andere Geschichte.)

Microtrainings sind also eine Lösungsmöglichkeit. „Micro“ heißt in Zeit übersetzt: zehn Minuten bis zwei Stunden. Microtrainings sind  trainergeleitete Lerneinheiten direkt vor Ort  am Arbeitsplatz und zwar meistens in Randzeiten.

Microtraining: Die Salami-Taktik

Die Idee dahinter hat viel mit Salami zu tun. Nämlich das Lernen in verdaubaren Happen zu portionieren: einen konkreten Inhalt  direkt umsetzbar machen. Die didaktische Konzeption ist bei kurzen Zeiteinheiten umso wichtiger und herausfordernder. Es geht dabei nicht um eine „Vorlesung“, sondern um aktives Lernen mit dem Ziel, den Lerntransfer zu maximieren.

Eine Hand voll, that´s it.

Fünf Schritte führen zu einem wirksamen Microtraining und Barbara Illi und ihr Team präsentieren sie anschaulich am Neuland Inspiration Day 2016, natürlich in einem Microtraining ;-). Die Eselsbrücke dabei – für jeden Finger einen Schritt und eine Handvoll ist genug.

  1. Aufmerksamkeit gewinnen. Das ist der Start und wir holen die Teilnehmer von ihrer Arbeitswelt ab und bringen sie z.B. mit Musik, einer kleinen Aufmerksamkeit und einer kurzen, freudvollen Aktivierungsübung rein in das Training.
  2. Sinnfrage klären. Bevor das Thema eröffnet wird, die Frage: Warum macht dieses Thema Sinn? Was ist euer Nutzen davon? Motivation entsteht durch das selbst nachdenken und z.B. bemurmeln mit den Kollegen.
  3. Informationen vermitteln. Im Dialog und mit Interaktion. Gehirngerecht. Nur das was wirklich nötig ist.
  4. Inhalte anwenden. Dafür ist im Microtraining die längste Zeitspanne eingeplant. Selbst Fälle lösen, Gespräche simulieren, ausprobieren, einen Werbespot darüber drehen…
  5. Lernerfolg messen. Mit einem fliegenden Ball die Learnings abfragen, einen persönlichen Umsetzungsplan erstellen, sich gegenseitig am Arbeitsplatz dazu begleiten (Shadowing), einen Elevator Pitch dazu veranstalten…

Nur mehr im Micro-Mini?

Im Microtraining-Design liegen sehr viele Vorteile, allen voran die Zeitersparnis und damit die Kostenersparnis. Lernen wird Teil des Arbeitstages und für einen einstündigen Impuls findet sich viel leichter Zeit. Das Gesamtthema wird in mehrere Puzzleteile zerlegt und über einen längeren Zeitraum im Unternehmen trainiert.

Ein weiterer Vorteil liegt im gemeinsamen Lernen im Team und dem gleich folgenden Umsetzen eines überschaubaren Inhaltes, der optimal für den Transfer aufbereitet wurde. Inhaltlich ist es theoretisch für alle Inhalte geeignet, wobei es meiner Ansicht nach da eine Limitierung gibt. Wann immer ich Soft Skills vermittle, die mit einem wirklichen Perspektivenwechsel verbunden sind und ein persönliches und gemeinsames Einlassen voraussetzen, ist meiner Meinung nach eine längere Einheit abseits des Firmenstandortes (z.B. zweitägiges Training oder ein eintägiger Kick-off und dann Microtrainings) wirksamer. Eine Haltungsänderung braucht mehr Zeit und einen geschützten und inspirierenden (Frei-)Raum um entstehen zu können. Also Mr. Microtrainings-Superman, jederzeit, aber zum Planetenwechsel lieber mal wegbeamen mit Scotty á la Startreck.

Mein Fazit

Ein didaktisch wirksames, spannendes und innovatives Konzept (selbst bereits erfolgreich umgesetzt), das den Bedürfnissen dieser schnellen Zeit sehr entgegen kommt und wo UMSETZEN groß geschrieben wird.


Literatur

Barbara Illi „Microtraining Sessions“, Verlag ManagerSeminare

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