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Sabbatical Österreich – was Sie besser vorher wissen sollten

Sabbaticals sind „in“. Der Wunsch nach beruflicher Auszeit kommt aus unterschiedlichen Richtungen – zum einen seitens der Arbeitnehmer, die private Vorhaben oder eine bessere Vereinbarkeit durch eine Auszeit realisieren wollen, zum anderen aber auch von Arbeitgeberseite, die erkannt hat, dass Ruhephasen nach längerem oder intensiverem Arbeiten förderlich sind.

Siehe auch

Sabbatical Österreich

Einige Kollektivverträge sehen ausdrücklich die Möglichkeit eines Sabbaticals vor und regeln die Rahmenbedingungen. Trotzdem trauen sich aber erst wenige Unternehmen darüber, Sabbaticals wirklich zu einem Angebot zu erklären. Wir sehen uns an, was es beim Sabbatical zu beachten gibt – organisatorisch wie rechtlich.

Sabbatical – wie jetzt?

Ursprünglich stammt die Idee des Sabbaticals aus dem universitären Forschungsbereich der USA, wo es Freisemester für Forschungen gab. Das Wort Sabbatical (im Deutschen oft mit Sabbatjahr übersetzt) entstammt der Thora.

Im modernen Sinn ist damit eine länger andauernde Freistellung gemeint, die zwischen einigen wenigen Monaten und einem Jahr (oder mehr) betragen kann.

Erreicht werden kann das in Unternehmen auf zwei Arten:

1.) Sabbatical Österreich | Ansparen von Zeitguthaben

Die Mitarbeitenden sammeln über einen definierten Zeitraum Überstunden auf einem Konto und verbrauchen diese dann „gebündelt“ während der Freizeitphase. Diese Form ist eine Art verschobener Zeitausgleich.

Vorteile dieses Modells sind sicherlich, dass es vergleichsweise einfach zu handhaben ist, einen gewissen Anreizcharakter hat und gerade in auftragsschwachen Zeiten für beide Seiten sinnvoll sein kann. Nachteilig ist, dass es Mitarbeitende geradezu einlädt, Stunden zu „hamstern“ und es teuer wird, wenn etwa ein Mitarbeiter vor oder während der Freizeitphase ausscheidet.

Beachtet werden muss natürlich auch bei diesem Modell, dass die Höchstarbeitszeitgrenzen und die Vorgaben der Arbeitszeitgesetze eingehalten werden. Die 10-Stunden-Grenze darf mangels Vorliegens eines Ausnahmetatbestandes auch hier nicht überschritten werden, was es schwer macht, rasch viele Stunden aufzubauen. Auch bedarf es langer Durchrechnungszeiträume, da sonst ein solches Modell nicht lebbar ist. Deswegen hat sich dieses Modell gegenüber dem Entgeltreduktionsmodell nicht durchgesetzt.

2.) Sabbatical Österreich | Reduktion des Entgelts

Hierbei wird bei gleichbleibender Arbeitsleistung das Entgelt über einen definierten Zeitraum reduziert. Damit wird sozusagen ein Entgeltguthaben erarbeitet, sodass der Mitarbeiter während seiner Auszeit weiter bezahlt werden kann. So könnte jemand über ein Jahr bei gleicher Normalarbeitszeit auf ein Drittel seines Gehaltes verzichten, um dann im darauffolgenden halben Jahr bei zwei Drittel seines Bezuges vom Dienst freigestellt zu sein.

Sabbatical Österreich, SabbaticalsGrafik zum Vergrößern anklicken

Vorteilhaft erweist sich bei diesem Modell, dass in der Vorbereitungsphase keine Überbelastung durch erhöhte Stundenzahl erzeugt wird und das Modell auch dann recht einfach zu handhaben ist, wenn ein Dienstnehmer während der Vorbereitungsphase ausscheidet. Allerdings wird die Rechnung komplex, wenn es während der Vorbereitungsphase zu Gehaltsänderungen, Stufensprüngen o.ä. kommt.

Organisatorische Rahmenbedingungen

Bei Angebot eines Sabbaticals muss – neben den rechtlichen Rahmenbedingungen (siehe unten) – eine Vielzahl organisatorischer Punkte bedacht werden.

Zuerst sei gesagt, dass ein Sabbatical eine Langzeitlösung darstellt. Es ist nicht geeignet, um auf kurzfristige Bedarfe zu reagieren. Dazu gibt es andere Mittel und Wege. Ein Sabbatical besteht immer aus einer Vorbereitungsphase (Ansparphase oder Entgeltreduktionsphase) und der Freizeitphase.

