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Wenn sich im Arbeitsleben vieles in die Online-Welt verlagerte, wie sieht es dann mit virtuellem Teambuilding aus? Ich habe in Gesprächen einige interessante Ideen gehört und möchte es in einem Interview nochmal hinterfragen.

Experten-Interview

Fachkräftemangel, Personalentwicklung
Links der HR-Branche Personal-Entwicklung

Kann Teambuilding rein virtuell funktionieren? Wie & wie nicht? Worauf muss besonders geachtet werden?

Mag. (FH) Heike Dormuth, MA (Teamimpuls): Wir haben oft erlebt, dass Firmen ein rein virtuelles Teambuilding sehr in Frage stellen oder gar ablehnen. Die Gründe dafür sind sicherlich vielfältig, doch vor allem geht es häufig um das Fehlen der Präsenz mit all seinen Facetten des persönlichen Umgangs miteinander.
Die Frage vorab muss  jedoch erstmal sein, was die genaue Zielsetzung sein soll und was die Bedürfnisse des Teams und der Teammitglieder sind. Viele Themen und Inhalte können im Online-Setting ebenso bearbeitet werden, wie in der Präsenz. Vorausgesetzt eben, man behält die Erreichung der gewünschten Ziele und die Bedürfnisse des Teams im Auge, sowie natürlich man geht es methodisch richtig an. Und genau da sehen wir das meiste Entwicklungspotential bei vielen Angeboten am Markt und die Gründe, warum Unternehmen manchmal lieber auf die Präsenz „warten“.
Wir erachten einen gesunden Mix aus Präsenz und online im Zuge einer langfristigen und kontinuierlichen Begleitung von Teams am sinnvollsten, zielführendsten und auch kostensparendsten.

Mag. Victoria Schmied (ÜBERALL scene development): Dass es ohne Zwang in einem verträglichen Rahmen passiert. Also z.B. kein Online Karaoke Contest mit Leuten, die nicht singen möchten, an einem Abend, an dem die betreffende Person lieber was anderes tun würde.

Mag. Paul Bischofberger (TEAM|Manufaktur): Nun, die Antwort auf die Frage hängt davon ab, was man unter Teambuilding versteht bzw. was mit einer Teambuilding-Veranstaltung erreicht werden soll. Geht es in erster Linie darum, neue Teammitglieder an Bord zu nehmen, Teamziele und Arbeitsprozesse zu vermitteln und klarzustellen, wer wofür verantwortlich bzw. wer Erstansprechpartner für das neue Teammitglied ist, funktionieren Onlineveranstaltungen natürlich ganz gut. Unter dieser Perspektive würde ich virtuelles Teambuilding auch eher als Feelgood-Veranstaltung bezeichnen.
Wenn es allerdings darum geht, im Rahmen eines Teambuildings kniffligere Themen zu bearbeiten, beispielsweise wenn persönliche Konflikte im Raum stehen oder größere Unstimmigkeiten hinsichtlich Zielen, Ressourcen, Prozessen etc. vorherrschen, stoßen virtuelle Veranstaltungen meiner Erfahrung nach ganz schnell an ihre Grenzen – echte und intensive Auseinandersetzungen bzw. Diskussionen brauchen physische Präsenz.

Mag. (FH) Michaela Kreitmayer (Hernstein Institut): Teambuilding funktioniert auch rein virtuell. Eine Zeit lang musste es auch rein virtuell funktionieren, weil es bedingt durch die Lockdowns gar nicht anders ging.
Wir haben alle dazugelernt, was die virtuelle Welt anlangt. Auch Führungskräfte-Trainings funktionieren virtuell besser, als wir uns das vor Corona vorstellen hätten können.
Was nicht funktioniert ist, wenn man ein Präsenz-Konzept einfach 1:1 auf ein virtuelles umstellt. Virtuell braucht es ein gut durchdachtes Setting und manche Prozesse sind im Vergleich zur Präsenz erschwert, wie z.B. die Kommunikation selbst, das Socializing, die erhöhte Ablenkung, und manchmal macht uns auch die Technik einen Strich durch die Rechnung. Wenn man diese erschwerenden Rahmenbedingungen von vornherein berücksichtigt, können einige Nachteile ausgeglichen werden.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass gerade Teambuildung-Maßnahmen in Präsenz die bessere Wahl sind, da es um die Begegnung als Mensch in seiner gesamten Persönlichkeit geht und nicht nur um das Gesicht, wie wir es in virtuellen Meetings wahrnehmen.

Die Interview-Partner

Mag. (FH) Michaela Kreitmayer

Michaela Kreitmayer, Hernstein, hybrides Arbeiten

Mag. Paul Bischofberger

Paul Bischofberger, Team Manufaktur

Mag. Victoria Schmied

Victoria Schmied, Überall

Mag. (FH) Heike Dormuth, MA

Heike Dormuth, teamimpuls
Mag. Eva Selan, MSc | HR-Redakteurin aus Leidenschaft

Theoretischer Background: MSc in HRM & OE. Praktischer Background: HR in internationalen Konzernen und KMUs in Österreich und den USA.
Nach der Tätigkeit beim Print-Medium Magazin TRAiNiNG als Chefredakteurin, wechselte sie komplett in die Online-Welt und gründete Ende 2010 das HRweb.

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