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Team-Highlights & Team-Lowlights

Teamarbeit

Wie arbeiteten Teams in den vergangenen Monaten zusammen –  was waren die Highlights und Lowlights? Dazu lade ich nochmal meine Runde aus Team-Trainerinnen und Trainern, um aus den Erfahrungen ihrer letzten Monate zu berichten.

INHALT

Teamarbeit
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Welche Erfahrung machten Sie in den letzten Monaten in der Team-Entwicklungs-Arbeit? Was waren Highlights und Lowlights dieser Teams?

Veronika Aumaier, MAS, MSc (Consulting/Training GmbH):

Ein Lowlight: In einem internationale Projektteam startete ein neues Teammitglied mitten im Lockdown. Er saß pünktlich am ersten Arbeitstag vor dem Bildschirm. Niemand rief ihn an und hieß ihn Willkommen, er hatte keine Einführung und somit keinen Zugang zu Dateien und Unterlagen. Stillschweigend wird bis heute vorausgesetzt, dass er sein privates Equipment benutzt. Am 2. Tag wurde er von seinem Chef mit einer Einladung und einem Link zur nächsten Teamsitzung kontaktiert. Die Meetings finden ohne Kamera statt.
10 Monate nach Eintritt gab es ein persönliches Treffen, an dem er zum ersten Mal seine Teamkollegen sah.

Noch ein Lowlight: Ein Team ist bereits seit fast 2 Jahren im Home office und erlebt sich als Gesamtteam nur 1xwöchentlich virtuell. Seit 2 Jahren bleiben dabei die Kameras und Mikros dabei ab-/ausgeschaltet. Ganz besonders leidet mittlerweile die Führungskraft darunter, weil es viel Energie und Animo braucht, um Diskussionen, Meinungsaustausch und Reflexionen in Gang zu bringen und zu halten. Stellenweise verkommt das Meeting in eine einseitige „Befehls-und Infoausgabe“, die stillschweigend zur Kenntnis genommen wird. Der Teamleiter hofft und erseht ein „zurück in den Büroalltag“. Mit hybriden Arbeitsformen will er sich nicht auseinandersetzen, da die gelebte Praxis für ihn mittlerweile belastend und negativ empfunden wird. Die überwiegende Mehrheit der Teammitarbeiter will nicht zurück ins Büro. Der Ausgang ist derzeit ungewiss.

Simon Michael Schelkshorn (Teamimpuls - zusammen wachsen):

Ein Highlight war sicherlich die große Freude über Teamtrainings und Teambuildings, die persönlich stattfanden. Die große Freude, sich wirklich live zu treffen und an sich und an Themen des Teams in entspannter und fröhlicher Atmosphäre gemeinsam an einem Ort zu arbeiten, war den Teilnehmern geradezu ins Gesicht geschrieben. Dinge, die Früher auch schon mal als selbstverständlich angesehen wurden, wurden nun äußerst  geschätzt und als wertvoll empfunden. Das macht ein solches Training für alle gleich nochmal viel freudvoller und erfolgreicher.

Ein weiteres Highlight war auch, dass die Teams erkannten, dass Zusammenarbeit auch anders organisiert und strukturiert werden kann und ebenso bzw. manchmal auch noch erfolgreicher laufen kann. Es benötigt zwar seine Zeit und auch einen gewissen Aufwand zu bewerkstelligen, dass es gut funktioniert und wirklich alle mit an Board sind, doch es lohnt sich in vielen Bereichen. Die Digitalisierung hat viele im ersten Schritt ganz schön überrumpelt, doch wird nun schon gezielt und sicher eingesetzt, um die Teammitglieder und seine Arbeitsabläufe zu unterstützen. Wenngleich es in manchen Bereichen sicherlich noch immer Nachholbedarf gibt.