Grundsätzlich sind Sabbaticals in Organisationen mit homogenen Aufgabengebieten leichter umzusetzen als in Unternehmen mit sehr differenzierten Expertenaufgaben, für die es wenig Ersatz gibt und längere Abwesenheit den Arbeitsfluss stört.

Wesentlich ist auch, dass auch während einer Auszeit der Kontakt zum Betrieb bestehen bleibt und die Integration danach wieder gut funktioniert. Davon ist letztlich auf abhängig, wie gut ein solches Angebot angenommen wird. Denn wo Angst vor Jobverlust besteht, dort werden Auszeiten nie gut zu managen sein.

Weiters gilt es noch folgende Punkte zu bedenken:

  • Adressatenkreis – wer kann ein Sabbatical in Anspruch nehmen und wer nicht?
  • Anmeldemodus– wann, wie, wo und vor allem wie lange im Voraus können Mitarbeiter ihre entsprechenden Wünsche bekannt geben?
  • Sabbatical Kultur – haben wir eine Führungskultur, die ausreichend offen ist für Auszeiten, damit wir hier nicht leere Energie verbraten?
  • Vertretung / Nachbesetzung – wie können wir die Zeit überbrücken? Wie soll die Kommunikation aussehen?
  • Urlaube – Wie gehen wir mit hohen Resturlauben um? Müssen diese vor Inanspruchnahme des Sabatticals verbraucht werden?
  • Änderungen der Rahmenbedingungen – wie können wir mit sich ändernden Rahmenbedingungen umgehen? Gibt es eine Möglichkeit, die Vereinbarung bei wichtigen Gründen abzuändern oder aufzuheben?

Je klarer diese Punkte geregelt sind, desto besser. Wesentlich ist aber eine entsprechende Kultur. Wenn kein Verständnis bei den Führungskräften besteht, dann scheitern Sabbatical-Bemühungen meist sofort.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Neben organisatorischen und kulturellen Überlegungen sind auch rechtliche Rahmenbedingungen zu beachten:

  • Arbeitszeitgesetz und Kollektivvertrag – Sabbaticals sind derzeit nicht gesondert geregelt. Einige Kollektivverträge sehen Regelungen zu Sabatticals vor, die als Grundlage dienen können. Durch eine Sabbaticallösung kann nicht das Arbeitszeitgesetz ausgehebelt werden kann. Höchstarbeitsgrenzen und alle anderen kollektivvertraglichen und gesetzlichen Bestimmungen sind trotzdem einzuhalten!
  • Freiwilligkeit – Sabbaticals unterliegen der Freiwilligkeit. Es gibt für Mitarbeiter keinen Rechtsanspruch darauf und genauso darf niemand zu einer solchen Regelung gezwungen werden.
  • Sozialversicherung – die Versicherungspflicht bleibt auch während der Freizeitphase aufrecht. Unter Umständen kann die Beitragsgrundlage schwanken – hier ist auf eine gute lohnverrechnerische Handhabung zu achten.
  • Gleichbehandlungsgebot – auch beim Angebot von Sabbaticals darf es zu keiner Ungleichbehandlung ohne sachliche Rechtfertigung kommen. Daher empfiehlt es sich einige Gestaltungsvarianten anzubieten, aus denen gewählt werden kann. Es ist aber zulässig, Bereiche oder Positionen, wo Auszeiten nicht möglich sind, zu definieren.
  • Abschluss einer Betriebsvereinbarung – nicht zwingend, kann aber Vorteile haben, was die Klarheit der Rahmenbedingungen betrifft. Sie ersetzt aber keine Einzelvereinbarung!
  • Sonderfall All-in – Bezieher von All-In-Gehältern können keine Überstunden ansparen, da diese ja pauschal abgegolten werden. Für sie kommt nur das Entgeltreduktionsmodell in Frage.
  • Einzelvereinbarung – in jedem Fall sollte eine schriftliche Einzelvereinbarung abgeschlossen werden.

Was gehört vereinbart?

