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MBA-Ausbildungen | Der typische Teilnehmer

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In Österreich blicken wir bereits auf mehr als ein Jahrzehnt hochpreisiger, meist privat finanzierter Master-Studiengänge zurück. Die Entwicklung war rasant – sowohl die Entwicklung der Studiengägne als auch die berufliche Entwicklung einiger Absolventen! Von Eva Selan


Teil II / IV: der typische Teilnehmer


Teilnehmerstruktur

Einhergehend mit dem gestiegenen Bekanntheitsgrad der Titel MBA, MSc und diverser MA, wurde auch der Einzugsbereich der potenziellen Teilnehmer breiter.


Inwiefern änderte sich die Teilnehmerstruktur innerhalb der Master-Studiengänge während der vergangenen 10 Jahre?

Astrid Kleinhanns (Executive Academy): “Da sich die einzelnen Jahrgänge in dieser Hinsicht doch ziemlich voneinander unterscheiden, ist es schwierig einen eindeutigen Trend zu identifizieren. Was wir in jedem Fall beobachten können ist, dass unsere Teilnehmer einerseits älter und andererseits internationaler werden. Zudem steigt der Anteil jener, die sich das MBA Studium ohne Unterstützung seitens ihrer Unternehmen selbst finanzieren. War die Verteilung vor einigen Jahren noch 1/3 Selbstzahler und 2/3 unternehmens(-teil-) finanziert, so ist die Verteilung jetzt genau umgekehrt. Wir stellen zunehmend fest, dass wegen der Auswirkungen der Wirtschaftskrise immer weniger Unternehmen bereit sind, ihren Mitarbeitern einen MBA zu finanzieren.”

Holger Heller (LIMAK): “Die Teilnehmerstruktur unserer Executive MBA Programme hat sich in den letzten 10 Jahren wenig geändert: im Schnitt 10 Jahre umfassende Berufserfahrung, bereits in führenden Positionen tätig mit zumeist internationaler Erfahrung. Letztere ist wenig überraschend mehr geworden, ebenso haben sich Verantwortungsbereiche erweitert und sind komplexer geworden, was die Sinnhaftigkeit einer General-Management-Weiterqualifizierung und damit eines EMBA weiter steigert. Was uns freut ist, dass sowohl die Anzahl internationaler Teilnehmer stetig ansteigt als auch, gerade in den letzten Jahren, die Anzahl der weiblichen Führungskräfte. Wir haben im Vergleich zur Anzahl von Frauen in Führungspositionen überproportional viele weibliche Teilnehmer, dennoch ist dies aus unserer Sicht noch nicht ausreichend. Deshalb fördern wir jedes Jahr speziell Bewerbungen von Frauen.”

Dr. Arthur Hirsh (Director, Webster University): “Seit der österreichischen Akkreditierung vor 10 Jahren hat sich erwartungsgemäß der Anteil österreichischer Studenten erhöht, da ja nun zusätzlich zur internationalen Anerkennung auch die uneingeschränkte österreichische dazugekommen ist. Weiters konnten wir beobachten, dass die internationalen Studenten zunehmend aus dem weiter entfernten Osten (Bulgarien, Rumänien, Mazedonien) zu Webster kommen.” Der Bekanntheitsgrad diverser Master- Titel war vor 10 Jahren zugegebener Maßen noch sehr dürftig. Wenn sich damals in Österreich jemand dazu entschloss, einen MBA zu absolvieren, dann war es vornehmlich deshalb, weil er eine internationale Karriere anstrebte, in einem internationalen Unternehmen Fuß fassen wollte oder internationale Wurzeln oder Partner hatte.


Motivation

Mittlerweile ist ein Master-Titel vor allem in Management-Etagen und unter Selbstständigen bei Weitem kein Novum, selbst in rein österreichischen KMU. Der internationale Touch ist weiterhin vorhanden, doch keineswegs Grundmotivation für ein Master-Studium.

Ganz im Gegenteil: Oft ist es bereits Voraussetzung, um die Karriere in die gewünschten Bahnen zu lenken. Denn ein MBA oder MSc zeugt nicht nur von fachlichem Wissen, sondern viel mehr von komplexem Denkvermögen, Belastbarkeit und hoher Einsatzbereitschaft. Nicht zuletzt ist eine solide Weiterbildung eine Investition in die eigene Employability. In den letzten 3 bis 5 Jahren stiegen der Wettbewerb am hoch qualifizierten Arbeitsmarkt und folglich auch die Anforderungen an Mitarbeiter in Richtung berufliche Qualifikation und Kompetenzen: höherer persönlicher Einsatz und höhere Flexibilität in Bezug auf den Arbeitsort und die Arbeitsstrukturen. Weiterbildungsmaßnahmen sind heute selbstverständlicher Bestandteil jeder beruflichen Laufbahn. Darüber hinaus wurde lebenslanges Lernen zu einem gesellschaftlichen Wert, der die Lebensqualität und die Selbstbestimmung im beruflichen Kontext deutlich stärken kann.

Die Motivation, ein Master-Studium zu absolvieren, muss in jedem Fall vom Teilnehmer ausgehen. Kaum ein Arbeitgeber ermuntert seine Mitarbeiter, eine derartig zeit- und kostenintensive Ausbildung zu absolvieren.


Inwiefern hat sich die Motivation der Teilnehmer, ein Master-Studium zu absolvieren, innerhalb der vergangenen 10 Jahre verändert?

Ao. Univ.-Prof. Dr. Robert Neumann (M/O/T School of Management, Organizational Development and Technology der Alpen- Adria-Universität Klagenfurt®): “Die Motivation der Teilnehmer hat sich dahingehend verändert, dass viele berufsbegleitend studieren und sich mit dem Erwerb des akademischen Grades eine Aufwertung am Arbeitsmarkt erwarten. Gleichzeitig entsteht das Bewusstsein dafür, dass Wissen einen Wert besitzt und damit Prinzipien des lebenslangen Lernens auch einen Verwertungscharakter besitzen. Der Nutzen von Bildung, sowohl persönlich als auch beruflich, hat sich deutlich verstärkt.“

Markus Novak (Wifi Österreich): “Das vielfältige Angebot an Master- Studien sowie Zugangserleichterungen führen zu einem steigenden Interesse an solchen Ausbildungen. Das Interesse liegt insbesondere bei einer praxisnahen Ausbildung, wobei der akademische Abschluss ein wesentliches Karriereinstrument ist.”

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