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Coaching-Ausbildung | Sinnvolle Ausbildungs-Formate

Blended Learning oder gleich eLearning stehen hoch im Kurs. Im HRweb-Interview „Coaching-Ausbildung | So viel Face-to-Face muss sein“ erfuhr ich, dass selbst bei Coaching-Ausbildungen Face-to-Face bei weitem nicht das Allgemeingültige ist. Daher meine heutige Frage an meine Experten-Runde: welche Ausbildungs-Methoden ergänzen Coaching-Ausbildungen idealer Weise?

 

 

Welche Formate eignen sich in Coaching-Ausbildungen, um Face-to-Face zu ergänzen?

Mag. Michael Tomaschek, MSc (ESBA-European Systemic Business Academy): Online- oder Web-Seminare sind mittlerweile dank diverser Entwicklungen durchaus eine brauchbare Alternative für Präsenzseminare. In Coaching Ausbildungen bewährt sich auch einfach ein schriftlicher Online-Kontakt z.B. indem Transskripte von Coaching-Einheiten oder Sequenzen hochgeladen werden und von anderen Teilnehmern und der Lehrgangsleitung mit Feedback versehen werden. Das erhöht zwar den Aufwand aller Beteiligten, intensiviert aber den Lerneffekt deutlich, da es gerade im Coaching oft sehr stark auf die verbale Struktur der Kunden ankommt, die berücksichtigt werden sollte, um eine  adäquate Anschlussintervention anbieten zu können. Durch diese Verdichtung des Prozesses wird auch den Teilnehmern oft erst deutlich wo Chancen genutzt oder vergeben wurden, um den Perspektivenwechsel und die Denk- und Sichtweise der Kunden anzustoßen.

DI Elisabeth Alder-Würrer (Alder Consulting): Der Teil des Theorievortrags kann sehr gut im youtube oder ähnlichen Plattformen erfolgen. Dasselbe gilt für Beispielcoachings. Auf jeden Fall eignen sich solche Filme als Vorbereitung auf Zusammentreffen, um die Beschäftigung mit dem Thema anzuregen. Im Chat können die Themen dann diskutiert werden.
Theorie vorab im Film einzubringen eignet sich dann nicht, wenn die Ausbildende den Lernprozesse so gestaltet, dass vorab in Reflexionen und Übungen die Theorie erarbeitet wird.
Chats sind sinnvoll, um die Teilnehmer bei den ersten praktischen Schritten zu unterstützen. Anfragen an die Lehrsupervisorin sowie die Kollegen können so schnell beantwortet werden.
Ja und Lehrsupervision per Skype oder ähnlichen Applikationen ist möglich.

Miglena Doneva (ITO Individuum Team Organisation): Erickson International hat hier mit seiner Academy eine innovative, in Echtzeit interaktive, online basierte Lernplattform geschaffen, die die neuesten Gamification-Technologien nutzt. Dieses Format – das erste Gamified Social Learning Management System der Welt, ermöglicht spannendes und soziales Lernen und trägt dazu bei, dass die Ausbildung effektiv und global zugänglich ist.

Luzia Fuchs-Jorg (KICK OFF Management Consulting): Web-basierte Ausbildungsformate eignen sich gut für alle Theorie-Teile, für Übungsblätter, Tests und Fragebögen, etc., und letztlich auch, um als Coach digitale Kompetenz aufzubauen. Der Umgang mit Webinaren, Video-Chats, Apps, Arbeit mit Checklisten und Fragebögen oder auch Umgang mit Aufstellungs-Avataren will gelernt sein. Es liegt in der Natur der Sache, diese Kompetenzen gleich mit dem passenden Medium zu erlernen.
Ein weiterer, ganz wichtiger, Bestandteil einer Coaching-Ausbildung, ist die Arbeit in der Praxis – ohne Face-to-Face-Begleitung. Coaches in Ausbildung müssen viele Stunden Einzel- und Gruppencoaching-Arbeit ohne Mentor und Lehrer absolvieren, um eine tragfähige Feldkompetenz aufzubauen. Dass diese Arbeit anschließend mit dem Supervisor reflektiert wird, ist selbstredend und natürlich ein Muss. Darüber hinaus empfiehlt es sich auch, ein Praxis-Projekt mit Firmenkunden durchzuführen, um tatsächlich zu erfahren, wie sich Arbeit mit Gruppen, mit den sich daraus ergebenden Prozessen, in der Realität entwickelt, und wie der Coach mit auftretenden Resonanz-Phänomenen umgeht.
Wichtig ist auch die Peergruppen-Arbeit, die  ebenfalls ohne den Lehrcoach stattfindet. Hier wird geübt, reflektiert und einander Feedback gegeben. Peergruppen (manchmal auch Technik-Gruppen genannt) bieten auch die Plattform, gemeinsame Analysen und schriftliche Arbeiten durchzuführen, die unter anderem dazu dienen, das Erlernte zu wiederholen, bzw. zu festigen.

Mag. Renate Strommer (ASO & Wilak GmbH): Unterstützende Formate, die über das Face-to-Face mit dem Trainer hinausgehen:

  • E-Learning unterstützt im Fachwissen-Aufbau, dem theoretischen Wissen über soziale Kompetenzen.
  • Auseinandersetzung mit Literatur, Skripten, schriftlichen Inputs, …
  • Auseinandersetzung mit Fallbeispielen unter Einbeziehung von Literatur, etc. zwischen den Lehreinheiten
  • Spezifische Vorbereitungsarbeiten zu den Lehreinheiten
  • Peergruppen-Arbeit als selbstorganisiertes Lernen zwischen den Teilnehmern (auch über Skype)
  • Arbeit mit Trainingskunden
  • Verfassen von Coachingprotokollen zur Reflexion eines konkreten Coachingprozesses
  • Schriftliche Reflexion von konkreten Coaching-Prozessen in strukturierten Formaten, z.B. Abschlussarbeit, Fallarbeit
  • Demo-Arbeiten internationaler Experten, die über Web verfügbar sind.

Corinna Ladinig, MBA (CTC Academy): Alle Online-Formate (Webinare, Lernplattformen, Skype-Gruppe oder Zoom, facebook oder Whats App Gruppen, Videos, Podcasts etc. pp)

 



Die Gesprächspartner

 


Corinna Ladinig, MBA
Geschäftsführerin

CTC Academy OG

www.ctc-academy.at

Unternehmens-Profil


Miglena Doneva
Coach, Programmleiterin Coaching

ITO Individuum Team Organisation GmbH

www.ito.co.at

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DI Elisabeth Alder
Eigentümerin

Alder Consulting

www.alder.at

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Mag. Michael Tomaschek, MSc
Leitung

E.S.B.A- European Systemic Business Academy

www.esba.eu

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Mag. Sabine Prohaska
Eigentümerin

seminar consult prohaska

www.seminarconsult.at

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Luzia Fuchs-Jorg
Geschäftsführerin

Kick Off Management Consulting GmbH

www.kick-off.at

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Mag. Renate Strommer
Geschäftsführerin

ASO & WiLAk GmbH

www.aso.at


selan_eva_150Interview durchgeführt von

Mag. Eva Selan, MSc
Geschäftsführerin

HRweb
Eva.Selan@HRweb.at
www.HRweb.at

Autoren-Profil | Eva Selan


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