Folgende Themen sollten in einer Einzelvereinbarung jedenfalls sorgfältig und klar geregelt werden:

  • Beginn und Ende der Vorbereitungsphase
  • Beginn und Ende der Freizeitphase
  • Lage der Arbeitszeit in der Vorbereitungsphase
  • Entgelt während der Vorbereitungsphase und beim Ansparmodell die Mehrarbeits- und Überstundenzuschläge
  • Entgelt während der Freizeitphase
  • Urlaub – hier kann es zu rechtlichen Unsicherheiten kommen, da nicht klar ist, wie Urlaub, der während der Freizeitphase entsteht, zu konsumieren ist. In der Praxis ist die Vereinbarung üblich dass Urlaub, der während der Freizeitphase entsteht, als konsumiert gilt
  • Gültigkeitsdauer der Vereinbarung (zB bis zum Ende der Freizeitphase)
  • Modus zur Abänderung oder vorzeitigen Beendigung der Vereinbarung
  • Regelung für den Fall einer längeren Erkrankung während der Freizeitphase
  • Hinweis auf das Nebentätigkeitsverbot und die Geheimhaltungsverpflichtung auch während der Freizeitphase
  • Regelung für die Zeit nach dem Sabbatical: zB Vorbehalt des Unternehmens, dass der Mitarbeiter nach der Freizeitphase auf einem anderen, vergleichbaren Arbeitsplatz eingesetzt werden kann (Versetzung)
  • Gegebenenfalls Regelung betreffend vom Unternehmen zur Verfügung gestelltem Mobiltelefon, Laptop, Firmenwagen etc.
  • Regelung für Zeiten eines Beschäftigungsverbotes (zB bei Schwangerschaft): in der Regel gilt dann die Freizeitphase als unterbrochen.
  • Eventuell ein Widerrufsvorbehalt des Arbeitgebers (etwa bei unvorhergesehen starker Auftragslage) und/oder des Mitarbeiters (etwa bei unvorhergesehenen persönlichen Ereignissen) und die Modalitäten eines solchen Widerrufs (Vorlaufzeit, Informationsfluss, Einschränkungen etc.)
  • Regelungen zur Aufrechterhaltung des Kontakts auch während der Freizeitphase sowie Maßnahmen für die Wiedereingliederung
  • Eventuell ein Kündigungsschutz zugunsten des Arbeitnehmers während des Sabbaticals oder einer bestimmten Zeit danach

Diese Liste soll Sie nicht abschrecken, nur zum Schaffen klarer organisatorischer und rechtlicher Rahmenbedingungen animieren – immer mehr Unternehmen trauen sich den Weg zu gehen und bieten ihren Mitarbeitern ein Sabbatical an. Im Sinne der Demografie, der Bestrebungen für eine bessere Vereinbarkeit und der Notwendigkeit, länger zu arbeiten, sind Auszeiten àla Sabbatical im Trend und zeichnen fortschrittlich denkende Arbeitgeber in besonderem Maße aus. Also: Trauen Sie sich!

Autoren

autor peter riederPeter Rieder ist als Unternehmensberater in den Bereichen Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Diversity Management und nachhaltiges Personalmanagement tätig. Er ist Auditor für das staatliche Audit berufundfamilie, Audit hochschuleundfamilie sowie familienfreundliche Gemeinde. Zu seinen Kunden zählen unter anderem BILLA, ÖAMTC, BAWAG PSK, Raiffeisen Leasing, FH Wien, FH Salzburg, SIEMENS Personaldienstleistungen. www.arbeitswelten.at

Dr. Anna Mertinz ist Rechtsanwältin und Leiterin des Arbeitsrechtsteams bei KWR Karasek Wietrzyk Rechtsanwälte GmbH. Sie war zuvor Legal Counsel bei Coca-Cola HBC Austria GmbH und ist auf Fragen des individuellen und kollektiven Arbeitsrechts spezialisiert. www.kwr.at


⇒ Weiterführende Beiträge ⇐

Aufgrund der vielen Fragen zum Thema, die an unsere Autoren gestellt werden, finden Sie nun ergänzend hier die Links, die eine Vielzahl an Fragen beantworten:

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35 Kommentrare

  1. Verena am

    Guten Tag, ich hätte eine Frage hinsichtlich Kündigung während der “ Konsumationszeit“ im Sabbatical: gelten dabei dieselben Kündigungsfristen und – regeln, wie während „Normal-arbeitszeit“? Vielen Sank für eine Anrwort im Voraus, mfg
    Verena

  2. Anna Mertinz am

    Grundsätzlich läuft das Dienstverhältnis während des Sabbaticals weiter, damit auch die gesetzlichen bzw. vertraglichen Kündigungsfristen. Es gibt im Angestelltengesetz Sonderregelungen für Kündigungsfristen von Dienstverhältnissen mit geringer Stundenanzahl. Ich gehe aber davon aus, dass ungeachtet dessen während der Freizeitphase die „normalen“ Kündigungsfristen weitergelten. Wenn Du Details brauchst, schreib mir doch einfach bitte ein Email.

