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Betriebliche Altersvorsorge im internat. Vergleich | Luft nach oben für Ö (Betriebspension)

betriebliche Altersvorsorge

Betriebliche Altersvorsorge wird immer wichtiger, um im Alter gut versorgt zu sein und den Lebensstandard halten zu können. Ein europäischer Vergleich zeigt allerdings: Österreich hat großen Nachholbedarf in der Verbreitung von Betriebspensionen.

Weshalb Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch in Österreich eine Firmenpension verdient haben, erzählt Otto Lauer (Leiter Kundenkommunikation bei der VBV-Pensionskasse) im Interview.

INTERVIEW-FRAGEN

Interview mit Otto Lauer

Wie viele Arbeitnehmer in Österreich haben eine betriebliche Altersvorsorge?

In Österreich haben derzeit rund 25% aller Erwerbstätigen eine betriebliche Altersvorsorge und somit später Anspruch auf eine Betriebspension. Die Nachfrage ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen, das ist sehr erfreulich. Durchschnittlich haben sich in den letzten fünf Jahren alleine bei der VBV-Pensionskasse 50 bis 70 neue Arbeitgeber jährlich für ein Firmenpension-Modell entschieden.

Das klingt gut, dennoch zählt Österreich mit diesem Wert im internationalen Vergleich zu den Schlusslichtern. Die betriebliche Altersvorsorge  ist in vielen Industriestaaten deutlich ausgeprägter als hierzulande, ebenso wie die kapitalgedeckte Vorsorge an sich.

Wie ist die Situation im europäischen Vergleich?

In der EU sieht die Situation deutlich besser aus: Im Durchschnitt hat bereits mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer eine betriebliche Vorsorge.

  • Besonders in wirtschaftlich starken Regionen, wie in Skandinavien oder den Niederlanden liegt die Quote bei Firmenpension bei etwa 90%.
  • In Deutschland bekommen rund 57% später eine Zusatzpension ausbezahlt.
  • Österreich hingegen liegt bei der Verbreitungsquote der Betriebspension eher bei Ländern wie Spanien, Italien oder Griechenland.

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Weshalb sollten Arbeitgeber auf Betriebspensionen setzen?

Wir hören immer wieder Geschichten von Arbeitnehmerinnen, die in Österreich keine betriebliche Altersvorsorge haben – ihre Kollegen in den Mutterkonzernen zum Beispiel in Deutschland aber schon. Das ist schon verwunderlich. Ich bin mir sicher, dass die heimischen Arbeitnehmer punkto Einsatz und Produktivität um nichts nachstehen und nicht zum europäischen Schlusslicht zählen. Sie haben ja oft auch die selben Qualifikationen.

Alleine deshalb verdienen sie hinsichtlich einer Firmenpension mehr Engagement seitens der Arbeitgeber. Zum Glück sehen das aber immer mehr Unternehmen auch so. Sie positionieren sich als moderne und soziale Arbeitgeber, die an ihre Mitarbeiter auch über das Erwerbsleben hinaus denken. Und steuerlich sind insbesondere Pensionskassenmodelle äußerst attraktiv, schließlich sind die Beiträge Betriebsausgabe und zusätzlich frei von Lohnnebenkosten.

Welche Rolle spielt HR in der betrieblichen Altersvorsorge?

Die Firmenpension ist eine Kernkompetenz von HR und sollte schon längst als Fürsorgepflicht des Arbeitgebers angesehen werden. Personalisten sollten sich deshalb möglichst schnell mit dieser Thematik beschäftigen.

Betriebspensionen gelten mittlerweile als eine der wichtigsten Sozialleistungen und sind ein ideales, zusätzliches Instrument, um Mitarbeiterinnen zu finden und sie längerfristig ans Unternehmen zu binden.

Interview-Partner

Otto Lauer ist Leiter Kundenkommunikation bei der VBV-Pensionskasse, o.lauer@vbv.atwww.vbv.at/pensionskasse

Otto Lauer, VBV

Mag. Eva Selan, MSc | HR-Redakteurin aus Leidenschaft

Theoretischer Background: MSc in HRM & OE. Praktischer Background: HR in internationalen Konzernen und KMUs in Österreich und den USA.
Nach der Tätigkeit beim Print-Medium Magazin TRAiNiNG als Chefredakteurin, wechselte komplett in die Online-Welt und gründete Ende 2010 das HRweb.

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