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Business Coaching | Tools & Techniken, speziell für junge Führungskräfte

Coaching

Gerade junge Führungskräfte müssen sich erst einen Werkzeugkoffer an Tools und Techniken zulegen. Im Interview hinterfrage ich, was unbedingt in diesen Koffer eingepackt werden sollte.

Experten-Interview

Business Coaching Ausbildung

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Welche Tools, Techniken, Mechanismen sind sinnvoll?

Dr. Michael Tomaschek (E•S•B•A): Mit einer Coaching-Haltung auf Augenhöhe kommunizieren zu können, aktiv zuhören, mit Fragen zu führen, Ich-Botschaften bei Feedback zu geben, Wertschätzung situationsbezogen zu geben, und nicht erst zu einem späteren Zeitpunkt – also Coaching-like führen. Ziele nicht nur zu vereinbaren, sondern immer wieder in weekly´s oder anderen Jour fix Settings zur Sprache bringen. Techniken zum Abschalten und vor allem Distanz gewinnen, um den Überblick zu bekommen und Zusammenhänge und Wechselwirkungen zu erfassen, werden immer notwendiger, je schneller und komplexer die Informationen und vor allem Kontexte, in denen Führungskräfte agieren müssen, switchen.

Mag. Masha Ibeschitz-Manderbach (Think Beyond Consulting): Aus Organisationssicht ist es sicher sinnvoll, jungen Führungskräften mit der neuen Verantwortung zeitgleich gute Begleitung zu ermöglichen. Zum Beispiel in Form von Coaching-Stunden oder Development-Programmen zur Entwicklung eines klaren Führungs-Verständnisses und -Werkzeugkoffers im speziellen Kontext der eigenen Organisation.
Denn vor allem in den ersten Monaten und Jahren als Führungskraft stellen sich zahlreiche Herausforderungen: Wie delegiere ich? Welcher Führungsstil bewirkt was und was brauchen meine Teammitglieder eigentlich um performen zu können? Wie verhalte ich mich emotional intelligent im Führungskontext und wie genau funktioniert eigentlich Feedback, vor allem in schwierigen Situationen?
Meine Erfahrung ist: Viele neue Führungskräfte wollen ihr “very best self” leben und in die neue Rolle einbringen. Was sie dafür vor allem brauchen sind Möglichkeit und Rahmen, um Erlebtes zu reflektieren und aus dem eigenen Verhalten lernen zu können.

Christine Schönowitz (Group Austria): Vor allem das Systemisches Fragen; Schritt zurück (Reduktion der Komplexität); Prozesse verlangsamen (Konfliktpotential verkleinern) haben sich gut bewährt.

MMag. Silena Piotrowski (Treffpunkt Glückspsychologie): Ich arbeite gerne mit systemisch-lösungsfokussierten Fragen. Die sind nicht einfach zu beantworten, denn mentales Neuland wird damit betreten. Und gerade dadurch sind sie so wirksam, weil völlig Neues und zur Lösung Beitragendes erkannt werden kann. Z.B. „Stell dir vor, ein halbes Jahr ist vergangen. Woran bemerken deine Mitarbeitenden und deine Führungskraft, dass du wirksam führst?“
Ein sehr effektives Tool für junge Führungskräfte ist das Potentialcoaching mit dem Symbolon-Profil ©. Dieses einzigartige Profil basierend auf Bildern ist perfekt geeignet, um innerhalb kürzester Zeit einen überraschenden und fundierten Blick von den eigenen Stärken, blinden Flecken und dem eigenen Wollen zu bekommen. Durch die Reflexion zu Bildern und Symbolen entsteht ein Zugang zu zumeist unsichtbaren Ebenen der eigenen Persönlichkeit. Schlüsselerkenntnisse und konkrete Lösungen am (wunden) Punkt sind praktisch unvermeidbar 😉

