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Homeoffice – wer kennt den goldenen Weg?

Laut Eurostat waren 2018 EU-weit weniger als 10% der Erwerbstätigen im Homeoffice.  Das hat sich letztes Jahr drastisch verändert. Man könnte sagen, das Jahr 2020 war das größte Homeoffice-Experiment aller Zeiten.

Was vorher in vielen Firmen als Arbeitsmodell unmöglich schien, wurde über Nacht zur Normalität. Klar, dass Ratgeberseiten zu diesem Thema boomen.

 

 

Erkenntnisse

Was gilt aber eigentlich als wissenschaftlich gesichert? Ich habe mich auf die Suche gemacht und folgende Erkenntnisse zusammengetragen.

  • Es gibt viele Einflussfaktoren die bestimmen ob Homeoffice positive Effekte hat. Einen Faktor konnte man aber in allen Untersuchungen finden: je größer der inhaltliche und zeitliche Handlungsspielraum ist, desto höher ausgeprägt die Vorteile  (Wieland, 1999).
  • Positive Aspekte werden alleine schon durch die Tatsache aktiviert, dass es nur die Option für Homeoffice gibt
  • Homeoffice steigert die Leistung.Untersuchungen der Stanford University 2018 zeigten, dass die Produktivität bei Call-Center Mitarbeitern im Homeoffice um 13% über der der Kontrollgruppe lag. Die Homeoffice-Gruppe machte weniger Pausen und meldete sich seltener krank. Sie erledigten mehr Anrufe in der selben Zeit wie die Kontrollgruppe. (Magazin Gehirn & Geist Nr. 01/2020)
  • Es steigert Arbeits- und Lebenszufriedenheit.Angestellte mit einer Homeoffice-Option sind zufriedener mit ihrem Job
  • Angestellte mit Homeoffice-Option sind gesünder
  • Es verringert das Risiko von Work-Family-Konflikten, die Mitarbeiter haben weniger Vereinbarkeitsprobleme
  • Es verringert Fluktuation

Voraussetzungen für das Gelingen

Aber neben der Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten, braucht es noch andere Voraussetzungen fürs Gelingen. Dies sind aus Sicht der Forschung folgende:

  • Die Freiwilligkeit, denn Menschen haben individuelle Bedürfnisse, Lebenssituationen und Jobanforderungen und nicht für alle ist dieses Modell das Beste.
  • Die Fähigkeit zur Selbstorganisation der notwendigen Arbeitsschritte und zur Selbstregulation der eigenen Person. Selbstregulation meint jene Fähigkeiten, mit denen wir unsere Aufmerksamkeit, Emotionen, Impulse und Handlungen steuern.
  • Hinzu kommt die „Familienregulation“, die Bewältigung der psychosozialen Anforderungen, die durch andere Familienmitglieder (Partner, Kinder) gestellt werden
  • 2 Tage pro Woche Homeoffice war für die meisten Personen am effektivsten und motivierendsten.
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