  3. Stefanie am

    Möchte gerne wissen, wie das mit dem Krankenstand ist, wärend der Einarbeitungszeit bzw auch in der Freizeitsphase.
    Wenn ich richtig infomiert bin gibt es in der Freizeitphase keinen Krankenstand, in der Einarbeitungszeit gelten die Stunden dann trotzdem als eingearbeitet. Werde 24 Stunden arbeiten und 12 Stunden bezahlt werden. Wie sieht es mit längerm Krankenstand aus, Monate?? man weiß ja nie
    Danke

  4. Anna Mertinz am

    Diese Frage ist eine berechtigte, allerdings aus rechtlicher Sicht noch ungeklärte. Es gibt noch keine Urteile und man kann sich verschiedene Gedanken dazu machen, wobei viele Faktoren eine Rolle spielen. Aus meiner Sicht eine denkbare Argumentation: Krankenstand in der Einarbeitungsphase/Ansparphase ist wie „normaler“ Krankenstand (zumindest arbeitsrechtlich; eine andere Frage ist die Thematik Krankengeld von der GKK). Krankenstand während der Freizeitphase: hier kann man entweder argumentieren, dass die Regeln wie bei Krankheit während Urlaub gelten sollen (Verlängerung der Freizeitphase bei 3 Tage übersteigendem Krankenstand) oder aber, dass die Meinung des OGH zum Krankenstand und Zeitausgleich zur Anwendung kommt (das würde heißen: es kommt zu keiner Verlängerung der Freitzeitphase durch Krankenstand). Jedenfalls sollte in der Sabbatical-Vereinbarung dazu etwas vereinbart werden (siehe zB Muster in unserem Buch „Familienfreundlichkeit im Betrieb“, Manz 2014). Wenn Du detailliertere Infos brauchst, gerne anrufen oder mailen. Anna Mertinz

  5. Matthias am

    Guten Tag, ich moechte gerne einen mit zustehenden Jahresbonus als Guthaben verwenden, welches mir waehrend des Sabbaticals monatlich ausbezahlt wird. Wie hoch sollte man die monatlichen Betraege waehlen, um keine grossen Probleme bei der Sozialversicherung zu haben?
    Besten Gruss,
    Matthias

  6. Peter RIEDER am

    Hallo Matthias,

    vielen Dank für den Post. Ich hoffe, Sie haben Verständnis, dass ich Ihnen dazu keine verbindliche Antwort geben kann da ich kein Rechtsanwalt oder SV-Experte bin. Vor allem habe ich gesehen, dass Sie aus Deutschland geschrieben haben, wo die Rechtslage wieder komplett anders ist als hier in Österreich. Ich würde mich im Zweifel bei Ihrer zuständigen Sozialversicherungsanstalt informieren.

    Liebe Grüße,
    Peter Rieder

  7. Karin Pegac am

    ICh würde mir gerne
    ein Sabatjahr nehmen,kann mein Dienstgeber ohne Angabe von triftigen Gründen einfach verweigern?

    Vielen Dank
    Karin Pegac

  8. Peter RIEDER am

    Hallo Frau Pegac,

    danke für Ihre Frage. Ich gebe normalerweise keine arbeitsrechtlichen Tipps – da gibt es kompetentere Leute als ich. Aber in Ihrem Fall kann ich das sicher sagen: Ja, kann er! Im Normalfall ist ein Sabbatical genauso wie ein unbezahlter Urlaub etwas, was vereinbart werden muss und daher auch abgelehnt werden kann. Die Ausnahme wäre ggf. nur dann, wenn Ihr Kollektivvertrag explizit einen Anspruch auf Sabbatical formuliert. Die wenigen Kollektivverträge, die aber Sabbatical enthalten haben, regeln meist nur, dass man es unter gewissen Rahmenbedingungen umsetzen kann, nicht dass man muss. Also kann ich Ihnen nur raten, offen anzufragen und vorzufühlen, wie Ihr Arbeitgeber das sieht.

    Hoffe, dass Ihnen diese Information hilft.