Mag. Tanja Knob (ICF Austria): Im Mittelpunkt stehen Themen wie Prinzipien systemischen Denkens, Grundlagen der Kommunikation (u.a. Proaktivität, Dramadreieck, Transaktionsanalyse)  und des Konflikt-Managements (Arten, Stile, Stufen, Gewaltfreie Kommunikation), Selbstmanagement und -wirksamkeit, Resilienz. Zudem stellen die wichtigsten Grundlagen und Prinzipien des Coachings eine gute Basis für junge Führungskräfte dar. Es ist hilfreich, wenn sie zusätzlich zu systemischen Fragetechniken die ethischen Prinzipien des Coachings verinnerlichen und in der Gesprächsführung anwenden.

Mag. Barbara Schopper (HR Consulting): Supervision, Führungskräfte-Trainings, Reflexionsgespräche, Persönlichkeitsprofilanalysen, Hospitationen in verschiedenen Geschäftsbereichen

Christina Hackl (KICK OFF): Die Methode der Fragetechnik bietet sich in vielen Situationen an und kann sehr sinnvoll in Feedbacks, Mitarbeitergesprächen und Zielklärungen verwendet werden. Für eine effektive Kommunikation mit dem Team sind Kenntnisse bezüglich der eigenen Persönlichkeit und der unterschiedlichen Persönlichkeitsstrukturen ebenfalls wichtige Bausteine. Wir haben beispielsweise sehr gute Erfahrungen mit dem PCM Modell (Process Communication Model nach Taibi Kahler) gemacht, welches die verschiedenen Persönlichkeitsanteile, die psychischen Bedürfnisse und die Stressmuster sehr anschaulich verdeutlicht und eine Hilfestellung in der Kommunikation darstellt.

Veronika Aumaier MAS, MSc (Aumaier & Partner): Junge Führungskräfte brauchen in erster Linie ein klares, starkes Rollenbewusstsein, um zwischen Privatperson und beruflicher Person in der Funktion unterscheiden zu können. „Die private Persönlichkeit umfasst mehr, als die Anforderungen der Rolle“! Somit kann man seine vielfältigen Kompetenzen und Fähigkeiten zum einen auf die Rollen bündeln und seine Emotionen auf die Rollenanforderungen regulieren. Für die sonstigen, übrig gebliebenen Kompetenzen kann man adäquate zusätzliche Rollen und Möglichkeiten suchen, um diese auszuleben und ihnen zu entsprechen. Das bietet ein erfülltes Leben und gewährleistet, in die Führungsrolle ein- und auch aussteigen zu können. Beides verhindert einseitige, permanente Belastungen, die zu physischen Stresssymptomen führen können.
Des weiteren sind Beziehungsmanagement, basierend auf erstklassigen Kommunikationstechniken unumgänglich. Coaching Skills sind dafür mittlerweile Basiskenntnisse, die aus dem vielfältigen Kommunikationserfordernissen des Führungsalltags nicht mehr wegzudenken sind.

Die Interview-Partner

Mag. Masha Ibeschitz-Manderbach
Masha Ibeschitz

MMag. Silena Piotrowski

Silena Piotrowski, Glückspsychologie

Christine Schönowitz

Schönowitz, Group Austria

Dr. Michael Tomaschek

Michael Tomaschek, ESBA

Mag. Tanja Knob

Tanja Knob

Mag. Barbara Schopper

Barbara Schopper

Christina Hackl

Christina Hackl, KickOff

Veronika Aumaier MAS, MSc

Veronika Aumaier
Mag. Eva Selan, MSc | HR-Redakteurin aus Leidenschaft

Theoretischer Background: MSc in HRM & OE. Praktischer Background: HR in internationalen Konzernen und KMUs in Österreich und den USA.
Nach der Tätigkeit beim Print-Medium Magazin TRAiNiNG als Chefredakteurin, wechselte sie komplett in die Online-Welt und gründete Ende 2010 das HRweb.

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