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Rahmenbedingungen für besonders effektives eLearning & Blended Learning

eLearning & Blended Learning funktioniert hervorragend, wenn … dieses jenes und das berücksichtigt wird. Genau diese nötigen Rahmen-Bedingungen sind Thema meines heutigen Experten-Interviews.

Und anschließend an mein Interview Pros & Cons von eLearning und Blended Learning | Führungskräfte-Training (23juni2017) habe ich noch eine Frage im Ärmel:  und auch: Welche Führungskräfte profitieren am meisten von e-Learning und Blended Learning?

 

 

Welche Rahmenbedingungen machen Blended Learning und eLearning als Trainings-Methoden besonders effektiv?

DI Kathrin Renz (Top Train): Aus Erfahrung wissen wir, dass von Seiten der PE/Führungskräfte klar an ihre Mitarbeiter kommuniziert werden muss, dass diese neuen Trainings-Methoden anzuwenden und zu nutzen sind und keine „Spielzeuge“ und obligatorische Tools sind, sondern Arbeitsprogramme wie z.B. das E-Mail-Programm für das Daily Business.

MMag. Victor Mihalic (Easy Business): Ein pädagogisch-didaktisch ausgezeichnetes e-learning-Programm, wovon es leider noch viel zu wenige gibt. Ein ebenso ausgezeichneter Trainer, der statt Stoff vorzutragen nur mehr die höchst anspruchsvolle Aufgabe der Umsetzung und des Transfers übernimmt.
Letztendlich steht und fällt der Lernerfolg mit der Motivation der Teilnehmer. Die Erfahrung zeigt, dass ein anerkannter Abschluss, der mit einem übergeordneten Zertifikat – und nicht bloß einer Teilnahmebestätigung – belohnt wird, den größten Effekt erzielt.

Mag. Paul Krumböck (Institute of Microtraining): Auf kurze Präsenztrainings folgen Nachlernphasen, die sich die User individuell einteilen können. Sie lernen wann sie wollen und auch wo sie wollen. Denn mobile Lernapplikationen ermöglichen, dass auch am Smartphone und Tablet gelernt werden kann. Individuell – flexibel – und zunehmend mobil.

Reinhard Krechler (Beraterkreis): Online Trainings erfordern ein hohes Maß an Selbstdisziplin, Committment also. Da schreckt auch viele Personalverantwortliche davon ab, Onlinetrainings für Führungskräfte anzubieten.

Daher empfehle ich begleitende strukturelle Maßnahmen wie zB eine erste Vorstellung des Trainings für die Trainees als klassischen Workshop (zB 2 Std.) durchzuführen, das Installieren von Peergruppen und/oder Mentoring sowie einige – wenige Präsenzeinheiten, um die mit den Trainingsinhalten gemachten Erfahrungen zu analysieren und voneinander zu lernen. Größere Unternehmen können dafür ihre internen Trainer_innen einsetzen.

Dominik Etzl (MDI Management Development): Rahmenbedingungen, welche Blended- und e-Learning Methoden besonders effektiv machen, sind Firmenkulturen, welche generell offen für Veränderung sind und sich in McGregors „Theorie X – Theorie Y“ deutlich am „Y“ Ende der Skala befinden. Dies trifft für e-Learning noch mehr zu, als für Blended Learning, da hier der Lernende keinen Trainer mehr an der Seite hat, der ihn in seinem Lernprozess unterstützen kann. Für die erfolgreiche Implementierung von Blended- und e-Learning sind das Interesse an einer digitalisierten Arbeitswelt und Freude an der Übernahme von Eigenverantwortung besonders förderlich.
Um die Effektivität von Blended Learning in Führungskräftetrainings sicherzustellen, ist es aus Erfahrung ebenfalls von essenzieller Bedeutung, einen „e-Learning-Experten“ im Team zu haben, der die Vision in die Projekte trägt und sich um die optimale Aufsetzung der Trainings kümmert.
Schließlich ist es wichtig, dass das Präsenz- und Onlinetraining keinesfalls als zwei voneinander unabhängige Bereiche verstanden werden, sondern ganz im Gegenteil: Im Optimalfall arbeiten Präsenz- und Onlinetools symbiotisch zusammen und kreieren ein größeres Ganzes.

Dr. Klaus Volcic (ELC E-Learning Consulting): Aufgrund den kürzeren Präsenzphasen und den bereits erfolgten Vorbereitungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden die Themen rascher und somit effektiver behandelt. Vor allem haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Präsenzphasen noch praxisorientierter durchgeführt werden.

Mag. Matthias Veit (Skillformation): Wichtig ist die Vorgabe (oder Einplanung) von Zeit für das Erarbeiten von Lerninhalten mittels e-learning. Durch die freie Wahl der Lernzeit werden häufig andere Tätigkeiten vorgezogen, was dazu führt, dass Inhalte dann eben doch nicht erarbeitet werden, weil die Zeit fehlt. Plant man die Zeit ein (und kennt man den Zeitaufwand – sollte mit dem e-learning Inhalt „mitgeliefert“ werden), ist der Lernerfolg gegeben.
Blended Learning: Je nach Inhalt muss überlegt sein, ob man diesen als Vor- oder Nachbereitung bereitstellt (oder beides). Mit dem richtigen Mix bringt diese Lernmethode oft große Vorteile mit sich.

 



Die Gesprächspartner


DI Kathrin Renz
Projektmanagerin Digitales Lernen

Top Train Unternehmensberatung und Training GmbH

www.top-train.at

Unternehmens-Profil


MMag. Victor Mihalic
CEO

Easy Business Training GmbH

www.easybusiness.at

Unternehmens-Profil


Reinhard Krechler, MSc
Eigentümer und Geschäftsführer

Beraterkreis

www.beraterkreis.at

Unternehmens-Profil


Mag. Paul Krumböck
Senior Partner

Institute of Microtraining

www.micro-training.at

Unternehmens-Profil


Dominik Etzl
Solution Development

MDI Management Development GmbH

www.mdi-training.com


Mag. Matthias Veit

Skillformation e.U.


Dr. Klaus Volcic

ELC E-Learning Consulting GmbH


Interview durchgeführt von

selan_eva_150Mag. Eva Selan, MSc
Geschäftsführerin

HRweb
Eva.Selan@HRweb.at
www.HRweb.at

Autoren-Profil | Eva Selan


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