    Liebe Grüße,
    Peter Rieder

  9. Edina Eger am

    Hallo, ich möchte gerne wissen, ob es irgendwelchen Zusammenhang zwischen Sabbatjahr und Wohnsitz gibt. D.h. Wenn ich in Ungarn wohne, bin ich dann für ein Sabbatjahr berechtigt? Vielen Dank im voraus. Edina Eger

  10. Peter RIEDER am

    Sehr geehrte Frau Eger,
    danke für den Post. Ganz grundsätzlich hat das eine nichts mit dem anderen zu tun. Das Sabbatical ist ja ein komplett freiwilliges Angebot des Unternehmens. So gesehen ist man nur dann „berechtigt“, wenn der Arbeitgeber das überhaupt ermöglicht. Dann macht das aber keinen Unterschied, wo sie wohnen, weil SIe beim Sabbatical (im Unterschied zu einer Bildungskarenz) ja keine öffentlichen Leistungen beziehen und noch immer angestellt sind.
    Ich hoffe, das hilft Ihnen.
    Liebe Grüße und alles Gute,
    Peter Rieder

  11. Robert Runger am

    Hallo,
    ich habe die Idee des Sabbaticals mit Entgelt-Reduktion meinem Zuständigen HR-Betreuer vorgetragen. Es handelt sich jedoch um einen kurzen Zeitraum (3 Monate – 3x 2/3 Gehalt davon 2 voll Arbeiten u 1 frei). Ich bekam die Antwort, dass das Steuerrechtlich nicht OK wäre und mir deshalb nur ein „unbezahlter“ Sonderurlaub – wo ich selbst die Sozialversicherungsbeitrage übernehme – angeboten werden kann. (bin im KV Metall)

    Welche Steuerrechtlichen Probleme könnten für den Arbeitgeber (Firma) auftreten?

    Mfg RR

  12. Anna MERTINZ am

    Sehr geehrter Herr Runger,
    diese Frage kann ich Ihnen so allgemein nicht beantworten. Augenscheinlich gibt es aus meiner Sicht steuerrechtlich kein Verbot, ein solches Modell zu vereinbaren. Es handelt es sich jedoch um steuerrechtliche Fragen, die am besten ein Steuerberater beantworten könnte. Ich würde vorschlagen, Sie bitten zunächst Ihren HR-Betreuer um nähere Information, warum das Modell nicht möglich sein soll. Es besteht kein Anspruch auf Vereinbarung eines Sabbaticals, sodass Einvernehmen zwischen Ihnen und Ihrem Dienstgeber wichtig ist.
    Mit freundlichen Grüßen
    Anna Mertinz

  13. Peter RIEDER am

    Ein Sabbatical ist im Prinzip nur eine Verschiebung von Arbeitszeit/Bezahlung und Zeitraum der Leistungserbringung . Aber wenn 2/3 der Gage auch während der Freizeitphase erhalten werden, dann kann es per se kein unbezahlter Urlaub sein. Aber Sie müssen natürlich die Arbeitszeit/Bezahlung auf 2/3 herabschrauben.

    Liebe Grüße,
    Peter Rieder

  14. Michi am

    Hier wurde zwar schon langen nichts mehr gepostet aber ich probier einfach mal ob ich eine Antwort erhalten 🙂
    In Ihrere Auflistung „Was gehört vereinbart“ haben sie einen Punkt angeführt in dem es heißt: (…) Hinweis auf das Nebentätigkeitsverbot und die Geheimhaltungsverpflichtung auch während der Freizeitphase (…)
    Was ist hier mit „Geheimhaltungsverpflichtung“ gemeint?

    Mfg Michi

  15. Peter RIEDER am

    Liebe Michi,

    vielen Dank für Ihr Posting. Gemeint ist, dass die Verschwiegenheitspflicht über Dinge aus der Sphäre des Arbeitgebers auch wärehdn der Freizeitphase weiterhin gelten. So wie das auch nach einem Dienstverhältnis weiter der Fall ist.

    Liebe Grüße,
    Peter Rieder

  16. S am

    Hallo!
    Mich würde interessieren, wie es abläuft, wenn ein unterhaltspflichtiger Lehrer in Sabbatical geht? Von welchem Einkommen wird dann der Unterhalt berechnet?
    Liebe Grüße
    S.