Das definitive Lowlights unserer Teams war die fehlende persönliche Verbindung, die auf verschiedensten Ebenen und Ausprägungen zu Problemen, Enttäuschungen, Konflikten, etc. geführt hat. Nachdem wir in unserer Arbeit immer schon ein ganz besonderes Augenmerk auf die persönliche Beziehung gelegt haben, hat uns diese Entwicklung noch mehr in unserer Arbeitsweise bestärkt.

Sabrina Fiorin (kiwiHR):

Highlights waren Momente und Erfahrungen, in denen in der Gruppe ein Teamgefühl spürbar war, wie z.B. bei Teambuilding Aktivitäten, gemeinsamen Events und Offsites. Gerade durch das hybride Arbeiten fehlen oft Möglichkeiten für einen Austausch über alltägliche Themen. Es wird nur noch über professionelle Themen gesprochen, was sich negativ auf das Gemeinschaftsgefühl auswirkt. Meetings mit einem kurzen Check-in zu beginnen oder gezielte Slots festzulegen, in denen auch über andere Themen gesprochen wird, kann hier schon helfen.

Lowlights waren die Intransparenz, die durch die fehlende Definition von Verantwortungsbereichen oder eine Kommunikationsweise entsteht, die nicht alle nötigen Stakeholder miteinbezieht.

Ein weiterer Punkt ist oft die fehlende Transparenz in Bezug auf Dokumente, Arbeitszeiten oder Abwesenheiten. Unsere Hauptzielgruppe besteht aus HR-Managern. Einige unserer Kunden mussten plötzlich ihre Systeme auf eine HR-Software umstellen, um trotzdem weiter Zugriff auf relevante Dokumente zu haben, die davor in Papierform im Büro aufbewahrt wurden oder mussten andere Wege finden, um den Überblick über alle HR-Themen zu behalten.

Fehlende Wertschätzung, Motivation und Burnout waren weitere Themen.

Mag. Paul Bischofberger (Team|Manufaktur GmbH):

Zumindest für diejenigen Dienstnehmer, die gute räumliche Voraussetzungen für Home-Office haben, war und ist ein echtes Highlight sicherlich der Umstand, dass Home-Office zu einem Teil der normalen Arbeitswelt geworden ist bzw. werden wird. Die Aussicht, zukünftig ein, zwei oder manchmal sogar drei Tage pro Woche von zu Hause aus zu arbeiten stößt – zumindest bei den Teams, mit denen wir arbeiten – auf sehr viel Zuspruch.

An der Stelle kommen dann aber auch gleich zwei Lowlights ins Spiel, nämlich Neid und Misstrauen: diejenigen, die nicht wirklich in Home-Office arbeiten können, einfach weil bei ihnen die räumlichen Voraussetzungen nicht gegeben sind, finden es – wenig überraschend – unfair, dass ihre Teamkollegen sehr wohl von zuhause aus arbeiten können. Dazu gesellt sich noch verstärktes Misstrauen: Wir hören ganz oft den Vorwurf, der Kollege arbeite nur das absolute Minimum (wenn überhaupt) und mache sich im Großen und Ganzen eine gute Zeit mit Familie, Freunden und Netflix. Hier werden Führungskräfte sehr stark gefordert sein, größtmögliche Transparenz herzustellen, wer welchen Beitrag zum gemeinsamen Ganzen erbringt.

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Die Interview-Partner

Veronika Aumaier, MAS, MSc

Veronika Aumaier

Mag. Paul Bischofberger

Paul Bischofberger, Team Manufaktur

Simon Michael Schelkshorn

Simon Schelkshorn, Teamimpuls

Sabrina Fiorin

Sabrina Fiorin, kiwiHR

Mag. Eva Selan, MSc | HR-Redakteurin aus Leidenschaft

Theoretischer Background: MSc in HRM & OE. Praktischer Background: HR in internationalen Konzernen und KMUs in Österreich und den USA.
Nach der Tätigkeit beim Print-Medium Magazin TRAiNiNG als Chefredakteurin, wechselte komplett in die Online-Welt und gründete Ende 2010 das HRweb.

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