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Arbeitswelt in 10 Jahren | Trends in der Art der Zusammenarbeit

Personalentwicklung

Die Art der Zusammenarbeit sah vor 10 Jahren noch etwas anders aus als heute. Wie wird es sich in den nächsten 10 Jahren entwickeln? Ein Interview über die Trends bis 2033 und daraus folgende Konsequenzen für die PE.

Das ist der Auftakt einer kleinen Interview-Serie, die sich mit der „Arbeitswelt in 10 Jahren“ auseinandersetzt. Darin beleuchten wir unterschiedliche Seiten:

  • Die Art der Zusammenarbeit
  • Teams – ihre Zusammensetzung, Kommunikation, Interaktion
  • Führungskräfte & notwendige Fähigkeiten
  • Lehrlinge & Jugendliche und ihre Entwicklung.

Jedem dieser Blickwinkel widme ich ein Interview und jedes Mal frage ich: Welche Konsequenzen soll PE (Personalentwicklung) daher jetzt bereits daraus ableiten?

Experten-Interview

Fachkräftemangel, Personalentwicklung
Links der HR-Branche Personal-Entwicklung

Wie wird sich die Art der Zusammenarbeit verändern?
Und: welche Konsequenzen hat es bereits heute für die PE?

Marcus Christopher Schulz, CMC (DELTACON Executive Search): Die Arbeitswelt und die Rolle der Führungskraft haben sich über die letzten zehn Jahren stark verändert. Die Dynamik dieses Wandels wird in den nächsten Jahren noch weiter Fahrt aufnehmen und auch die Zusammenarbeit maßgeblich prägen. Vor der COVID-19-Zeit war die Arbeitswelt klassisch strukturiert, Führungskräfte agierten hierarchisch, oft nach starren Strukturen. Mit Corona kam ein Cut, der die Einstellung von Mitarbeitenden und Führungskräften nochmals gravierend verändert hat. Vorgesetzte und Teams hatten sich nicht mehr physisch „griffbereit“, sämtliche Steuerung und Unterstützung erfolgte virtuell und remote. Der traditionelle 9-5-Ansatz wich somit einer neuen Flexibilität, die dennoch hohe Produktivität mit sich brachte. Wenn Menschen an richtiger Stelle sind, sind sie heute bereit, quasi zu jeder Zeit zu arbeiten, wünschen sich im Gegenzug aber auch zu fast jeder Zeit Freiheit für ihre individuellen Bedürfnisse. Hierarchisches Denken und Geld verdienen ohne Rücksicht auf Verluste wird in zehn Jahren definitiv Vergangenheit sein.

Mario Derntl, BA MBA (zukunft.lehre.österreich): Die jungen Menschen der Generation Z zeichnet besonders aus, dass sie in einer Welt des Digitalen aufgewachsen sind – ihr selbstverständlicher Umgang damit wird zweifellos die Zukunft prägen. Zudem ist dieser Generation so einiges wichtig, was bisher noch eher als Ausnahme galt: Teilzeit, Möglichkeiten zum Homeoffice und eine weitgehend strikte Trennung von Arbeit und Privatleben – bei der Ausschreibung neuer Mitarbeitender sollten Unternehmen diese etwas anderen Prioritäten berücksichtigen.

Christoph Monschein (Edenred Austria): Die flexible und an individuelle Bedürfnisse angepasste Arbeitswelt wird Bestand haben. Das heißt, Homeoffice, Remote Working oder auch Workation werden bestehen bleiben. Das bleibt nicht ohne Konsequenzen: Führung muss sich verändern und auf Vertrauen anstatt Kontrolle fußen. Zwar gilt es hier, Eckpunkte bzw. gewisse Richtlinien für eine gute Zusammenarbeit bei zunehmender physischer Distanz zu vereinbaren, allerdings bedarf es einer flexiblen Umsetzung. Führungskräfte müssen hier stark umdenken. Eine weitere Veränderung, die ich ausmache: Durch die zunehmende Flexibilität ergeben sich neue Möglichkeiten für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das heißt, Mütter (und Väter) können (mehr als nur) Teilzeit arbeiten. Das führt zu erhöhtem Wohlstand und zu verringerten „prekären Arbeitssituationen“.

Mag. Peter Wiltsche, MA (il Aus- und Weiterbildung): Durch die anhaltende Digitalisierung und den Einsatz neuer Technologien, bis hin zu künstlicher Intelligenzen, werden Arbeitsprozesse schneller und effizienter, wodurch Zusammenarbeit in vielen Bereichen virtueller und ortsunabhängiger werden wird. Das erfordert eine Anpassung der Arbeitsmethoden und eine verstärkte Nutzung moderner Tools und Plattformen, um am Markt relevant zu bleiben und wirtschaftliche zu arbeiten. Schließlich liegt in all den Entwicklungen auch enormes Potential für Prozessoptimierung.

Vorausschauende Personalentwickelnde sollten daher bereits jetzt in der Ausbildung darauf achten, dass Nachwuchskräfte und Ausbildende neben fachlichen Fähigkeiten auch digitale Kompetenzen erwerben und den Umgang mit fortschrittlichen Technologien erlernen.

Eine weitere Konsequenz ist die Förderung von Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, da die Zusammenarbeit in Zukunft noch stärker auf wechselnden Teams und Projekten basieren wird. Hierbei sollte auch die Förderung von Soft Skills wie Kommunikation, interkultureller Kompetenz und Selbstorganisation nicht vernachlässigt werden. Letzteres wird es zudem brauchen, da Information kein Engpass mehr sein wird, sondern eher die kompetente Selektion und Organisation der Information.

Die Interview-Partner

Mario Derntl, BA MBA

  • Geschäftsführer
  • zukunft.lehre.österreich.
Mario Derntl, Zukunft Lehre

Christoph Monschein

Christoph Monschein, Edenred, Stellenausschreibung, Stellenanzeigen

Marcus Christopher Schulz, CMC

Marcus Schulz, Deltacon

Mag. Peter Wiltsche, MA

  • Business Development, Coaching & Training
  • il Aus- und Weiterbildung GmbH
Peter Wiltsche, iL Lehrlingstraining
Mag. Eva Selan, MSc | HR-Redakteurin aus Leidenschaft

Theoretischer Background: MSc in HRM & OE. Praktischer Background: HR in internationalen Konzernen und KMUs in Österreich und den USA.
Nach der Tätigkeit beim Print-Medium Magazin TRAiNiNG als Chefredakteurin, wechselte sie komplett in die Online-Welt und gründete Ende 2010 das HRweb.

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