  17. Peter RIEDER am

    Sehr geehrte S.,
    vielen Dank für Ihre Frage. Nun ja, ich bin kein Experte, was das Unterhaltsrecht angeht, aber rein von der Logik ist es bei den Lehrern so, dass diese eine Rahmenzeit von 2-5 Jahren vereinbaren können, um ein Sabbatical von bis zu einem Jahr zu erhalten. Nachdem in diesem Rahmenzeitraum der Bezug verkürzt wird (im Prinzip wie bei einer Teilzeit), würde ich davon ausgehen, dass das aktuelle, verkürzte Gehalt zur Berechnung des Unterhalts herangzogen wird.
    Sicherheitshalber sollten Sie das aber nochmals überprüfen lassen.
    Liebe Grüße,
    Peter Rieder

  18. Stefanie am

    Mache ab September ein Sabbatical, wegen familären Gründen. Kann man im SabbaticalJahr etwas dazuverdienen?

  19. Peter RIEDER am

    Liebe Frau Stefanie,

    das kann ich so leider nicht beantworten, weil mir Informationen dazu fehlen.
    Üblicherweise bleibt aber bei einem Sabbatical das Dienstverhältnis aufrecht. D.h. es hängt davon ab, was in Ihrem Dienstvertrag bzgl. Nebenbeschäftigung geregelt ist. Meist braucht es dafür die Zustimmung des Arbeitgebers.
    Liebe Grüße,
    Peter Rieder

  20. Stefanie am

    Kann man in einem Sabbtical Jahr auch etwas dazuverdienen.
    Wäre dankbar für eine Antwort, da ich ab September zu Hause bin.

  21. Wolfgang Leeb am

    Hallo !

    Ich bin Gemeinde Vertragsbediensteter, gehe 1 Jahr in Sabbatikal und danach, bin dann 65 gleich in Pension.
    Habe jetzt gehört, dass meine Abfertigung ( 9 Monatsgehälter ) nach dem geringeren einkommen im Sabbatical berechnet wird.
    KAnn man da was dagegen unternehmen ? vielleicht nicht die pension beantrgan oder was auch immer ?

    Danke für IHre Mühe
    mit lieben Grüßen

    Wolfgang Leeb

  22. Peter RIEDER am

    Sehr geehrter Herr Leeb,
    ich bin kein Experte für Abfertigung, aber grundsätzlich ist das korrekt, dass die Abfertigung alt nach dem Letztbezug berechnet wird. Daher wird oft im Zuge eines Sabbaticals direkt vor der Pensionierung eine vorzeitige Auszahlung in voller Höhe mit dem Arbeitgeber vereinbart. Wenn das nicht der Fall ist, dann stimmt es, dass an sich der Letztbezug zum Tragen kommt.

    Liebe Grüße,
    Peter Rieder

  23. Gabriela am

    Hallo hab die Beiträge mit Spannung verfolgt und eine Frage dazu….
    Ich möchte mir gerne einen Traum erfüllen eine Weltreise zu machen. Laut Betriebsvereinbarung ist eindeutug geregelt welche Anforderungen an einen Arbeitnehmer gestellt werden bevor ein Antrag genehmigt werden kann, aufgrund der Einfachheit einer Kündigung habe ich allerdings Angst wenn ich einen Antrag stellen oder „vorfühle“, dass es als nicht mehr Motiviert angenommen wird und sie sich deswegen von mir beruflich trennen könnten, ist dies ein Kündigungsgrund?! Da ich in einer leitenden Position arbeite und schon seit 10 Jahren im Unternehmen bin wird es für mich allerdings schon Zeit für eine Auszeit da ich es nicht einmal schaffe 2 Wochen am Stück Urlaub zu konsumieren, jetzt bin ich mir ein wenig unsicher ob es nicht gegenteilig wirkt hier einmal anzufragen vielleicht könntet ihr mir einen Ratschlag geben wie ich hier am besten vorgehe, an wen ich mich am besten wende…

  24. Peter RIEDER am

    Liebe Frau Gabriela,

    vielen Dank für Ihren Post. Ich weiß nicht, ob ich Ihnen eine 100%ig zufriedenstellende Antwort geben kann, aber ich werde mich bemühen.
    Ich kenne die Kultur in Ihrem Unternehmen nicht, aber die Tatsache, dass es offenbar eine Betriebsvereinbarung zum Sabbatical gibt, zeigt schon, dass man sich hier schon mal Gedanken gemacht hat und eine grundsätzliche Regelung vorhanden ist. Natürlich heißt das noch lange nicht, dass das aber auch genau so gelebt wird. Nachdem aber eine BV immer mit dem Betriebsrat verhandelt wird, wäre das sicherlich eine gute, neutrale Anlaufstelle, um „vorzufühlen“.
    Ganz grundsätzlich bräuchte Ihr Arbeitgeber keinen Grund für eine Kündigung angeben. Sollte diese aber in unmittelbarer Folge eines Antrages auf Sabbatical erfolgen, eröffnet Ihnen das zumindest die Möglichkeit, eine Anfechtung wegen verpöntem Motiv zumindest zu versuchen (so der Betriebsrat der Kündigung nicht ausrücklich zustimmt, was ungewöhnlich wäre), zumal es ja sogar eine Betriebsvereinbarung gibt, die das Vorgehen zum Sabbatical regelt.
    Aber soweit wollen wir es ja nicht kommen lassen und es macht auch wenig Sinn, sich hier theoretisch darüber den Kopf zu zerbrechen. Ein Vorfühlen beim Betriebsrat ist sicher hilfreich. Je nachdem wie Ihr Verhältnis mit Ihrer Führungskraft ist, kann man ja auch dort den grundsätzlichen Wunsch auch mal vorsichtig anklingen lassen. Nachdem ein Sabbatical eine gewisse Vorlaufzeit benötigt, ist dies ohnhin nichts, was sofort schlagend wird und damit Vorbereitung auch für das Unternehmen ermöglicht.
    Ich weiß nicht, ob Ihnen dies nun geholfen hat, hoffe es aber und wünsche viel Erfolg für das Vorhaben Weltreise.
    Liebe Grüße,
    Peter Rieder

  25. Martina am

    Guten Morgen,
    eine Frage habe ich noch ,also wenn keine Mehr/Überstunden angesammelt werden können und nur Plan b noch funktionieren könnte ( Lohnverzicht) wie lange muss dieser dann vorher angemeldet werden damit man in sabbatical gehen kann .
    Ich habe jetzt neuen Urlaub von 5 Wochen kann ich den nicht mit anbieten bzgl.der Lohnkürzung?
    Ich bin seit 10 Jahren in einem Unternehmen 52 Jahre alt und ich kann aus privaten Gründen z.Z. nicht mehr die Leistung bringen die von uns allen verlangt wird.
    Manchmal denke ich so fängt wohl der burn out an und das will ich unter allen Umständen vermeiden

  26. Peter RIEDER am

    Sehr geehrte Martina,

    Es gibt keine generelle Regel, wie lange vorher das Anpsaren bzw. die Reduktion der Stunden/des Lohnes erfolgen muss. Da müsste man ausrechnen, was für alle Seiten passend ist. Natürlich kann man Urlaub in Kombination mit einem Sabbatical verbrauchen, allerdings ist es nicht erlaubt, dass ein Arbeitgeber den Beschäftigten Urlaub „abkauft“.
    Mein ganz persönlicher Rat im Falle von Überlastung und zur Vermeidung von Burn-Out wäre aber eine dauerhafte Reduktion der Arbeitszeit auf ein gut schaffbares Ausmaß. Das sichert längerfristig, dass Sie dabei nicht ausbrennen und trotzdem gut in Beschäftigung sind.
    Ich hoffe, ich konnte Ihnen damit helfen.
    Liebe Grüße,
    Peter Rieder

  27. Martina am

    Sehr geehrter Herr Rieder,
    ich Danke für Ihren Rat,
    rein aus meinem Bauchgefühl hab ich mich auch für das letztere
    entschieden .
    Ich denke auch das diese Lösung besser ist ,als das sabbatical das letztendlich nur eine schlechte Flucht gewesen wäre……
    Ich wünsche Ihnen alles erdenklich gute
    Liebe Grüße
    Martina

  28. Barbara am

    Hallo,

    hätte eine Frage bezüglich der Mehrarbeits- und Überstundenzuschläge, die oben erwähnt werden. Wenn ich mehr Stunden erbringe um ein Kontingent anzusparen, muss der DG dann auch noch Zuschläge für diese Stunden zahlen?

    Vielen Dank für die Antwort!

  29. Peter RIEDER am

    Sehr geehrte Frau Barbara,

    ganz grundsätzlich ist es so, dass Überstunden mit entsprechendem Zuschlag zu entlohnen sind. Das gilt an sich auch für Zeitausgleich, es sei denn, es liegt eine Gleitzeitvereinbarung vor, dann ist der Zeitausgleich im darin vorgesehenen Rahmen mit 1:1 möglich.

    Ich hoffe, das hilft Ihnen.

    Liebe Grüße,
    Peter Rieder

  30. Katharina am

    Hallo,
    mir wurde von der Firma als Alternative zur Altersteilzeitrente das Sabbatical vorgeschlagen. Mein Antritt wäre 03/2022
    es wäre nur mehr eine 4 jährige Rahmenzeit möglich oder um 1-2 Monate nach hinten verlegen um eine 5 jährige Rahmenzeit zu haben. Es wurde 30 oder 32 Wochenstd.angeboten. Ich wollte 1 Jahr vor dem offiziellen Antritt freigestellt werden. Wann wäre das? Ausserdem gilt dieses Angebot auch für Vertragsbedienstete oder nur für Beamte.
    Vielen Dank für die Antwort!

  31. Peter RIEDER am

    Liebe Katharina,
    vielen Dank für den Post. Nur muss ich leider sagen, dass ich das unmöglich so aus der Ferne beantworten kann, zumal ich weder Ihre Branche / Tätigkeit kenne, noch die Rahmenbedingungen unter denen Ihr Arbeitgeber dieses Angebot macht. Aber ich kenne einige Personen, die ein Sabbatical sozusagen als vorgezogenen Ruhestand gemacht haben. Aufpassen sollten Sie hier aber bezüglich der Abfertigung alt, so Sie noch in diesem System sind. Während bei der Altersteilzeit die Abfertigung alt vom vollen Bezug vor der Altersteilzeit bemessen wird, ist dies beim Sabbatical nicht so, sondern richtet sich nach Ihrem letzten Bezug. Wenn der also auf einer Teilzeit basiert, dann ist das die Bemessungsgrundlage.
    Liebe Grüße,
    Peter Rieder

  32. Michael am

    Hallo,

    Möchte mich mal kurz hier miteinbringen!
    Da meine Frau und ich ein Sabbatjahr in Erwägung ziehen hätte ich eine Frage zur Weiterzahlung von Steuern, Pensionskassen, Krankenkassenbeiträge,….
    Da wir das System 4 + 1 eigentlich ablehnen, denken wir eher daran unsere Weltreise selbst zu Finanzieren! Mit welchen Kosten müssen wir während dem Sabbatical rechnen?
    1. Die Krankenversicherung kann ich wohl in dieser Zeit privat versichern?
    2. Pensionsversicherung ist in diesem Fall auch nicht nötig, nur das ich ein Jahr verliere?
    3. Muss ich mit irgendwelchen Kosten, außer privaten Versicherungen während des Sabbatical rechnen?

    Mit freundlichen Grüßen
    Michael

  33. Bernd am

    Sehr geehrtes Team,

    Erstmals „Danke“- für Ihr Engagement.

    Ich bin Vertragslandeslehrerin in Wien u bin bereits im sabbatical. Meines endet am 31.8.2017.

    Mein Direktor “ ersucht mich in die Schule“ zu kommen“ um mit mir über meinen Stundenplan zu sprechen.( mail v kuzfristigen Termin) . Ich bin im Ausland und meine Partnerin teilte mir mit, d ein eingeschriebener Brief v d Direktion gekommen ist- nach meiner Absage per Mail sowie bereitschaft per Mail auf alle Fragen zu antworten.

    Meine Frage ist: Hat der Direktor das Recht mich innerhalb sabbaticals zu sich persönlich zu ordern, obwohl man ihm auch gesagt hat – man ist per Mail erreichbar?

    Sowie haben Sie eine Kontaktadresse bzgl juristische Beratung Spezialisierung “ vertragsbedienstetengesetz?

    Ich vermute hinter diesem Vorgehen “ bossing“ .Kompexe Vorgeschichte“ …

    Will gewappnet sein – im Falle des Falles.

    Vielen Dank Bernd

  34. Anita Tödtling am

    Guten Tag!
    Ich würde gerne wissen,ob es eine Antragsfrist gibt? Wann und wie lange vorher muss ich einen Antrag stellen,um ein Sabbatical als Lehrer gewährr zu bekommen?
    Vielen Dank im Vorhinein!

  35. Peter RIEDER am

    Sehr geehrte Frau Tödtling,
    ich bin zugegebenermaßen kein Experte für Lehrerdienstrecht, aber meines Wissens nach immer bis zum Ende des laufenden Schuljahres, wenn der Rahmen, der zwischen 2 und 5 Jahren liegen kann (Anspar- und Freizeitphase gemeinsam) im darauffolgenden Schuljahr beginnen soll. Vielleicht hilft ihnen auch diese Seite hier weiter: https://diresy.bka.gv.at/index.php/Sabbatical
    Informationen finden Sie aber auch immer auf den Internetseiten der Landeslehrer-Vertretungen.
    Liebe Grüße, Peter Rieder

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